VonJulian Mayrschließen
In Mexiko erleidet eine Frau tödliche Bisswunden infolge eines Haiangriffs. Bevor der Hai ihr ein Bein abbiss, brachte sie noch ihr Kind in Sicherheit.
Manzanillo/Mexiko – Menschen gehören nicht zum Beuteschema von Haien. Dennoch kommt es in Meeresgewässern immer wieder zu Angriffen durch die Raubfische, wenn auch äußerst selten. Erst Ende November wurde eine deutsche Touristin nach einem Haiangriff auf den Bahamas für vermisst erklärt. Anfang Dezember fiel nun eine 26-jährige Frau in Mexiko einer Hai-Attacke zum Opfer. Ihr fünfjähriges Kind konnte die junge Mutter vor den Bissen des Hais noch retten, ehe sie selbst folgenschwer verletzt wurde.
Mutter bringt ihr Kind vor Hai in Sicherheit und wird selbst gebissen – sie stirbt
Der tödliche Zwischenfall ereignete sich am Strand in Melaque, westlich der Hafenstadt Manzanillo. Eine Meeresbiologin soll mit ihrem Kind zu einer auf dem Wasser treibenden Plattform geschwommen sein. Rund 20 Meter vom Ufer entfernt sei sie von einem Hai ins Bein gebissen worden, zitiert CBS lokale Behörden. Zur Attacke sei es gekommen, als das Opfer ihr fünfjähriges Kind auf die Plattform zu hieven versuchte. AP sprach unter Berufung auf den Leiter des Zivilschutzbüros von einer geretteten Tochter. Spanischsprachigen Medien zufolge handelt es sich um einen Jungen.
Wie die örtliche Zivilschutzbehörde auf Facebook bekannt gab, sei dem Opfer ein Bein abgetrennt worden. Bei Eintreffen der Rettungskräfte habe die Frau keine Lebenszeichen mehr gezeigt – sie verstarb an massivem Blutverlust. Ihr Kind sei hingegen nicht verletzt worden. In sozialen Medien wie TikTok kursierten in Folge Videos, die zeigen sollen, wie die zuvor attackiert Mutter aus dem Wasser gezogen werde. Der Zivilschutz warnt jedoch vor der Verbreitung kursierender Falschmeldungen, die bereits von AFP widerlegt wurden.
Zivilschutz warnt weiterhin vor Gefahr durch Hai – Angriffe aber relativ selten
Als Folge des fatalen Haiangriffs wurden die Strände von Melaque, Cuastecomate und des bekannten Badeortes Barra de Navidad als Vorsichtsmaßnahme geschlossen. Auch Tage nach dem tödlichen Vorfall sollen verschiedenfarbige Flaggen an den Stränden des Gebietes Badegäste vor möglicherweise drohender Gefahr durch Haie warnen, informierten Zivilschutz und Feuerwehr von Cihuatlán.
Haiangriffe bleiben aber eine Rarität, vor allem jene mit Todesfolge. Die International Shark Attack File (ISAF), eine weltweite Datenbank zu Hai-Angriffen, spricht etwa von 70 bis 100 dokumentierten Zwischenfällen. Nur eine Handvoll sei tödlich, wie etwa ein Hai-Angriff in Australien Ende Oktober. Die meisten Angriffe auf Menschen würden von Weißen Haien, Tigerhaien und Bullenhaien ausgehen. (jm)
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