Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Hurrikan „Melissa“ steuert auf Urlaubsinseln zu: Ganze Landstriche drohen zu versinken

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Hurrikan „Melissa“ entwickelt sich zu einem beispiellosen Sturm. Urlaubsinseln in der Karibik stehen vor einer Katastrophe. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Hurrikan „Melissa“ gilt schon jetzt als einer der gefährlichsten Tropenstürme der vergangenen Jahrzehnte. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde zieht das System über das Karibische Meer und nimmt direkten Kurs auf Jamaika.

Hurrikan Melissa trifft am Dienstagmorgen (MEZ) mit voller Wucht auf Jamaika. Die Spitzenböen dürften bei über 200 km/h liegen. Dazu kommen meterhohe Wellen.

Meteorologen sprechen von einem „Monstersturm“, der die Region in den kommenden Stunden mit voller Wucht treffen wird. Besonders alarmierend ist die langsame Zuggeschwindigkeit: Mit kaum sieben Kilometern pro Stunde schiebt sich das Auge des Sturms nur träge vorwärts – ein Szenario, das stundenlangen Regen und extreme Überflutungen erwarten lässt.

Unwetter auf Urlaubsinseln drohen: Enorme Regenmengen und zerstörerische Wellen

Nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA sind bis zu 1000 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Ganze Landstriche könnten binnen weniger Stunden im Wasser versinken. Dazu türmen sich an den Küsten meterhohe Wellen auf, die bereits erste Straßen überflutet haben. Besonders betroffen sind die südlichen Regionen Jamaikas, wo der Sturm auf eine der dichtesten Besiedlungen der Insel trifft. Auch die Nachbarinseln Haiti, Kuba und die Cayman Islands sind in höchster Alarmbereitschaft. Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich in sichere Unterkünfte zu begeben und die Warnungen unbedingt ernst zu nehmen.

Das Gefährliche an „Melissa“ ist nicht allein die Stärke, sondern die Beharrlichkeit. Während andere Wirbelstürme rasch weiterziehen, scheint dieser sich kaum von der Stelle zu bewegen. Dadurch peitschen orkanartige Böen stundenlang über dieselben Regionen hinweg, reißen Bäume und Strommasten um und zerstören Häuserdächer. Rettungskräfte berichten bereits von ersten Notrufen, doch viele Straßen sind unpassierbar. Die Kombination aus heftigem Wind, sintflutartigem Regen und einem nahezu stationären Sturmzentrum könnte sich als tödlich erweisen.

Rekord-Hurrikan „Melissa“ fegt mit fast 300 km/h über Karibik-Insel – Die Bilder des verheerenden Tropensturms

