Kaum Schnee, zu wenig Regen

Dramatische Dürre in Italien: Situation verschärft sich – alarmierende Ausmaße

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Italien droht erneut eine Dürre. Kaum Schnee und zu wenig Regen. Der Winter war bisher viel zu trocken. Jetzt schlagen Umweltschützer Alarm.

Rom – Nach dem heißen Sommer 2022 leidet Italien unter einem zu trockenen Winter. Besonders im Norden Italiens nimmt die Trockenheit nach Einschätzung von Umweltschützern alarmierende Ausmaße an. Die Flüsse und Seen leiden. In den italienischen Alpen sei in den vergangenen Monaten 53 Prozent weniger Schnee gefallen als im langjährigen Durchschnitt, teilte die Umweltorganisation Legambiente mit.

Dürre-Alarm in Italien: Umweltschützer fordern nationale Wasserstrategie

Im Becken des Po, des größten Flusses des Landes, seien die Niederschläge sogar um 61 Prozent gesunken. Betroffen seien auch der Norden und das Zentrum des Apennins – eines Gebirgszugs, der große Teile Italiens durchzieht. Es sei im Wintermonat Februar im Übrigen auch wärmer als im Durchschnitt.

Der Appell an die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni: „Wir brauchen eine nationale Wasserstrategie“. Konkret schlagen die Umweltschützer verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserkonsums und zur besseren Verwertung des Regenwassers vor.

Italien: Gardasee von Rekord-Dürre bedroht

Die Folgen der Dürre waren schon im November am Gardasee sichtbar. Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten am Lieblingssee der Deutschen verschärft. Der Wasserpegel liegt im Februar weiter auf einem historischen Tiefstand. Um das Wasservolumen des Gardasees zu schützen, wurden erste Sparmaßnahmen beschlossen. Der Abfluss in den Minicio wurde gedrosselt.

Extreme Dürre am Gardasee: Bei Sirmione ist die berühmte Insel Isola di San Biagio zu Fuß erreichbar.

Dürre im Winter: Italien hofft auf Regen und Schnee

In Italien hält sich derzeit eine außergewöhnliche Hochdrucklage. In Venedig herrscht Schlamm statt Romantik. Gondeln liegen im Schlick auf dem Trockenen. Die Lagunenstadt leidet an „Aqua Bassa“ (Niedrigwasser). Ab Mitte der Woche soll sich das Wetter jedoch ändern. Darauf hofft auch die für den Fluss Po zuständige Behörde „Autorità di Bacino Distrettuale del Fiume Po“. Die Wetteraussichten verschlechtern sich und mit Niederschlägen sei zu rechnen. In den Alpen, vor allem im Westen, werden demnach „erhebliche Schneemengen“ erwartet. (ml)

Rubriklistenbild: © Dominik Bartl

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