Internationale Presse zum Konklave: Favoriten auf die Papst-Nachfolge – neue Namen darunter
VonHelmi Krappitz
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Am Mittwoch startet die Papstwahl. Es bleibt ungewiss, wer das katholische Kirchenoberhaupt wird. Einige Kardinäle werden schon als Favoriten betrachtet.
Vatikanstadt – Das Konklave beginnt am 7. Mai. Die Spekulationen, wer die Nachfolge von Papst Franziskus wird, sind in vollem Gange – und das nicht erst seit seinem Tod. Inzwischen kursieren viele Namen, die in der Papstwahl wichtig werden könnten. Viele überschneiden sich in der internationalen Berichterstattung. Es gibt aber auch Unterscheide.
Der verstorbene Pontifex hat selbst 80 Prozent der Kardinäle ernannt. Für die meisten von ihnen ist es das erste Konklave. Zum ersten Mal in der Geschichte werden weniger als die Hälfte Europäer sein. Dadurch könnten bisherige Muster aufgebrochen werden.
Die Favoriten im Überblick:
Pietro Parolin
Luis Antonio Tagle
Péter Erdő
Fridolin Ambongo Besungu
Peter Turkson
Pierbattista Pizzaballa
Matteo Maria Zuppi
Jean-Marc Aveline
Mario Grech
Charles Maung Bo
Gérald Cyprien Lacroix
Anders Arborelius
Internationale Presse zum Konklave: Die Top-Favoriten für die Papst-Nachfolge
International fällt der Name Pietro Parolin besonders häufig. Der Kardinalstaatssekretär gehörte zu den engsten Vertrauten des verstorbenen Papstes. Einige vertreten die Ansicht, dass ihm Diplomatie und ein globaler Blick wichtiger seien als die strikte Einhaltung katholischer Lehrsätze, so BBC. Während Kritiker dies als Schwäche auslegen, betrachten Unterstützer es als besondere Stärke. Durch sein bisheriges Amt ist der 70-jährige Italiener bekannt – gilt als durchsetzungsstark, aber nicht charismatisch.
Gleichzeitig äußert er sich jedoch skeptisch gegenüber der weltweiten Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Eine historische Abstimmung in Irland im Jahr 2015, bei der sich die Bevölkerung dafür aussprach, bezeichnete er als „eine Niederlage für die Menschheit“.
Konklave-Favoriten: Luis Antonio Tagle als „Asiatischer Franziskus“ bekannt
In Luis Antonio Tagle könnten die Kardinäle eher einen geeigneten Kandidaten sehen. Der 67-Jährige, ehemals Erzbischof von Manila, war zuletzt in einer einflussreichen Vatikanbehörde tätig, die sich vor allem mit den Belangen des Globalen Südens befasst. Kardinäle aus diesen Regionen stellen nahezu die Hälfte der Stimmen im Konklave. Er ist aufgrund seines großen Engagements für die Armen und der Aufnahme von LGBTQ-Personen sowie geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken als „Asiatischer Franziskus“ bekannt, so CBS News. Jedoch macht ein belastendes Video von Tagle jetzt die Runde, was seine Chancen schmälern könnte. Ein Experte nennt es eine „Katastrophe“.
Papstwahl nach Tod von Papst Franziskus: Konservativer Ungar unter den Favoriten
Auch Péter Erdő wird ins Spiel gebracht. Der ungarische Kardinal „wird in konservativen Blogs regelmäßig als jemand bezeichnet, der sich von Franziskus abwenden würde“, so Monsignore Kevin Irwin, Forschungsprofessor an der Katholischen Universität von Amerika, gegenüber NBC News. Er sei ein entscheidender Spieler für die konservativen Kardinäle – und unterscheide sich deutlich von Papst Franziskus.
Treffen im Vatikan: Kardinäle aus Afrika als konservative Vorschläge
Im Gespräch ist auch Fridolin Ambongo Besungu. Der in der Demokratischen Republik Kongo geborene Kardinal ist der einzige afrikanische Kardinal im Kardinalsrat, so today.it. Als Franziskus im Dezember 2023 Segnungen für Homosexuelle ermöglichte, unterzeichnete er einen Brief, in dem er seinen Widerstand gegen die Erklärung des Vatikans zum Ausdruck brachte. Mit 65 Jahren könnte er aber „zu jung“ für das Amt sein.
