Virenlast im Abwasser

Abwassermonitoring zeigt: Corona-Zahlen steigen wieder – Arzt gibt Einschätzung in der ARD

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Im Abwasser konnte eine erhöhte SARS-CoV-2-Viruslast nachgewiesen werden – Tendenz steigend. Laut einem Arzt gibt es aber keinen Grund zur Panik.

München – Der nächste Urlaub steht vor der Tür, doch dann fängt die Nase an zu laufen – eine Situation, die diesen Sommer viele kennen dürften. Laut aktuellem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) sind derzeit rund 4,1 Millionen Menschen in Deutschland von einer akuten Atemwegserkrankung betroffen. Demnach liege die Zahl der Infektionen auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Wenig Grund zur Hoffnung macht das Ergebnis des Abwassermonitoring.

Aktuell sind wieder vermehrt Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Symbolbild)

Nach Informationen des Infektionsradars des Bundesgesundheitsministeriums ist die SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser in den vergangenen vier Wochen gestiegen. Die Daten des RKI bestätigen das: Während die Corona-Zahlen seit zwei Monaten auf „niedrigem Niveau“ ansteigen, erhöht sich die Virenlast im Abwasser seit Mitte Mai fortlaufend.

Nach Abwassermonitoring: Arzt äußert sich zu Corona-Zahlen – „wie eine nervige Sommergrippe“

Das Corona-Virus ist laut Abwassermonitoring also weiterhin da. Das weiß auch der Berliner Hausarzt Peter Karsten. Gegenüber dem Sender ARD erzählt er, dass derzeit mehr Patienten mit Atemwegsbeschwerden in seiner Praxis seien, darunter etwa 20 Prozent Corona-positiv. Für ihn ist das allerdings kein Grund zur Beunruhigung. „Covid ist jetzt aktuell so wie eine nervige Sommergrippe, mit Erscheinungen von Husten, von ein bisschen Fieber“, so der Hausarzt.

Wie funktioniert das Abwassermonitoring?

Die entnommenen Proben werden in spezialisierten Laboren auf physikalische, chemische und biologische Parameter untersucht. Daraufhin werden die Ergebnisse dokumentiert und an die zuständigen Behörden gemeldet, um die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte zu überprüfen. Bei Überschreitungen müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität ergriffen werden, um die menschliche Gesundheit und Umwelt zu schützen.

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

Er fährt fort: „Aber die Gefährlichkeit, die diese Krankheit ja in den ersten ein, zwei Jahren hatte, die ist zum Glück fast vollständig verschwunden.“ Damit soll er fürs erste Recht behalten. Die Viruslast im Abwasser war zuletzt Ende 2023 auf einem Rekordhoch. Obwohl das Abwassermonitoring höhere Werte als zu Pandemiezeiten zeigte, blieb die große Corona-Welle über den Winter aus. Durch die neue Corona-Variante KP.3 könnte sich die Situation allerdings wieder verändern.

Abwassermonitoring zeigt: Corona-Zahlen steigen – nur eine harmlose Sommergrippe, oder nicht?

Doch warum fühlen sich die Menschen diesen Sommer tendenziell länger krank? „Das ist sicherlich damit bedingt, dass wenn viele Erreger parallel unterwegs sind, dass man sich durchaus nicht eine Infektion, sondern mehrere Infektionen nacheinander einholen kann“, erklärt Virologe Martin Stürmer gegenüber dem Sender. Wenn das der Fall sei, brauche man eben länger, um wieder fit zu werden. Egal ob Corona oder nicht: Auskurieren ist wichtig und sollte nicht unterschätzt werden.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder. Das zeigt unter anderem das Abwassermonitoring, für das regelmäßig die Virenlast im Abwasser gemessen wird.

Was viele vergessen: Diverse frei verkäufliche Arzneimittel lindern nur Erkältungs- und Grippesymptome, anstatt das Virus zu bekämpfen. Tatsächlich gibt es nur eine Arzneistoffgruppe, die das Problem an der Wurzel bekämpft. (cln)

Rubriklistenbild: © Philip Dulian/dpa

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