VonRichard Stroblschließen
Die Preise steigen. Für einen Urlaub in Italien müssen Touristen in diesem Jahr offenbar deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Rom – Die Urlaubssaison hat für einige schon begonnen – für viele steht der Sommerurlaub aber noch bevor. Italien-Liebhabern droht im Jahr 2023 allerdings eine böse Überraschung. Denn nach dem Trip ans Mittelmeer, könnte das Bankkonto leerer sein, als erhofft.
Schon im Juni hatten italienische Verbraucherverbände vorgerechnet, dass es einen deutlichen Preisanstieg geben würde. Von bis zu 20 Prozent war die Rede. Besonders teuer wurden demnach die Strand-Liegen: Bis zu 42 Prozent mehr müsse man in diesem Sommer bezahlen. Statt sechs Euro zahlt man demnach nun also knapp 8,50 Euro, rechnet die Repubblica vor. Der Sonnenschirm-Preis steigt zusätzlich um 16 Prozent.
Teurer Italien-Urlaub: Flug-Preise rufen sogar Ministerium auf den Plan
Doch auch die Anreise ist ein großer Kostenfaktor. Auf die stark gestiegenen Flugpreise wurde jetzt sogar die Preisüberwachungsbehörde Italiens darauf aufmerksam. In Person des Leiters Benedetto Mineo, in Italien auch unter dem Titel „Mister Price“ bekannt. Er forderte laut rainews.it nun von den wichtigsten Fluggesellschaften „genaue Erklärungen zur Preisdynamik und insbesondere zu bestimmten Strecken, auf denen ungewöhnliche Schwankungen aufgetreten sind“. Innerhalb von zehn Tagen sollen die Fluggesellschaften antworten, teilte das Ministerium für Wirtschaft demnach mit.
Dabei geht es „Mister Price“ vornehmlich um Verbindungen innerhalb Italiens. Kontrolliert wurden demnach einige Strecken, die Rom und Mailand mit Venedig, Palermo, Catania und Cagliari verbinden. Hier habe es demnach teils einen Anstieg der Preise um bis zu 40 Prozent gegeben.
Italien zu teuer für Familien-Urlaub? Experten-Rechnung zeigt Preissteigerungen
Wie teuer jedoch ein Italien-Urlaub insgesamt wird, zeigt nun eine Berechnung des nationalen Verbraucherverbands Federconsumatori.
Ein Land neu entdecken: So haben Sie Italien noch nicht gesehen




In dieser Berechnung gehen die Experten von einer Familienreise aus, an der zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 18 teilnehmen. Die Gesamtkosten für einen Urlaub am Meer belaufen sich demnach in diesem Jahr für einen siebentägigen Urlaub auf bis zu 5.781 Euro. Eine Steigerung von 19 Prozent im Vergleich zu der Berechnung vom vergangenen Jahr (2022: 4.849 Euro; 2021: 4151 Euro). Eine Reise für sieben Tage in die Berge kostet immerhin noch 4.482 Euro. Ein Preisanstieg von knapp neun Prozent verglichen zu 2022 (2022: 4128 Euro). Im Vergleich Meer gegen Berge können Wanderfreunde so aber immerhin 22 Prozent sparen.
Für die Berechnung zogen die Experten etliche Werte ein und bezogen sich auf die Preise zur Hochsaison Ende Juli bis Anfang August. Einige Beispielwerte für eine Reise ans Meer:
- Anreise (Benzin, Autobahngebühr, Verpflegung auf der Fahrt): 197 Euro (+1%)
- Unterkunft (7 Nächte, zwei Doppelzimmer): 3.534 Euro (+28%)
- Strandaufenthalt (2 Liegen, 1 Sonnenschirm, Verpflegung): 519 Euro (+1%)
- Ausflüge (1 Halbtagestour, 1 Tag auf einem Boot): 538 Euro (+9%)
- Sport und Unterhaltung: 512 Euro (+21%)
- Restaurants (1 Abendessen): 245 (+3%)
- Rückfahrt: 197 Euro (+1%)
Im Unterschied zur Reise ans Meer sparen Berg-Urlauber demnach vor allem bei der Unterkunft: Hier werden in den Bergen „nur“ 2950 Euro berechnet. Dies bedeutet aber ebenfalls noch ein Plus von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Neben allgemein gestiegenen Preisen drohen im Urlaub aber auch fiese Kostenfallen.