Hurrikan Melissa Tropensturm der Kategorie 5.
Auch auf Satellitenbildern vom 27. Oktober ist der Hurrikan „Melissa“ deutlich zu sehen.  © NOAA/Imago
Meteorologe Dominik Jung warnt vor einem „Hurrikan der Superlative“ und betont die besondere Gefahr der geringen Zuggeschwindigkeit: „Die extremen Windfelder werden über viele Stunden nahezu stationär über denselben Regionen liegen – ein Szenario, das wir Meteorologen als maximale Verwüstung einstufen.“
Meteorologe Dominik Jung warnt vor einem „Hurrikan der Superlative“ und betont die besondere Gefahr der geringen Zuggeschwindigkeit: „Die extremen Windfelder werden über viele Stunden nahezu stationär über denselben Regionen liegen – ein Szenario, das wir Meteorologen als maximale Verwüstung einstufen.“ © METEORED/www.daswetter.com
Hurrikan Melissa am 27. Oktober, um 12 Uhr (UTC) Mittags, südöstlich von Jamaika. Das Auge ist gut zu erkennen.
Hurrikan Melissa am 27. Oktober, um 12 Uhr (UTC) Mittags, südöstlich von Jamaika. Das Auge ist gut zu erkennen.  © afp
Landfall des Hurrikans „Melissa“ in Jamaika.
Im Hafen von Kingston war der Wellengang schon in den Stunden vor dem Landfall des Hurrikans enorm.  © AFP
Jamaika rüstet sich für Hurrikan Melissa. Die Vorbereitungen gegen die Flutwellen laufen auf Hochtouren.
Jamaika rüstet sich für Hurrikan Melissa. Die Vorbereitungen gegen die Flutwellen laufen auf Hochtouren. © afp
Der Staudamm soll die Sturmwellen abhalten, die durch Hurrikan Melissa entstehen könnten. Die Straße führt zum internationalen Airport in Kingston.
Der Staudamm soll die Sturmwellen abhalten, die durch Hurrikan Melissa entstehen könnten. Die Straße führt zum internationalen Airport in Kingston. © afp
Inneres von Melissa Hurrikan Tropensturm.
Spektakuläre Bilder aus dem Inneren des Tropensturms.  © U.S. AIR FORCE/Imago
Aussicht Auge Hurrikan Melissa Tropensturm.
Ein Flugzeug der US Air Force im Auge des Hurrikans „Melissa“.  © U.S. AIR FORCE/Imago
Hurrikan Melissa zieht auf Jamaika zu.
Menschen kaufen Lebensmittel vor der voraussichtlichen Ankunft des Hurrikans Melissa. In der Hauptstadt Kingston sind die Supermarkt-Regale teilweise leergefegt.  © Matias Delacroix/AP/dpa
Tropensturm Melissa - Dominikanische Republik
In der Dominikanischen Republik sorgte „Melissa“ schon für starken Regen. © Ricardo Hernandez/AP/dpa
Hurrikan „Melissa“ zieht auf Jamaika zu
Die Menschen auf der Karibikinsel bereiten sich auf zerstörerische Winde und Überschwemmungen vor. © Matias Delacroix/AP/dpa
In Kingston biegt sich eine Palme im Wind. Die ersten Ausläufer des Hurrikan Melissa sind in Jamaika bereits sichtbar.
In Kingston biegt sich eine Palme im Wind. Die ersten Ausläufer des Hurrikan Melissa sind in Jamaika bereits sichtbar. © afp
Hurrikan Melissa erreicht vor Jamaika stärkste Stufe.
Ein Fischer vertäut Boote in Vorbereitung auf die erwartete Ankunft des Hurrikans Melissa in Old Harbour. © Matias Delacroix/AP/dpa
Hurrikan Melissa erreicht vor Jamaika stärkste Stufe.
Ein Mann watet durch eine überflutete Straße vor der vorausgesagten Ankunft des Hurrikans Melissa in Old Harbour. © Matias Delacroix/AP/dpa
Auch Kuba bereitet sich auf Melissa vor.
Auch Kuba bereitet sich auf Melissa vor. © afp
In Kuba werden Bäume, die ansonsten größere Schäden anrichten könnten, vor Eintreffen des Hurrikans gestutzt.
In Kuba werden Bäume, die ansonsten größere Schäden anrichten könnten, vor Eintreffen des Hurrikans gestutzt. © afp
Tropensturm Melissa - Dominikanische Republik
Überschwemmungen auf der Dominikanischen Republik. Hier urlauben auch stehts viele Deutsche. Das US-Hurrikanzentrum warnt vor gefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. © Ricardo Hernandez/AP/dpa
Jamaika wappnet sich für den wahrscheinlich schwersten Hurrikan, der den Karibikstaat je direkt getroffen hat.
Jamaika wappnet sich für den wahrscheinlich schwersten Hurrikan, der den Karibikstaat je direkt getroffen hat. © Matias Delacroix/dpa
Ein Mann geht spazieren, während sich der Hurrikan „Melissa“ nähert.
Ein Mann geht spazieren, während sich der Hurrikan „Melissa" nähert. © Matias Delacroix/dpa
Tropensturm Melissa - Dominikanische Republik
„Melissa“ hinterließ auf der Dominikanischen Republik bereits sichtbare Spuren. Jetzt zieht der Wirbelsturm auf Jamaika zu. © Ricardo Hernandez/AP/dpa
Hurrikan „Melissa“ nähert sich Jamaika. Wellen sind bereits meterhoch.
Hurrikan „Melissa“ nähert sich Jamaika. Wellen sind bereits meterhoch. © Matias Delacroix/dpa
Landfall von Hurrikan Melissa in Jamaika
Der Moment gegen 18 Uhr (MEZ), als Hurrikan Melissa auf Jamaika trifft.  © IMAGO/NOAA
In der Dominikanischen Republik versuchen Helfer von Fluten eingeschlossene Menschen mit Lebensmittel zu versorgen.
In der Dominikanischen Republik versuchen Helfer von Fluten eingeschlossene Menschen mit Lebensmittel zu versorgen. © afp
Der Hurrikan hat inzwischen Windgeschwindigkeiten von 280 Kilometern pro Stunde erreicht.
Der Hurrikan hat inzwischen Windgeschwindigkeiten von 280 Kilometern pro Stunde erreicht. © Screenshot/X
Blick auf eine durch den Hurrikan „Melissa“ beschädigte Tankstelle
Hurrikan „Melissa“ hinterlässt auf Jamaika eine Spur der Zerstörung: Eine Tankstelle in Montego Bay wurde erheblich beschädigt. © dpa/Jamaica Observer via Xinhua
Der Wirbelsturm sorgte für Überschwemmungen auf Jamaika.
Der Wirbelsturm sorgte für Überschwemmungen auf Jamaika. © Matias Delacroix/dpa
Meterhohe Wellen erfassten die Küste von Jamaika. Hurrikan „Melissa“ hat nach Jamaika nun Kuba getroffen. Später zieht der Wirbelsturm in Richtung der Bahamas.
Meterhohe Wellen erfassten die Küste von Jamaika. Hurrikan „Melissa“ hat nach Jamaika nun Kuba getroffen. Später zieht der Wirbelsturm in Richtung der Bahamas. © Jamaica Observer/imago
Ein Soldat hilft einer Frau bei der Evakuierung vor der Ankunft des Hurrikans „Melissa“ in Kuba.
Ein Soldat hilft einer Frau bei der Evakuierung vor der Ankunft des Hurrikans „Melissa“ in Kuba. © Ramon Espinosa/dpa

„Melissa“ wird Spuren hinterlassen, die weit über die Karibik hinaus zu spüren sein werden. Satellitenbilder zeigen eine Struktur, wie sie sonst nur bei den stärksten Hurrikans der Geschichte zu sehen ist. Die kommenden Tage werden zeigen, wie groß die Zerstörung wirklich ist – doch schon jetzt spricht vieles dafür, dass der Sturm zu einem der verheerendsten Naturereignisse unserer Zeit werden könnte.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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