Entscheidung gefallen

Prozess um Rapper Sean „Diddy“ Combs: Jury fällt Urteil

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Sean „Diddy“ Combs wurde von einer Jury in zwei von fünf Anklagepunkten für schuldig befunden. (Archivbild)
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Lange dauerte der Prozess gegen Sean „Diddy“ Combs wegen diverser Anschuldigungen. Der Rapper wurde nun in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen.

New York (dpa) - Im Prozess gegen den früheren Rap-Superstar und Musikproduzenten Sean „Diddy“ Combs wegen Sexualstraftaten haben die Geschworenen nun in allen Anklagepunkten ein Urteil gefällt. Das habe die Jury dem Gericht in New York via Nachricht mitgeteilt, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Wie unter anderem CNN berichtet, wurde Sean „Diddy“ Combs „in einem gemischten Urteil des Transports zur Prostitution für schuldig befunden, aber nicht des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und der Verschwörung zur Erpressung für schuldig befunden.“ Auch im Hauptanklagepunkt, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, wurde Combs freigesprochen.

Schwere Vorwürfe gegen Rapper Combs: Gericht fällt Urteil

Der 55-jährige Combs war unter anderem wegen Sexhandels, organisierter Kriminalität und weiterer Straftaten angeklagt. Bereits am Vortag hatte die zwölfköpfige Jury signalisiert, sich in allen Anklagepunkten bis auf einen – den der organisierten Kriminalität – einig zu sein. Daraufhin hatte der Richter sie darum gebeten, weiter zu beraten.

Combs hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Verteidiger Marc Agnifilo argumentierte in seinem Schlussplädoyer, den Klägerinnen gehe es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Geld. „Mr. Combs hat von dieser Jury sein Leben geschenkt bekommen“, sagte der Anwalt nun nach der Urteilsverkündung CNN zufolge. Dem Rapper hätte im Falle eines Schuldspruchs im Hauptanklagepunkt, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, lebenslange Haft gedroht.

Die Anklage betonte dagegen, Combs habe „Macht, Gewalt und Angst“ genutzt, „um zu bekommen, was er wollte“. Er habe auf das Schweigen und die Scham seiner Opfer gesetzt, um seine Verbrechen zu vertuschen.

Mehr als 30 Zeugen sagten in Prozess gegen US-Rap-Star Sean Combs aus

Der unter den Künstlernamen Puff Daddy, P. Diddy und Diddy bekannte Combs war in den 90er Jahren einer der erfolgreichsten Rap-Musiker der Welt. Dreimal gewann er den Grammy, daneben war er als Musikproduzent und Geschäftsmann erfolgreich. Seine Plattenfirma Bad Boy Records brachte Stars wie Mary J. Blige oder Notorious B.I.G. hervor.

Der von großer medialer Aufmerksamkeit begleitete Prozess hatte vor etwa zwei Monaten begonnen. Insgesamt sagten 34 Zeugen aus, darunter Combs‘ Ex-Freundin Casandra „Cassie“ Ventura. Die Sängerin hatte den Musiker bereits 2023 wegen jahrelanger Misshandlungen und Vergewaltigung verklagt und erhielt nach einem außergerichtlichen Vergleich 20 Millionen Dollar zugesprochen. Eine andere Frau zog ihre Vorwürfe Anfang 2025 hingegen zurück.(jm/AFP)

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