Vierte Impfung nur für Risikogruppen

„Nicht nötig“: Virologe Streeck will sich nicht erneut gegen Corona impfen lassen

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Der Virologe Hendrik Streeck will sich nicht ein viertes Mal gegen Corona impfen lassen, obwohl es mittlerweile an Omikron angepasste Impfstoffe gibt.

Berlin - Der Herbst kommt und die Sorge vor einer neuen Corona-Welle steigt. Eine weitere Impfung könnte für einige die Lösung sein, um sich besser zu schützen. Erst am Montag hatte die Europäische Kommission einen weiteren Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer zugelassen, der an die Omikron-Unterlinien BA.4 und BA.5 angepasst ist. Empfohlen werde die Impfung für Menschen ab 12 Jahren als Auffrischung, das teilte die EU-Arzneimittelbehörde EMA mit.

Omikron-Impfstoff zugelassen: Virologe Streeck will sich nicht nochmal gegen Corona impfen lassen

Ein neuer Impfstoff, der an die Variante BA.1 angepasst ist, hatte auch kürzlich die Zulassung bekommen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet mit einem schnellen Start der Corona-Impfungen mit dem neuen Präparat. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck will sich jedoch kurzfristig nicht zum vierten Mal gegen Corona impfen lassen. „Ich werde mich diesen Herbst nicht wieder gegen Corona impfen lassen, weil ich inzwischen dreimal geimpft wurde und im Sommer einmal infiziert war“, sagte Streeck der Bild. Damit seien seine Immunantworten „stark genug“. Die Infektion wirke wie ein „zusätzlicher Booster“.

Streeck lässt sich nicht nochmal gegen Corona impfen: Vierte Impfung nur für Risikogruppen empfohlen

Der Virologe betonte: „Eine vierte Impfung wäre für mich aber auch nicht nötig, hätte ich keine Infektion gehabt, auch wenn die Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder stark ansteigen sollten.“ Er begründete seine persönliche Entscheidung auch mit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission: „Die drei Impfungen schützen bei gesunden Menschen unter 60 Jahren hervorragend gegen einen schweren Verlauf.“ Eine vierte Impfung werde nur für Risikogruppen und Menschen ab 60 Jahren von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Streeck arbeitet auch im Corona-Expertenrat der Bundesregierung mit. Er hatte schon Anfang September vor zu hohen Erwartungen an neue, angepasste Omikron-Impfstoffe gewarnt. „Man muss ganz deutlich sagen: Die Verwendung des angepassten Impfstoffs ist nicht bei allen Menschen nötig“, hatte Streeck in einem dpa-Interview gesagt.

Derweil veröffentlicht die Stiko eine neue Empfehlung im Hinblick auf den Booster der Corona-Impfung - und stellt klar, welche Personen sich nicht mehr impfen lassen sollten. (md mit dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt via www.imago-images.de

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