Papstwahl

Internationale Presse zum Konklave: Favoriten auf die Papst-Nachfolge – neue Namen darunter

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Am Mittwoch startet die Papstwahl. Es bleibt ungewiss, wer das katholische Kirchenoberhaupt wird. Einige Kardinäle werden schon als Favoriten betrachtet.

Vatikanstadt – Das Konklave beginnt am 7. Mai. Die Spekulationen, wer die Nachfolge von Papst Franziskus wird, sind in vollem Gange – und das nicht erst seit seinem Tod. Inzwischen kursieren viele Namen, die in der Papstwahl wichtig werden könnten. Viele überschneiden sich in der internationalen Berichterstattung. Es gibt aber auch Unterscheide.

Der verstorbene Pontifex hat selbst 80 Prozent der Kardinäle ernannt. Für die meisten von ihnen ist es das erste Konklave. Zum ersten Mal in der Geschichte werden weniger als die Hälfte Europäer sein. Dadurch könnten bisherige Muster aufgebrochen werden.

Die Favoriten im Überblick:

  • Pietro Parolin
  • Luis Antonio Tagle
  • Péter Erdő
  • Fridolin Ambongo Besungu
  • Peter Turkson
  • Pierbattista Pizzaballa
  • Matteo Maria Zuppi
  • Jean-Marc Aveline
  • Mario Grech
  • Charles Maung Bo
  • Gérald Cyprien Lacroix
  • Anders Arborelius

Internationale Presse zum Konklave: Die Top-Favoriten für die Papst-Nachfolge

International fällt der Name Pietro Parolin besonders häufig. Der Kardinalstaatssekretär gehörte zu den engsten Vertrauten des verstorbenen Papstes. Einige vertreten die Ansicht, dass ihm Diplomatie und ein globaler Blick wichtiger seien als die strikte Einhaltung katholischer Lehrsätze, so BBC. Während Kritiker dies als Schwäche auslegen, betrachten Unterstützer es als besondere Stärke. Durch sein bisheriges Amt ist der 70-jährige Italiener bekannt – gilt als durchsetzungsstark, aber nicht charismatisch.

Gleichzeitig äußert er sich jedoch skeptisch gegenüber der weltweiten Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Eine historische Abstimmung in Irland im Jahr 2015, bei der sich die Bevölkerung dafür aussprach, bezeichnete er als „eine Niederlage für die Menschheit“.

Einer der Favoriten für das Papstamt ist Pietro Parolin – ein enger Vertrauter von Papst Franziskus.

Konklave-Favoriten: Luis Antonio Tagle als „Asiatischer Franziskus“ bekannt

In Luis Antonio Tagle könnten die Kardinäle eher einen geeigneten Kandidaten sehen. Der 67-Jährige, ehemals Erzbischof von Manila, war zuletzt in einer einflussreichen Vatikanbehörde tätig, die sich vor allem mit den Belangen des Globalen Südens befasst. Kardinäle aus diesen Regionen stellen nahezu die Hälfte der Stimmen im Konklave. Er ist aufgrund seines großen Engagements für die Armen und der Aufnahme von LGBTQ-Personen sowie geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken als „Asiatischer Franziskus“ bekannt, so CBS News. Jedoch macht ein belastendes Video von Tagle jetzt die Runde, was seine Chancen schmälern könnte. Ein Experte nennt es eine „Katastrophe“.

Papstwahl nach Tod von Papst Franziskus: Konservativer Ungar unter den Favoriten

Auch Péter Erdő wird ins Spiel gebracht. Der ungarische Kardinal „wird in konservativen Blogs regelmäßig als jemand bezeichnet, der sich von Franziskus abwenden würde“, so Monsignore Kevin Irwin, Forschungsprofessor an der Katholischen Universität von Amerika, gegenüber NBC News. Er sei ein entscheidender Spieler für die konservativen Kardinäle – und unterscheide sich deutlich von Papst Franziskus.

