Der Tourismus hat in Italien wohl sein nächstes Opfer. In Verona zeigt sich die Julia-Statue schwer gezeichnet von einer bei Touristen beliebten Tradition.
Verona – Wieder einmal schlägt man in Italien Alarm wegen Schäden durch Touristen und Urlauber. Diesmal trifft es Verona im Norden Italiens. Durch zu viele Berührungen wurde die Julia-Statue beschädigt – nicht zum ersten Mal.
Gerade deutsche Urlauber zieht es zu Tausenden nach Verona. Das „kleine Rom“ im Norden hat dabei den Vorteil, dass es von Süddeutschland vergleichsweise schnell zu erreichen ist. Zudem ist die Stadt auch für Gardasee-Urlauber ein beliebtes Ausflugsziel. Berühmt ist die Stadt besonders für seine Arena im historischen Kern, in der Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Daneben sorgt aber auch William Shakespeare für enorme Besucherzahlen, denn sein Werk „Romeo und Julia“ spielt in Verona.
Italien meldet Schaden an Touristen-Magnet: Glücks-Tradition wohl der Hintergrund
Im Stadtkern finden Urlauber dementsprechend auch das „Haus der Julia“ – auch wenn es sich bei der Geschichte des englischen Schriftstellers wohl um Fiktion handelt. Das „Casa di Giulietta“ ist ein Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert. Der Balkon, der an die berühmte Szene in Shakespeares Werk erinnert, wurde aber wohl nachträglich angebaut.
Dennoch pilgern jährlich knapp 1,5 Millionen Besucher zum „Haus der Julia“, wie südtirolnews.it berichtet. Die meisten von ihnen suchen auch die bronzene Julia-Statue im Innenhof des Anwesens auf. Denn diese an der Brust zu berühren, soll Paaren Glück und Liebe bescheren. Doch diese Tradition hat für die Statue schlimme Folgen – erneut. Nach einem Bericht der lokalen Zeitung L‘Arena ist an der rechten Brust der Julia ein Loch entdeckt worden. Demnach soll es sich aktuell nur um ein kleines, wenige Millimeter großes Loch handeln. Jedoch wird sich der Schaden wohl ausbreiten.
Allerdings handelt es sich bei der Statue immerhin nur um eine Kopie. Das Original von Bildhauer Nereo Costantini steht im Museum des Julia-Hauses. Dieses wurde 1972 aufgestellt. Doch die Berührungen der Besucher hatten auch diese Statue beschädigt. Und so entschied man sich im Jahr 2014 eine Kopie aufzustellen. Man war von einer Lebensdauer von knapp 50 Jahren ausgegangen. Nun zeigt sich schon nach zehn Jahren der erste Schaden.
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