VonAnna Kirschnerschließen
Ist es eine Leber? Ein Pilz? Stammt es vom Menschen oder Tier? Der Fund einer Spaziergängerin lässt viele Fragen offen. In den sozialen Medien suchen User nach Antworten.
Freiburg – An Dr. Mark Benecke wenden sich viele Menschen, die Ungewöhnliches und Makaberes finden. Sei es eine mumifizierte Katze („Wie kann ich feststellen, ob meine Katzenmumie weiblich oder männlich ist?“) oder halb aufgefressene Fischkadaver am Strand („Kann uns jemand sagen, ob das Schweinswale sind?“). Die Facebook-Community des berühmten forensischen Biologen rät dann gerne mit und oft gibt sie auch fundierte Einschätzungen ab, was die Leute da so finden.
In einem der jüngeren Fälle aber ist das gar nicht so einfach. Thomas S. hat offenbar per Mail Fotos an die Fanseite von Benecke geschickt. Am Karfreitag habe seine Schwester direkt am Rand eines Waldwegs einen seltsamen Fund gemacht. „Ich halte es für eine Leber. Was mich stutzig macht, ist der Fundort, und dass das Ganze so sauber ausgelöst war“, wird er im Facebook-Post wiedergegeben. Die Fotos zeigen ein großes Stück bräunlich-graues Gewebe und den Fundort.
Polizei untersucht seltsamen Fleisch-Fund in Freiburg
Seine Schwester habe auch die Polizei informiert, weil ihnen der Fund so seltsam vorkommt. Mit den Fotos treffen die beiden offenbar einen Nerv bei den Benecke-Fans. Hunderte Kommentare haben sich unter dem Post angesammelt. Die meisten wollen bis zur Aufklärung dranbleiben. „Ich finde, es sieht aus wie ein Pilz. Ich bin auf die Auflösung gespannt“, schreibt eine Facebook-Nutzerin.
Eine Auflösung gibt es trotz zahlreicher Ideen aber noch nicht. Der Mailschreiber Thomas berichtet zunächst, die Polizei und das Forstamt würden den Wald „durchkämmen“.
Auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA berichtet die Polizei Freiburg, dass ein entsprechender Anruf bei ihnen einging. Eine Streife habe sich darum gekümmert. Ob es sich bei den Fleischstücken um eine Leber handelt, könne sie noch nicht abschließend sagen, auch weil bereits Tiere daran gefressen hätten. „Es besteht jedoch Grund zur Annahme, dass es sich um Innereien bzw. Organe eines Wildtieres handelt (eventuell Reh), welches dort im Bereich verendete oder erlegt wurde“, berichtet die Polizei weiter. Das örtlich zuständige Veterinäramt untersuche die Fleischstücke nun.
Mutmaßliche Leber in Freiburg gefunden – gehörte sie wirklich einem Tier?
Einige Kommentatoren lassen sich trotzdem darauf ein, Tipps zur Auflösung des Rätsels abzugeben. „Als Pathologe möchte ich allen recht geben und denke, es handelt sich um eine Leber“, schreibt ein Nutzer. Dessen Expertise lässt sich freilich auf Facebook nicht so einfach verifizieren. Eine andere Kommentatorin vermutet, dass vielleicht ein Hundehalter Barf-Reste zurückgelassen hat. Auch andere denken, dass die illegale Entsorgung von Schlachtabfällen dahintersteckt.
Es entbrennt sogar eine Diskussion darum, ob ein Jäger das Stück Fleisch auf einem Luderplatz hinterließ, womit andere Tiere angelockt werden sollen. Würde ein Jäger dafür Leber nutzen oder sie als Delikatesse auf jeden Fall mitnehmen? Hat er sich beim Ausnehmen verschnitten? Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis das Fleisch untersucht und ein Ergebnis zu erwarten ist. (anki)
Auch am Strand werfen Entdeckungen immer wieder Rästel auf. Eine Spaziergängerin teilte zuletzt ein Foto von einem bizarren Ostsee-Fund. In NRW ermittelte die Polizei nach einem Grusel-Fund auf einer Baustelle – Arbeiter fanden dort 15 Skelette unter einem Haus.
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