Treffen im Vatikan: Kardinäle aus Afrika als konservative Vorschläge

Im Gespräch ist auch Fridolin Ambongo Besungu. Der in der Demokratischen Republik Kongo geborene Kardinal ist der einzige afrikanische Kardinal im Kardinalsrat, so today.it. Als Franziskus im Dezember 2023 Segnungen für Homosexuelle ermöglichte, unterzeichnete er einen Brief, in dem er seinen Widerstand gegen die Erklärung des Vatikans zum Ausdruck brachte. Mit 65 Jahren könnte er aber „zu jung“ für das Amt sein.

Spekulationen umfassen auch Peter Turkson. Er war viele Jahre Kurienkardinal und zunächst Erzbischof in seinem Heimatland Ghana, bevor er 2009 die Leitung der vatikanischen Behörde für Gerechtigkeit und Frieden übernahm. Sollten beim bevorstehenden Konklave sozialethische Themen im Mittelpunkt stehen, könnte der 76-Jährige durchaus in den Fokus rücken. In theologischen Fragen gilt er als eher konservativ.

Voraussichtlich 133 Kardinäle wählen den neuen Papst.

Wahl von katholischem Kirchenoberhaupt: Insgesamt drei Italiener unter den Papst-Favoriten

Zwei weitere Italiener werden ebenso für das Papstamt gehandelt. Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch von Jerusalem, dürfte jedoch eher als Außenseiter gelten. Der 60-jährige konservative Franziskaner bringt aber wertvolle Krisenerfahrung mit, da er als leitender Bischof der Katholiken im Heiligen Land tätig ist. Er zeigt eine internationale Ausrichtung: kürzlich sprach er sich für die Palästinenser im Gazastreifen aus, aber unterhält dennoch gute Beziehungen zu den israelischen Behörden, so today.it.

Der Erzbischof von Bologna, Matteo Maria Zuppi, ist 69 Jahre alt. Als progressiver Geistlicher hat er sich einen Ruf als Friedensstifter erworben. Papst Franziskus beauftragte Zuppi mit der Suche nach Wegen zum Frieden in der Ukraine. Dazu gehöre auch die Erleichterung der Rückkehr ukrainischer Kinder aus Russland sowie der Austausch von Gefangenen und Opfern. Auch in anderen Konflikten hatte Zuppi sich für Frieden eingesetzt, so die Vatikan-Analystin Deborah Lubov gegenüber NBC News betonte. Etwa 1992 in Mosambik.

Spekulationen um Papstamt: Jean-Marc Aveline und Mario Grech unter Favoriten

Auch der Name Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille, fällt. Er könnte mit seinen 66 Jahren zwar als zu jung gesehen werden. Besonderes Ansehen bekommt er allerdings durch seine Nähe zu den Menschen und weil er zu den engen Vertrauten des verstorbenen Papstes zählte. Eine Wahl Avelines könnte als Zeichen für die Weiterführung des Kurses von Franziskus verstanden werden.

Selbes gilt für Mario Grech. Wenn die Kardinäle auf der Suche nach einem Kandidaten sind, der eines der wichtigsten Ziele von Papst Franziskus – nämlich den einfachen Katholiken mehr Macht zu geben – voranbringt, könnten sie sich für Kardinal Grech aus Malta entscheiden, schreibt etwa BBC.

Drei eher unbekanntere Favoriten der Papstwahl (von links nach rechts): Der Schwede Anders Arborelius, der Kanadier Gérald Cyprien Lacroix und Charles Maung Bo aus Myanmar.

Wer wird der Nachfolger von Papst Franziskus?: Erster Kardinal von Myanmar soll unter Favoriten sein

BBC und NBC News nennen auch Charles Maung Bo. Als weiterer asiatischer Kardinal mit hervorragenden Voraussetzungen für das Papstamt, wuchs in einer großen Familie auf, in einem Land, in dem nur 1,3 Prozent der Bevölkerung Katholiken sind. Er leitete zwei Amtszeiten lang die Bischöfe Asiens und galt als Vertrauter von Franziskus, der ihn zum ersten Kardinal Myanmars ernannte und 2017 als erster Papst das Land besuchte.

