VonAnna Kirschnerschließen
Lokaljournalismus ist demokratische Grundversorgung im Alltag: Ein eigener Tag setzt ein Zeichen für Wertschätzung, Qualität und Zukunft.
Wieso kam heute Morgen mein Bus nicht? Was ist gestern am Kiosk an der Ecke passiert, als so viel Blaulicht zu sehen war? Wieso ist gerade die nächste Firma am Ort insolvent gegangen? Und wann kommt endlich die versprochene Ganztagsbetreuung für mein Kind? Solche Fragen beschäftigen Menschen in Deutschland und Europa jeden Tag.
Doch in der diversifizierten Medienwelt finden sich nicht überall seriöse, gut recherchierte Antworten darauf. Die Wahrheit droht zwischen KI-Fakes, der Creator Economy und den Plattform-Interessen aufgerieben zu werden. Wenn Empörung, Clickbait und Unwahrheiten Nutzer länger auf einem Medium halten als Tatsachen, wieso dann noch Mühe geben? Aber wie sollen wir bei strittigen Themen noch zusammenfinden, wenn wir nicht einmal auf der gleichen Faktenbasis sprechen?
Tag des Lokaljournalismus am 5. Mai 2026 feiert die Grundlage der Demokratie
Deshalb ist Lokaljournalismus so wichtig: Er recherchiert die relevanten Fakten und ordnet sie mit Hintergrundinformationen ein. Er begleitet politische Prozesse kritisch, sorgt für Zusammenhalt und macht Demokratie möglich.
Viele gute Gründe, den Lokaljournalismus zu feiern – und genau das tun Ippen.Media und die Initiative DRIVE mit 30 regionalen Zeitungsverlagen, koordiniert von dpa und Highberg/Schickle. Der Tag des Lokaljournalismus findet am 5. Mai 2026 bereits zum zweiten Mal statt und steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Deutschen Unesco-Kommission. Markus Knall, Chefredakteur von Ippen.Media: „Wir wollen mit den Qualitäten überraschen und überzeugen, die den Lokaljournalismus im Kern ausmachen: die Nähe zu den Menschen vor Ort, die Fähigkeit ihnen zuzuhören und ihnen eine Stimme zu geben“.
Ein weiterer Grund zur Freude ist, dass nun auch Redaktionen außerhalb des Ippen.Media-Netzwerkes mitmachen – sogar in Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Mehr als 100 Medienmarken und Organisationen feiern am 5. Mai 2026 den Tag des Lokaljournalismus zusammen mit mehr als 80 Medienmarken im Ippen-Netzwerk. Meinolf Ellers, Senior Advisor DRIVE: „Journalismus wird gerade zwischen Plattformen und der Creator Economy aufgerieben. Es besteht die Gefahr, dass gerade Lokaljournalismus für die jüngeren Zielgruppen unsichtbar wird – in einer Zeit, in der wir unsere Gesellschaft dringend zusammenhalten müssen.“
Unsere Partner beim Tag des Lokaljournalismus
Der Tag des Lokaljournalismus wird sowohl vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) als auch dem Verlegerverband Schweizer Medien und dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) unterstützt. Aus Luxemburg nimmt das deutschsprachige „Luxemburger Wort“ (Mediengruppe Mediahuis) teil. Weitere Partner sind die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) mit Ihrem Lokaljournalisten-Programm, die Initiative Tageszeitung (itz) und die Initiative18 der Werbe- und Medienwirtschaft.
Die beiden internationalen Verbände INMA und WANIFRA sind ebenfalls Partner des Tags des Lokaljournalismus und befürworten die Idee hinter dem Aktionstag. Das weist in die Zukunft: Im Jahr 2027 soll der Tag des Lokaljournalismus noch internationaler werden.
Die Unesco-Nationalkommissionen sind die nationalen Koordinierungs- und Verbindungsstellen für alle Unesco-Angelegenheiten in den jeweiligen Mitgliedsstaaten der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation.
Dazu passend steht der Tag des Lokaljournalismus 2026 unter dem Motto „Raus aus den Redaktionen, rein ins Leben“. In Pop-Up-Redaktionen, bei Redaktionsbesuchen und mit innovativen Formaten zeigen Redakteure und Reporter: Wir sind vor Ort, wir hören zu und wir stehen gerade für das, was wir schreiben. News-Camps, Redaktionsbesuche und Social-Media-Aktionen sollen insbesondere die jüngsten Zielgruppen ansprechen.
Viele Veranstaltungen zum Tag des Lokaljournalismus: Auftakt beim Bundespräsidenten
Ein besonderes Highlight zum Auftakt des Tags des Lokaljournalismus: Am 21. April empfängt Bundespräsident Frank Walter Steinmeier eine Gruppe von jungen Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten zu einem Hintergrundgespräch im Schloss Bellevue.
Weiter geht es mit dem Besuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) in Salzwedel am 30. April. Salzwedel ist die am weitesten von allen Autobahnanschlüssen entfernte Stadt Deutschlands. Aber der Kanzler weiß: Auch dort wird gelebt, entschieden und berichtet. Merz stellt sich in einer Townhall den Fragen von Leserinnen und Lesern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ist ebenfalls dabei. Fünf Verlage aus der Region kooperieren dafür und sind mit ihren Redaktionen vertreten.
Dass sich sowohl der Bundespräsident als auch der Kanzler Zeit für den Lokaljournalismus nehmen, unterstreicht seine Bedeutung für die Demokratie. Der Tag des Lokaljournalismus will auch allen anderen Menschen im deutschsprachigen Raum dafür sensibilisieren.
Weitere Informationen gibt es auch unter www.tag-des-lokaljournalismus.de.