Spekulationen umfassen auch Peter Turkson. Er war viele Jahre Kurienkardinal und zunächst Erzbischof in seinem Heimatland Ghana, bevor er 2009 die Leitung der vatikanischen Behörde für Gerechtigkeit und Frieden übernahm. Sollten beim bevorstehenden Konklave sozialethische Themen im Mittelpunkt stehen, könnte der 76-Jährige durchaus in den Fokus rücken. In theologischen Fragen gilt er als eher konservativ.
Wahl von katholischem Kirchenoberhaupt: Insgesamt drei Italiener unter den Papst-Favoriten
Zwei weitere Italiener werden ebenso für das Papstamt gehandelt. Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch von Jerusalem, dürfte jedoch eher als Außenseiter gelten. Der 60-jährige konservative Franziskaner bringt aber wertvolle Krisenerfahrung mit, da er als leitender Bischof der Katholiken im Heiligen Land tätig ist. Er zeigt eine internationale Ausrichtung: kürzlich sprach er sich für die Palästinenser im Gazastreifen aus, aber unterhält dennoch gute Beziehungen zu den israelischen Behörden, so today.it.
Der Erzbischof von Bologna, Matteo Maria Zuppi, ist 69 Jahre alt. Als progressiver Geistlicher hat er sich einen Ruf als Friedensstifter erworben. Papst Franziskus beauftragte Zuppi mit der Suche nach Wegen zum Frieden in der Ukraine. Dazu gehöre auch die Erleichterung der Rückkehr ukrainischer Kinder aus Russland sowie der Austausch von Gefangenen und Opfern. Auch in anderen Konflikten hatte Zuppi sich für Frieden eingesetzt, so die Vatikan-Analystin Deborah Lubov gegenüber NBC News betonte. Etwa 1992 in Mosambik.
Spekulationen um Papstamt: Jean-Marc Aveline und Mario Grech unter Favoriten
Auch der Name Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille, fällt. Er könnte mit seinen 66 Jahren zwar als zu jung gesehen werden. Besonderes Ansehen bekommt er allerdings durch seine Nähe zu den Menschen und weil er zu den engen Vertrauten des verstorbenen Papstes zählte. Eine Wahl Avelines könnte als Zeichen für die Weiterführung des Kurses von Franziskus verstanden werden.
Selbes gilt für Mario Grech. Wenn die Kardinäle auf der Suche nach einem Kandidaten sind, der eines der wichtigsten Ziele von Papst Franziskus – nämlich den einfachen Katholiken mehr Macht zu geben – voranbringt, könnten sie sich für Kardinal Grech aus Malta entscheiden, schreibt etwa BBC.
Drei eher unbekanntere Favoriten der Papstwahl (von links nach rechts): Der Schwede Anders Arborelius, der Kanadier Gérald Cyprien Lacroix und Charles Maung Bo aus Myanmar.
Wer wird der Nachfolger von Papst Franziskus?: Erster Kardinal von Myanmar soll unter Favoriten sein
BBC und NBC News nennen auch Charles Maung Bo. Als weiterer asiatischer Kardinal mit hervorragenden Voraussetzungen für das Papstamt, wuchs in einer großen Familie auf, in einem Land, in dem nur 1,3 Prozent der Bevölkerung Katholiken sind. Er leitete zwei Amtszeiten lang die Bischöfe Asiens und galt als Vertrauter von Franziskus, der ihn zum ersten Kardinal Myanmars ernannte und 2017 als erster Papst das Land besuchte.
Einen weiteren Namen bringt CBS News ins Spiel: Gérald Cyprien Lacroix. Der Erzbischof von Québec, in Kanada, ist 67 Jahre alt. Zu Beginn seiner Karriere war er jahrelang als Missionar und Seminarprofessor in Kolumbien tätig. Wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, die er zurückwies, legte er seine Ämter vorübergehend nieder. Nachdem eine kirchliche Untersuchung Jahr 2024 keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten fand, kehrte er in seine Funktionen zurück.
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Auch Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, wird von today.it genannt. Als erster schwedischer Kardinal konvertierte er zum Katholizismus – in einem skandinavischen Land mit überwiegend protestantischer Bevölkerung. Der 75-Jährige ist ein überzeugter Verfechter der Kirchenlehre und lehnt insbesondere die Zulassung von Frauen als Diakoninnen oder die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ab. Wie Franziskus ist Arborelius für die Aufnahme von Migranten in Europa.
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