Einen weiteren Namen bringt CBS News ins Spiel: Gérald Cyprien Lacroix. Der Erzbischof von Québec, in Kanada, ist 67 Jahre alt. Zu Beginn seiner Karriere war er jahrelang als Missionar und Seminarprofessor in Kolumbien tätig. Wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, die er zurückwies, legte er seine Ämter vorübergehend nieder. Nachdem eine kirchliche Untersuchung Jahr 2024 keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten fand, kehrte er in seine Funktionen zurück.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Nach Papst Franziskus Tod muss ein neuer Papst gewählt werden. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor. © Alessandra Tarantino/picture alliance/dpa
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt. © picture alliance/dpa/Vatican Media
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Für die Trauerfeier werden Hunderttausende Besucher erwartet. © Michael Kappeler/dpa
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus?
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus? © Giuseppe Giglia/Attila Kovacs/picture alliance/MTI/dpa/ABACAPRESS/Imago
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge. © MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus?
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus? © imago stock&people
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua.
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua. © Angelo Carconi/picture alliance/dpa
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren.
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren. © Luca Zennaro/picture alliance/dpa
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna.
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna. © Stefano Spaziani/picture alliance/dpa
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine.
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. © Italy Photo Press/Imago
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung.
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung. © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus könnte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus dürfte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.  © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung. © Mark R. Cristino/picture alliance/dpa
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge.
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge. © Ettore Ferrari/picture alliance/dpa
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo.
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo. © L'osservatore Romano
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht. © Gemunu Amarasinghe/picture alliance/dpa
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan.
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan. © Paulo Cunha/picture alliance/dpa
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein, könnte demnach den Heiligen Stuhl als vakant erklären, sollte Franziskus länger krank bleiben. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch den Konklave leiten.
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch das Konklave leiten. © Evandro Inetti/picture alliance/dpa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.  © Nasser Nasser/picture alliance/dpa
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden.
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden. © Ilia Yefimovich/picture alliance/dpa
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest.
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest. © Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II.
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II. © Attila Kovacs/picture alliance/dpa
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht.
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht. © Maurizio Brambatti/picture alliance/dpa
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.  © Thomas Frey/picture alliance/dpa
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm.
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm. © Osservatore Romano
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus.
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus. © Marius Becker/picture alliance/dpa
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon.
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon. © L‘Osservatore Romano/picture alliance/dpa
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben.
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben. © Jay Rommel Labra/picture alliance/dpa
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille.
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille. © Denis Thaust / SOPA Images/Imago
Aveline gilt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht.
Aveline galt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht. © Coust Laurent/ABACA/Imago
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. © Vandeville Eric/ABACA/Imago
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.  © Vandeville Eric/ABACA/Imago

Auch Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, wird von today.it genannt. Als erster schwedischer Kardinal konvertierte er zum Katholizismus – in einem skandinavischen Land mit überwiegend protestantischer Bevölkerung. Der 75-Jährige ist ein überzeugter Verfechter der Kirchenlehre und lehnt insbesondere die Zulassung von Frauen als Diakoninnen oder die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ab. Wie Franziskus ist Arborelius für die Aufnahme von Migranten in Europa.

Papstwahl: Unklar, ob ein Favorit der neue Papst wird

Die Papstwahl beginnt am Mittwoch (7. Mai) – eine Gruppe von 133 wahlberechtigten Kardinälen entscheiden über den nächsten Pontifex. Wer es am Ende wird, ist noch unklar. Schließlich gibt es das Sprichwort: Wer als Papst in das Konklave einzieht, kommt als einfacher Kardinal wieder raus. (hk)

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