Toskana-Überschwemmung

Flut-Katastrophe in Italien: Deutsche Mutter und Baby vermisst

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Vermisstensuche in Italien: Eine Frau und ein fünf Monate altes Baby wurden in der Toskana vom Hochwasser mitgerissen.
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    Moritz Bletzinger
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Der Großvater versuchte noch, sie zu greifen. Eine Mutter und ihr Baby aus Deutschland wurden vom Hochwasser in Italien weggespült. Die Feuerwehr sucht.

Update vom 24. September, 21.05 Uhr: Wie die Deutsche Presseagentur am Dienstagabend berichtet, sind weitere Informationen zur Familie der vermissten Frau und des Babys bekannt. Die Familie kommt aus München und war gemeinsam in Gabella im Urlaub. Die Großmutter des Babys ist 1963 geboren, die Eltern des Kindes sind laut Polizeiangaben in ihren Dreißigern.

„Wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagte ein Feuerwehrkommandant. Er befürchtet jedoch, dass sich die Körper der beiden Vermissten möglicherweise unter Baumstämmen und anderen Vegetationsresten, die im Flussbett des Sterza-Bachs liegen, verfangen haben.

Update vom 24. September, 15.29 Uhr: Nach wie vor fehlen von der vermissten Frau und dem Baby in Italien jede Spur. „Etwa hundert Menschen suchen nach ihnen“ sagt der Bürgermeister des Ferienorts Montecatini, Francesco Auriemma, bei La Nazione.

Außerdem versucht das Blatt, die dramatischen Ereignisse der Nacht zu rekonstruieren. Momentan sieht es so aus, als sei die Familie aus dem Haus geflüchtet, als das Wasser im Gebäude gestiegen war. Sie wollten wohl die nahe geparkten Autos erreichen, sagen Augenzeugen. Beim Einsteigen sei die Familie von den Fluten mitgerissen worden.

Dann waren Großmutter und Baby plötzlich weg. „Der Großvater kam mit einer Taschenlampe hierher, er suchte sie“, sagt ein Nachbar, „aber er sprach Deutsch und ich konnte ihn kaum verstehen. Er sagte, das Wasser habe ihm das Baby aus den Händen gerissen. Sie waren hier seit etwa zehn Tagen im Urlaub.“

Erstmeldung vom 24. September, 11.03 Uhr: Gabella – Die Flut riss sie mit. Nach den verheerenden Überschwemmungen in Italien werden jetzt eine Frau und ein Baby aus Deutschland vermisst. Bei starkem Regen in der Nacht auf Dienstag (24. September) lief der Wildbach Sterza in der Toskana über und traf das Grundstück der Touristenfamilie im Ferienort Montecatini bei Pisa.

Frau und Baby aus Deutschland in Italien-Hochwasser vermisst – Feuerwehr sucht mit Tauchern

Der Rest der Familie hatte sich laut Feuerwehr auf das Dach des Hauses retten können. Die Großmutter und ein fünf Monate altes Baby schafften es nicht. Wie die Zeitung La Nazione berichtet, habe der Großvater noch versucht, Frau und Kind irgendwie festzuhalten. Doch sie entglitten ihm ins Hochwasser.

Jetzt sind Feuerwehrmannschaften mit Hunden und Tauchern im Einsatz, bestätigt die italienische Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur.

Hochwasser in Italien: Starkregen überflutete Toskana und weitere Regionen

Im Norden von Italien war es seit Donnerstag (19. September) zu schweren Unwettern mit starkem Regen gekommen. Neben der Toskana wurden vor allem die Regionen Emilia-Romagna und Marken besonders schwer getroffen, auch hier wurden Menschen vermisst. Die Landesregierung hatte hier den Notstand ausgerufen, 24 Millionen Soforthilfe aktiviert und rund 2500 Menschen evakuiert.

Über das Wochenende (21./22. September) hatte sich die Wetter-Lage in Italien etwas beruhigt, doch die Schäden sind enorm. „So etwas wurde in unserer Gegend noch nie registriert“, sagte der Bürgermeister von Castagneto (Toskana). Laut La Nazione waren über 221 mm Regen pro Quadratmeter gefallen, 76 mm innerhalb von nur 30 Minuten.

Vermisstensuche im Hochwasser von Italien

In der Toskana laufen jetzt die Aufräumarbeiten, die Schadenszählung und die Suche nach der vermissten Frau und dem vermissten Kleinkind aus Deutschland. (moe)

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