Unwetter fegt über Deutschland: Starkregen und Gewitter sorgen für Herbststimmung mitten im Juli
VonDominik Jung
schließen
Ein Tief über der Nordsee bringt Wetterturbulenzen – mit Sturm, Starkregen und Gewitter. Eine Region steht im Fokus. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Der Sommer macht im Norden Deutschlands eine abrupte Pause. Verantwortlich dafür ist ein Tiefdruckgebiet über der Nordsee, das ab der Nacht zum Mittwoch (30. Juli) mit kräftigen Windfeldern und feucht-labiler Luftmasse auf Norddeutschland übergreift. Besonders an der Nordseeküste sind stürmische Böen wahrscheinlich, teils mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 km/h. Damit ist nicht nur der Badeurlaub in Gefahr – auch im Binnenland drohen Schäden.
Bäume stehen in voller Belaubung, was sie anfälliger für Windbruch macht. Spaziergänge im Wald oder das Parken unter Bäumen sind daher riskant. Im Grenzbereich zu Dänemark kann es zudem in der Nacht bereits erste markante Gewitter geben. Diese bringen lokal Starkregen und kurzzeitig auch schwere Sturmböen. Auch wenn das Sturmzentrum über der See verbleibt, werden die Ausläufer bis weit ins Binnenland spürbar sein. Die Temperaturen erreichen dabei kaum noch sommerliche Werte, der Wind lässt das Wetter deutlich kühler erscheinen.
Mittwoch mit Gewittergefahr im Norden – Unwetter lokal möglich
Am Mittwoch (30. Juli) erreicht das Sturmfeld seinen Höhepunkt. Besonders in Schleswig-Holstein, aber auch entlang der Elbe bis nach Hamburg, muss mit wiederholten Schauern und teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Lokal ist Starkregen mit Mengen von 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter möglich, vereinzelt auch darüber. In Verbindung mit stürmischen Böen zwischen 65 und 85 km/h können Äste abbrechen oder Bäume umstürzen.
Die Deutsche Bucht steht dabei erneut im Zentrum der Wetteraktivität, hier sind wiederholt starke Windböen aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen zu erwarten. Die Wetterlage bleibt dabei für einige Stunden hochdynamisch. Zwischenzeitlich kann es auch kurze Auflockerungen geben, doch die Entspannung ist trügerisch. Die feuchte Luftmasse bleibt wetteraktiv, sodass immer wieder neue Gewitterzellen entstehen können. Auch am Abend ist das Unwetterrisiko nicht ganz gebannt.
Küstenregionen besonders von Unwetter betroffen – Warnungen im Blick behalten
Die Bevölkerung im Norden sollte in den kommenden 24 bis 36 Stunden aufmerksam bleiben. Vor allem Urlauber an Nord- und Ostsee sollten sich auf ungemütliche Bedingungen einstellen. Wassersport sollte bei derartigen Wetterlagen vollständig unterlassen werden. In Küstenregionen wie Sylt, Föhr oder St. Peter-Ording sind Sturmflutwarnungen derzeit zwar nicht aktiv, dennoch kann es zu gefährlichem Wellengang und Überspülungen kommen.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Für den Straßenverkehr bedeutet das Wetter vor allem ein erhöhtes Risiko durch herabfallende Äste, Aquaplaning und schlechte Sichtverhältnisse. Auch Bahnreisende müssen regional mit Verspätungen rechnen. Die Wetterdienste raten dazu, Warnmeldungen genau zu verfolgen und geplante Outdoor-Aktivitäten, insbesondere in Wäldern oder an Gewässern, zu verschieben. Der Hochsommer bleibt im Norden weiter in Wartestellung – und der Herbst klopft schon jetzt an.