Entwicklung in Deutschland

„Außergewöhnliches Wetterphänomen“ bestimmt Februar-Wetter – und ist „in dieser Intensität selten“

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Der Februar 2025 könnte als einer der trockensten Monate in die Geschichtsbücher eingehen. Ein Meteorologe erklärt, warum das fatale Folgen haben könnte.

Frankfurt – „Das ist ein außergewöhnliches Wetterphänomen. Wir erleben eine nahezu unerschütterliche Hochdrucklage, die Regen und Schnee komplett blockiert“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Seit Wochen liegen immer wieder massive Hochs über Mitteleuropa, die jegliche Tiefdruckgebiete abwehren, so der Experte. Die Folgen seien demnach: kaum Niederschlag, stattdessen trockene Luft und in besonders in den Hochlagen ungewöhnlich viele Sonnenstunden.

So trocken und schneearm wie seit Jahren nicht mehr. Der Februar scheint auch in den kommenden Tagen weder viel Schnee noch Regen bringen zu wollen.

Während Winterfans auf Schnee hoffen, bleiben die Mittelgebirge nahezu schneefrei. Laut Prognosen werde sich diese Wetterlage mindestens bis Mitte Februar halten. Sollte sich das Hoch weiter festsetzen, könnte der Februar als einer der trockensten Monate der letzten Jahrzehnte enden, erklärt der Meteorologe. Die Wettermodelle schwanken allerdings allgemein.

Hochdruck-Wetter in Deutschland: Warum kommt kein Regen?

Das Phänomen ist Jung zufolge einfach erklärt: Hochdruckgebiete sorgen für absinkende Luftmassen, die Wolkenbildung verhindern. Normalerweise würden sich Hochs nach einigen Tagen auflösen oder sie würden von Tiefdruckgebieten verdrängt. Doch in diesem Jahr scheine sich das Muster festgefahren zu haben, so der Experte.

Die Westwetterlage, die sonst für den typischen Regen in Deutschland sorge, bleibe aus. „Dadurch stauen sich Tiefs über dem Atlantik, während Deutschland unter einem stabilen Hochdruckdom sitzt. Dieser blockierende Hochdruckeffekt ist nicht neu, doch in dieser Intensität selten. Laut Langfristprognosen gibt es wenig Hoffnung auf eine baldige Wetteränderung“, fügt er an.

Die Folgen der Wetterlage: Trockene Böden, kaum Schnee, drohende Dürre?

Schon jetzt seien die Auswirkungen dramatisch. Der Winter 2024/25 ist laut Jung einer der schneeärmsten seit Jahrzehnten. In den Mittelgebirgen liegt kaum eine Schneedecke, Wintersportorte kämpfen ums Überleben. Doch nicht nur der fehlende Schnee ist ein Problem – auch die Böden beginnen auszutrocknen.

Romantik, traumhafte Ausblicke und beeindruckende Wolkenformationen: Die Wetter-Fotos aus Hessen

