VonRobin Dittrichschließen
Aufgrund andauernder Trockenheit geht das Wasser im Lago Maggiore immer weiter zurück. Ans Tageslicht kommt deshalb eine Leiche – die Polizei ermittelt.
München/Tessin – Im italienischen Lago Maggiore wurden bereits im April 2023 sterbliche Überreste an einer ausgetrockneten Stelle entdeckt. Wie die Polizei jetzt mitteilte, handelt es sich dabei um einen seit 19 Jahren vermissten Schweizer.
Leiche im Lago Maggiore – es handelt sich um lange vermissten Schweizer
Die sterblichen Überreste im Lago Maggiore wurden am 14. April 2023 von einem Wanderer gefunden. In der Gegend von Bolle di Magadino fanden kurz vor dem Fund Forstarbeiten statt. Der Lago Maggiore liegt in diesem Teil im Schweizer Kanton Tessin – normalerweise ist er komplett mit Wasser gefüllt. Die anhaltende Trockenheit führte dazu, dass die sterblichen Überreste an die Oberfläche gelangten. Nach Informationen der Polizei handelte es sich um Knochen sowie Kleidungsstücke.
Die Kantonspolizei Tessin nahm in der Folge Ermittlungen auf. Zunächst wurden mithilfe von Forensikern Nachforschungen angestellt, bei denen weitere Knochen und Gegenstände der gefundenen Person sichergestellt wurden. Mit einer DNA-Analyse konnte die Identität des Mannes jetzt festgestellt werden. Wie die Tessiner Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Tessin in einer Mitteilung angaben, handelt es sich „nach technischen, wissenschaftlichen und medizinisch-rechtlichen Untersuchungen“ um einen am 11. Dezember 2004 in Tenero verschwundenen Schweizer.
Leiche in Lago Maggiore entdeckt: Kann die Todesursache des Schweizers noch festgestellt werden?
Wie die Staatsanwaltschaft sowie die Kantonspolizei in ihrer Erklärung angaben, konnte die Todesursache bisher nicht geklärt werden. „Dieser Fall unterstreicht, wie wichtig es ist, zum Zeitpunkt des Verschwindens so viele Informationen wie möglich zu sammeln, indem ein sogenanntes Ante-mortem-Dossier erstellt wird. Das kann dann vielleicht viele Jahre später mit dem verglichen werden, was in einem Post-mortem-Dossier gefunden und dokumentiert wird“, schreibt die Polizei weiter.
„Ante mortem“ ist lateinisch und steht für „vor dem Tod“, „Post mortem“ bedeutet „nach dem Tod“. Der vor knapp 19 Jahren verschwundene Schweizer aus der Region Locarno wurde 42 Jahre alt. Es ist nicht der einzige Leichenfund im Lago Maggiore. Erst im Mai 2023 verunglückte ein Boot mit Urlaubern, bei dem vier Menschen ums Leben kamen – das Touristenboot soll komplett überfüllt gewesen sein.
Rubriklistenbild: © Alessandro Crinari/dpa

