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Ein Jetski-Ausflug auf dem Gardasee ist einem jungen Mann zum Verhängnis geworden. Die Feuerwehr Bardolino fand Franceso Z. tot im Wasser bei Sirmione.
Lazise – Ein Trip mit einem Jetski ist ein aufregendes Erlebnis: Mit bis zu 120 km/h kann man mit diesen „Wassermotorrädern“ über Seen und Meere rasen. Auch der 32-jährige Hotelangestellte Francesco Z. liebte das Fahren mit dem Mini-Schnellboot. Von seiner Heimatstadt Verona war es nur ein Katzensprung an den Gardasee, der sein Revier war.
Auf Facebook postete er zahlreiche Fotos und Videos von seinem Hobby. Auch an Ferragosto, wie die Italiener zum Maria-Himmelfahrtstag sagen, feierte er am Dienstag wie fast alle Italiener am Strand. Er traf sich mit Freunden bei Lazise am Ostufer des Gardasees, wo mittlerweile neue Benimmregeln für Touristen herrschen. Um Mitternacht stieg er vor den Augen seiner Freunde auf seinen Jetski, um brausend in der Dunkelheit auf den Wellen des Sees zu verschwinden.
Jetski-Unfall auf dem Gardasee: Feuerwehr finden verunglückten Fahrer am Ufer
Allerdings kam der Veroneser nicht mehr zurück. Die Freunde warteten und warteten und riefen schließlich um 2.20 Uhr den Notruf an. Die Küstenwache des Gardasees, die die Rettungseinsätze koordiniert, schickte das Patrouillenboot CP 862, das mit Nachtsuchinstrumenten ausgerüstet ist.
Über die Einsatzzentrale der Feuerwehr von Verona wurde ein Rettungsboot von Bardolino aus losgeschickt, um das Ufer abzusuchen. Erst am Morgen fanden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bardolino Franceso Z. tot im Wasser am Ufer nahe der Punta Grò bei Sirmione.
Unglück auf dem Gardasee: Jetski wohl auf einem Felsen aufgelaufen
Wenige Stunden später bargen die Kollegen aus Brescia am Westufer den Jetski. Ersten Rekonstruktionen zufolge ist es möglich, dass das Mini-Schnellboot mit hohem Tempo auf einen Felsen auflief, umkippte und der Fahrer unter dem Boot im Wasser zu liegen kam und nicht mehr an die Oberfläche gelangte und somit ertrank. Vor allem im südlichen Bereich gibt es am Gardasee zahlreiche Untiefen, die beim Niedrigwasser im Frühsommer auftauchten. Mittlerweile hat der See wieder Normalniveau.
Die Bergung des toten Jetski-Fahrers war nicht der einzige Einsatz der Küstenwache am Gardasee am langen Wochenende: Am Westufer gerieten zwei SUP-Fahrer mit ihren Paddel-Brettern in Seenot, nachdem sie vom Wind einen Kilometer vom Ufer weggetrieben waren. Sie hatten keine Schwimmwesten dabei. Sie wurden von einem Bootsführer entdeckt und ebenfalls von einem Rettungsboot geborgen. Erst vor wenigen Tagen ereignete sich auch ein Fahrrad-Unglück am Gardasee, bei dem eine Wissenschaftlerin gestorben ist.