Sonnenaufgang über dem Nebel: Blick über den mit Raureif bedeckten Wald am Roßkopf. In der Ferne könnte man den Vogelsberg sehen, doch die tiefhängenden Wolken versperren die Sicht.
Sonnenaufgang über dem Nebel: Blick über den mit Raureif bedeckten Wald am Roßkopf. In der Ferne könnte man den Vogelsberg sehen, doch die tiefhängenden Wolken versperren die Sicht. © Jan Eifert/Imago
Sonnenaufgang hinter der Frankfurter Skyline: Der Blick aus Kronberg auf die Bankenmetropole ist etwas für Romantiker.
Sonnenaufgang hinter der Frankfurter Skyline: Der Blick aus Kronberg auf die Bankenmetropole ist etwas für Romantiker. © Florian Gaul/Imago
Ein Fahrgastschiff liegt am Ufer im Edersee. Trotz nasskaltem Wetter läuft der Betrieb.
Ein Fahrgastschiff liegt am Ufer im Edersee. Trotz nasskaltem Wetter läuft der Betrieb. © Swen Pförtner/dpa
Der Winter pausiert: Stattdessen fegt eine frische Brise über das Ufer am Edersee.
Der Winter pausiert: Stattdessen fegt eine frische Brise über das Ufer am Edersee.  © Swen Pförtner/dpa
Am Sonntag ist es in Hessen flächendeckend grau: Wolken ziehen am Nachmittag bei stürmischem Wetter über den Taunus.
Am Sonntag ist es in Hessen flächendeckend grau: Wolken ziehen am Nachmittag bei stürmischem Wetter über den Taunus. © Jan Eifert/Imago
Eine Spaziergängerin und die Wolken spiegeln sich in einer großen Pfütze in den Feldern bei Wehrheim.
Eine Spaziergängerin und die Wolken spiegeln sich in einer großen Pfütze in den Feldern bei Wehrheim. © Jan Eifert/Imago
Ein Leserfoto zeigt den Blick auf die Schartenburg bei Zierenberg im Kreis Kassel. Am Sonntagnachmittag braut sich dort eine beeindruckende Wolkendecke zusammen.
Ein Leserfoto zeigt den Blick auf die Schartenburg bei Zierenberg im Kreis Kassel. Am Sonntagnachmittag braut sich dort eine beeindruckende Wolkendecke zusammen. © Tanja Dörrich
Zwischen blauer Himmel und dunklen Wolken: Dieses Leserfoto aus Zierenberg ist ein kleiner Beweis, dass das Wetter sich aktuell nicht so richtig entscheiden kann, in welche Richtung es gehen soll.
Zwischen blauer Himmel und dunklen Wolken: Dieses Leserfoto aus Zierenberg ist ein kleiner Beweis, dass das Wetter sich aktuell nicht so richtig entscheiden kann, in welche Richtung es gehen soll. © Tanja Dörrich
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„Raureif verzauberte unsere Bäume und Blumen. Wunderschön anzusehen“, schreibt ein Leser über sein Motiv der umhüllten Hagebutte. © pv
Traumhafter Ausblick auf das Gleiberger Land im Kreis Gießen.
Traumhafter Ausblick auf das Gleiberger Land im Kreis Gießen, den eine Leserin mit uns teilt. © Irmtraut Gottschald
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Die Burg Gleiberg im Gießener Land schaut aus der Wolkendecke heraus. Ein Leser hat während einer Inversionswetterlage den richtigen Moment erwischt. © pv
Den Blick auf die Fulda vom Radweg R1 bei Guntershausen genießt ein Leser während eines Ausflugs.
Den Blick auf die Fulda vom Radweg R1 bei Guntershausen genießt ein Leser während eines Ausflugs. © Thomas Löbel
Der Sonne entgegen: Ein Paar spaziert bei Sonnenuntergang einen Feldweg bei Frankfurt am Main entlang.
Der Sonne entgegen: Ein Paar spaziert bei Sonnenuntergang einen Feldweg bei Frankfurt am Main entlang. © Florian Gaul/Imago
Sonnenuntergang über dem Nebel: Der Blick vom Gipfel des Altkönigs im Taunus.
Sonnenuntergang über dem Nebel: Der Blick vom Gipfel des Altkönigs im Taunus. © Jan Eifert/Imago

„Sollte der Februar weiter so niederschlagsarm bleiben, droht ein völlig ausgedörrter Start in den Frühling. Pflanzen und Landwirte könnten unter Wassermangel leiden, und eine frühe Waldbrandgefahr wäre nicht auszuschließen. Sollte sich das Hoch auch in den März ziehen, könnte das langfristig gravierende Folgen für die Vegetation haben“, so Jung. Die große Frage bleibe: Wann kippt die Wetterlage? Ein unsichtbares Höhentief-Phänomen könnte jedenfalls für Schnee sorgen.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA/ CFS-Klimamodell

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