VonRichard Stroblschließen
Wieder hat in Italien die Erde gebebt. Diesmal traf es die Region Marken. Doch auch am Vesuv wurden Erschütterungen gemessen.
Ancona – Am frühen Abend hat ein Erdbeben in Italien für Schrecksekunden gesorgt. Zwar erreichte es nur eine Stärke von knapp 4.0 auf der Richterskala, war aber in einem großen Bereich spürbar.
Das Epizentrum des Erdbebens lag laut dem „Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia“ (INGV) um 17.17 Uhr südlich von Montalparo in der Region Marken. Nach Angaben der italienischen Zeitung La Stampa war das Beben allerdings in den gesamten Marken zu spüren – insbesondere in den Provinzen Ancona, Fermo, Macerata und Ascoli Piceno. Dass das Beben in einem so großen Bereich spürbar war, liegt offenbar daran, dass das Epizentrum in 22 Kilometern Tiefe lag.
Experte erklärt „typischen Mechanismus“ für Erdbeben in Italien
„Diese Kombination aus Stärke und Tiefe führte dazu, dass das Erdbeben in einem weiten Gebiet der Marken, von Pesaro bis Ascoli und auch in Umbrien, zu spüren war“, erklärt Carlo Meletti, Seismologe des INGV gegenüber der Zeitung. Verantwortlich für das Beben sei eine „Kompressionsstörung“, meint er weiter. Dies sei ein „typischer Mechanismus“ bei Erdbeben in der Region: Während sich die Apenninachse entspanne, verkürze sich die Tektonik in Richtung Adria.
Evento sismico Ml 4.0, Mw 3.9, in provincia di Fermo, 14 novembre 2023 https://t.co/JwWXqERjpj
— INGVterremoti (@INGVterremoti) November 14, 2023
Dementsprechend typisch sei es auch gewesen, dass dem Beben keine leichteren Vorbeben vorausgegangen waren. Bei den meisten Erdbeben in Italien sei dies der Fall, so der Experte. Auch nennenswerte Nachbeben habe es nicht gegeben.
Erdbeben in Italien „deutlich spürbar“
„Obwohl das Erdbeben deutlich zu spüren war, gab es keine Probleme. Die Büros sind geöffnet und die Kontrollen verlaufen derzeit negativ“, erklärte Paolo Calcinaro, Bürgermeister von Fermo gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Allerdings hätten sich viele verängstigte Bürger via Telefon bei der Feuerwehr gemeldet. Über Schäden ist dem Bericht nach bislang nichts bekannt.
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Italien wird regelmäßig von Erdbeben getroffen. Besonders häufig trifft es dabei die Region um die Gebirgskette Apennin. Hintergrund ist, dass der Apennin durch eine Kollision der Afrikanischen Platte mit der Eurasischen Platte entstanden ist. Immer noch schiebt sich die Afrikanische Platte unter die Eurasische Platte. Darüber hinaus drückt sich aus dem Osten auch noch die kleine adriatische Platte dazwischen. Dies führt zu einer erhöhten Erdbebengefahr.
Mit einem Wert von knapp 4.0 auf der Richterskala ist das aktuelle Beben als „sehr leicht“ bis „leicht“ einzustufen. Laut dem Bundesverband für Geothermie sind diese Beben oft spürbar, es können sich Zimmergegenstände sichtbar bewegen und Erschütterungsgeräusche hörbar sein. Allerdings sind meist keine Schäden zu verzeichnen.
Bedrohlich wirkt in Italien zudem die Lage um die Vulkane im Land. Ein Ausbruch droht. Und auch am Vesuv nahe Neapel bebte am Dienstag erneut die Erde. Gegen 13.35 Uhr erreichte das Beben hier laut INGV allerdings nur eine Stärke von 2.2 auf der Richterskala. Damit liegt es im nicht spürbaren Bereich.
