Bereits Tonnen geborgen

Tote Fische fluten Italien-See: Badegäste fliehen – Toskana-Bürgermeister fordert Ausnahmezustand

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Katastrophale Entwicklung an der Lagune von Orbetello in Italien. Tonnenweise tote Fische treiben im See, für Badegäste besteht Gesundheitsgefahr.

Orbetello – Fauliges, braunes Wasser im Natur-Idyll. Tonnen toter Fische treiben in der Lagune von Orbetello, eigentlich einer ungerührtesten und malerischsten Seen von Italien. Seit kurzem ist er allerdings Ort eines makaberen Schauspiels. Wassertiere sterben wegen großer Hitze, ein furchtbarer Gestank breitet sich aus. Urlauber fliehen und Fischer sind in großer Sorge.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Italien-See voll mit toten Fischen: Kadaver treiben an beliebte Strände – Bürgermeister fordert Ausnahmezustand

Es sind dramatische Folgen des Klimawandels und der wütenden Hitzewelle über Südeuropa. Im aufgeheizten Wasser fehlt Sauerstoff, die Fische ersticken buchstäblich. Die Gemeinde Orbetello sammelt seit Tagen Kadaver aus der Lagune, am Samstag (27. Juli) waren es laut Gemeinde bereits über 10.000 Kilogramm. Der Wind treibt die toten Fische entlang Orbetello, sie landen schließlich großteils an den Stränden von Feniglia und Tagliata Etrusca.

Bürgermeister Andrea Casamenti schlägt Alarm. „Ich habe den Präsidenten der Region Toskana aufgefordert, den Ausnahmezustand auszurufen und damit alle Mittel zur Eindämmung der Krise zu aktivieren“, schreibt er am Samstagabend (28. Juli) auf Facebook. „Unsere Aufmerksamkeit liegt komplett auf der Schadenzählung und der Rettung der Touristensaison. Ein Ziel, das wir mit aller Kraft verfolgen.“

Toskana-Präsident erwägt Katastrophenzustand – Fischsterben gefährdet Badegäste und Tourismus in Italien

Über die Nachrichtenagentur Ansa antwortet Gouverneur Eugenio Giani umgehend. „Ich erwäge ernsthaft, die formelle Erklärung des regionalen Katastrophenzustands für die Lagune von Orbetello, zumindest für den eventuellen Gesundheitsschutzeingriff bei der Sammlung und Entsorgung des Fischbestands.“ Bei einer Ratssitzung am Montag (29. Juli) soll der Beschluss fallen.

Die Überhitzung tritt Jahr für Jahr in der Lagune auf, so schlimm wie 2024 war es aber noch nie. Bereits am 2. Juli hatte der Umweltverband zum Schutz von Ansedonia (Ada) eine Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft von Grosetto und den zuständigen Regionalbehörden eingereicht. Die Organisation fordert eine nachhaltige Ermittlung der Ursachen für die Verschmutzung, die „den Meereslebensraum schädigt und das Baden und die Gesundheit der Badegäste sowie den Tourismus gefährdet.“

Die Lagune von Orbetello ist überhitzt: Tonnen toter Fische treiben an die Strände des malerischen Sees im an der Westküste von Italien.

Studie soll Maßnahmen für Lagune von Orbetello in Italien erforschen

Konkret dreht sich die Sorge der Ada um „die hohen Konzentrationen von Escherichia coli und intestinalen Enterokokken, die die direkt an der Mündung des Tagliata-Kanals festgestellt wurden und das Gebiet zum Baden ungeeignet machen“, erklärt die Gemeinde Orbetello in einer Verordnung.

Regionalpräsident Giani kündigt an, bei Umweltminister Pichetto Fratin vorzusprechen, „um starke nationale Aufmerksamkeit auf die Lagune von Orbetello zu lenken.“ Eine Studie soll Maßnahmen erforschen, die dem Phänomen des Fischsterbens im See entgegenwirken. Im Raum steht die Schaffung von Kanälen, die die Wasserzirkulation begünstigen. Damit die Lagune von Orbetello künftig nicht mehr von toten Fischen überschwemmt wird. Interessant könnten die Ergebnisse auch für andere Regionen sein, so kämpft beispielsweise der Gardasee ebenfalls mit den Folgen des Klimawandels. (moe)

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago/Screenshot/X

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