Jetzt droht sogar der erste Schnee – Wetter-Prognosen deuten nächste drastische Wende an
VonDominik Jung
schließen
Erst 30 Grad, dann Kaltluft und erster Schneefall: Die Wetterlage Ende September ist ein Paradebeispiel für extreme Umstellungen in Mitteleuropa. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München - Die Wetterlage dieser Septembertage ist geprägt von einem ungewöhnlich starken Wechsel der Großwetterlagen. Zunächst gelangt Deutschland ab Donnerstag (18. September) unter Hochdruckeinfluss mit subtropischer Warmluftzufuhr aus Südwesten. Diese Strömungslage, die oft im Spätsommer noch einmal Hitze bringt, sorgt für Höchstwerte bis knapp 30 Grad – bemerkenswert für Ende September, da das klimatologische Mittel hier eher bei 18 bis 20 Grad liegt. Auch der Hundertjährige Kalender hatte einen warmen September-Start prognostiziert.
Am Sonntag (21. September) befindet sich besonders über Ostdeutschland noch eine hohe positive Temperaturanomalie. Das bedeutet, es ist deutlich wärmer als normal zu dieser Jahreszeit. Aber aus Westen kommen dagegen schon wieder deutlich „zu kalte“ Luftmassen auf uns zu. Der nächste Wetterwechsel steht schon an.
Meteorologisch betrachtet handelt es sich um eine Warmluftadvektion im Vorfeld eines Atlantiktiefs, bei der nicht nur Temperatur, sondern auch Feuchte transportiert wird. Solche Einschübe warmer Luft sind typisch für Übergangsjahreszeiten, ihre Intensität jedoch hängt von der Dynamik der Strömung und der Lage des Jetstreams ab.
Wetter: Dynamische Frontdurchgänge und Temperatursturz
Nur wenige Tage später greifen ab Sonntag (21. September) von Nordwesten her Frontensysteme auf Deutschland über. Mit ihnen gelangt maritime Polarluft in die Nordhälfte, während sich der Süden zunächst noch in der Warmluft hält. Das Resultat sind extreme Temperaturgegensätze innerhalb kurzer Distanzen. Die Höchstwerte sinken in Nordwestdeutschland binnen 48 Stunden um über zehn Grad, während es im Osten noch spätsommerlich warm bleibt.
Besonders auffällig ist die Absenkung der Schneefallgrenze in den Alpen: Durch die eingeflossene Kaltluft und intensive Auskühlung in klaren Nachtstunden sinkt sie bis Mittwoch (24. September) auf rund 1000 Meter – für Ende September ein markantes, aber nicht einmalig ungewöhnliches Wetter-Ereignis. Solche Übergangsszenarien entstehen häufig, wenn der Jetstream stark mäandriert und Kaltluftschübe weit nach Süden zulässt.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Typische Altweibersommerlagen beruhen auf blockierenden Hochdruckgebieten über Mitteleuropa oder Skandinavien. Sie sorgen für klare Nächte, morgendlichen Nebel und tagsüber viel Sonne bei milden Werten. Im September 2025 fehlt jedoch genau diese stabile Hochdruckbrücke. Stattdessen zieht ein Tief nach dem anderen vom Atlantik herein, die Druckverteilung bleibt zyklonal und verhindert den Aufbau einer langlebigen Schönwetterlage. Fachlich lässt sich das als dominierende Westdrift beschreiben, die in dieser Jahreszeit häufig wechselhafte Bedingungen mit sich bringt.
Dass die Temperatur innerhalb einer Woche von fast 30 Grad auf Werte unter 20 Grad fällt und gleichzeitig Schnee in den Alpen möglich wird, ist ein extremes, aber meteorologisch plausibles Beispiel für die hohe Variabilität des Übergangs in die kühlere Jahreszeit.