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Lennart Schwenckschließen
Schwere Explosion an Tankstelle in Rom: 21 Verletzte, Druckwelle in der gesamten Stadt zu spüren. Polizei und Feuerwehr massiv im Einsatz.
Update vom 4. Juli, 19.18 Uhr: Um kurz nach 8 Uhr erschütterte eine lauter Knall die italienische Hauptstadt Rom. Bei einer Explosion einer sind Dutzende Menschen verletzt worden. Zwei der Opfer schweben laut Rettungsdienst in Lebensgefahr, vier weitere seien schwer verletzt und werden im Krankenhaus verarztet. Die Zahl der Verletzten wurde laufend aktualisiert, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge seien insgesamt etwa 45 Menschen verletzt worden.
Der Vorfall ereignete sich im Osten Roms, im Stadtteil Prenestino unweit des Hauptbahnhofs Termini. Die Rettungskräfte waren bereits vor Ort im Einsatz wegen eines gemeldeten Gaslecks und hatten mit Evakuierungsmaßnahmen begonnen. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Explosion durch austretendes Flüssiggas verursacht, das bei der Umfüllung in einen Tankwagen in einem Gasdepot einer Tankstelle entzündet wurde. Diese brannte nieder.
„Es war wie ein Kriegsschauplatz“, berichtete Antonino Giorgio, Oberstleutnant der Carabinieri, Journalisten vor Ort. „Meine Mutter sagte, es war wie eine Bombe“, erzählt Simona Pantaleo der Deutschen Presse-Agentur. Die Explosion war laut dpa-Reportern in mehreren Stadtteilen Roms zu hören, auch die Druckwelle war zu spüren. Schwarzer Rauch breitete sich rund um dem Brandort aus. In der italienischen Hauptstadt gibt es derzeit eine andauernde Hitzewelle mit Temperaturen von über 38 Grad. Zudem sind viele Touristen in Rom unterwegs.
Heftige Explosion an Tankstelle erschüttert Rom – Viele Verletzte bei Explosion in Italien
Erstmeldung vom 4. Juli: Rom – Ein lauter Knall erschüttert am Freitagmorgen um 8.18 Uhr die italienische Hauptstadt. In der Via dei Gordiani im Stadtteil Prenestino kommt es zu einer massiven Explosion an einer Tankstelle – offenbar ausgelöst durch ein Feuer an einer Flüssiggas- und Benzin-Anlage. Die Folgen sind verheerend: Mindestens 21 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Einsatzkräfte. Die Druckwelle war in weiten Teilen Roms zu spüren.
Laut der italienischen Tageszeitung Corriere Roma wurden acht Polizisten sowie ein Feuerwehrmann verletzt. Sechs der betroffenen Beamtinnen und Beamten gehören zur Streifenabteilung, zwei zum örtlichen Kommissariat Tor Pignattara. Weitere Passantinnen und Passanten, darunter auch Autofahrerinnen und Autofahrer in der Nähe der Tankstelle, erlitten Verletzungen durch umherfliegende Trümmer. Die Nachrichtenagentur Ansa bestätigte zudem gegenüber der dpa, dass fünf Personen mit Verbrennungen und Schnittverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
Die Ursache der Explosion ist nach Angaben der Feuerwehr noch unklar. Augenzeugen zufolge war bereits ein Brand ausgebrochen, als die ersten Einsatzkräfte eintrafen. Dann kam es innerhalb kurzer Zeit zu zwei heftigen Detonationen. „Es flogen Stücke aus Glas und Eisen durch die Luft“, berichteten Anwohnerinnen und Anwohner gegenüber Corriere della Sera. Teile eines Daches wurden bis zu 300 Meter weit geschleudert. Fenster in umliegenden Gebäuden zerbarsten, Hausfassaden wurden beschädigt.
Esplosione pompa di benzina zona Centocelle #Roma pic.twitter.com/ZGqJuUf4N0
— Oltre Stretto (@zancle78) July 4, 2025
Der Vorfall ereignete sich in einer dicht besiedelten Wohngegend, in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens und eines Sportzentrums. Die Einsatzkräfte riegelten das Gebiet weiträumig ab. Eine nahegelegene Metrostation wurde gesperrt. Der Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, rief über soziale Netzwerke die Bevölkerung dazu auf, den Bereich umgehend zu verlassen und den Anweisungen der Behörden zu folgen. Er traf gegen 10.30 Uhr selbst am Unglücksort ein, wie die dpa berichtet.
Auch Italiens Premierministerin Giorgia Meloni wurde unmittelbar informiert. Sie steht laut Corriere in engem Austausch mit Bürgermeister Gualtieri und dem für Sicherheitsfragen zuständigen Staatssekretär Alfredo Mantovano. Das Hauptaugenmerk gelte aktuell der gesundheitlichen Versorgung der Verletzten.
Erste Hinweise zur Ursache für Explosion in Rom: Möglicher Unfall beim Betanken – Gebiet evakuiert
Mehrere Verletzte wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht: Drei ins Umberto-I-Universitätsklinikum, zwei ins San-Giovanni-Krankenhaus. Sie erlitten unter anderem Brandverletzungen zweiten Grades sowie Schnittwunden. Bei einigen Patienten bestand laut Corriere della Sera Verdacht auf Rauchgasvergiftung – eine Behandlung in der Druckkammer wurde veranlasst. Ein schwer verletzter Patient wurde ins Krankenhaus Sant’Eugenio verlegt.
Zur Entlastung der umliegenden Notaufnahmen wurde der Notfallplan aktiviert. Mobile Behandlungseinheiten wurden aufgestellt, das Krankenhaus Sandro Pertini richtete eine eigene Kriseneinheit ein. Die Feuerwehr arbeitet weiterhin daran, Glutnester zu löschen und das Gebiet abzusichern. Die Ermittlungen zur Brand- und Explosionsursache laufen. Laut roma.corriere.it gibt es Hinweise, dass möglicherweise ein Fahrzeug beim Rangieren eine Zapfsäule beschädigt haben könnte.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur waren Einsatzkräfte bereits vor Ort, als die erste Explosion eintrat. Sie konnten daher sofort reagieren, was möglicherweise Schlimmeres verhinderte. Auch die Guardia di Finanza und die Carabinieri halfen bei der Koordination und Evakuierung. Eine Patrouille der Carabinieri war zum Zeitpunkt der Detonation am Einsatzort – ein Beamter wurde verletzt. Rom ist von der Wucht des Vorfalls noch immer gezeichnet. In mehreren Stadtteilen war die Explosion deutlich zu hören, Anwohnerinnen und Anwohner berichteten von „zittrigen Wänden“ und „heftigem Luftdruck“. Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, ist unklar – das Gebiet bleibt vorerst Sperrzone. Die Stadtverwaltung kündigte an, betroffene Familien zu unterstützen und eine umfassende Schadensbilanz zu erstellen. (ls mit Material der dpa)
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