Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter im November 2025: Modelle warnen vor nassem Kältehammer – früher Wintereinbruch bahnt sich an

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Der November 2025 könnte vieles ändern: Statt mildem Westwindwetter droht Deutschland eine nasse, kühle und überraschend winterliche Wetterphase. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Der November gilt traditionell als Übergangsmonat zwischen Herbst und Winter – oft grau, windig und nass. Doch in diesem Jahr scheint sich etwas Besonderes anzubahnen. Laut den aktuellen Berechnungen des US-Wettermodells GFS liegt die Temperaturabweichung im Bereich des 30-jährigen Mittels (1991–2020) – also kein außergewöhnlich milder Monat.

Laut CFS-Prognose der US-Wetterbehörde NOAA könnte der November ziemlich nass ausfallen.

Nur im Norden werden leicht positive Abweichungen von 0,5 bis 1 Grad simuliert. Klingt unspektakulär, doch der entscheidende Faktor liegt woanders: beim Niederschlag. Die Modelle rechnen mit deutlich mehr Regen als üblich – ein klarer Hinweis auf häufige Tiefdruckeinflüsse. Das wirft Fragen auf: Was steckt wetterdynamisch dahinter?

November-Wetter 2025: Zwischen Regenfronten und Kälteeinbruch – was uns bevorsteht

Normalerweise bringt eine klassische Westlage milde Luftmassen vom Atlantik und stetigen Regen – typisch für den Herbst in Mitteleuropa. Doch diesmal deutet vieles darauf hin, dass diese milde Westströmung ausbleibt. Stattdessen könnte sich eine nordwestliche Strömung etablieren: Tiefs ziehen über die Nordsee hinweg, während kühle Meeresluft aus Richtung Island und Grönland nachströmt. Das erklärt die nassen Aussichten – Regen- und Schauerwetter in Serie – ohne dass es außergewöhnlich warm wird. Mit jedem Schub kälterer Luft sinkt die Schneefallgrenze weiter, zunächst in den Alpen, später auch in den Mittelgebirgen. Der November 2025 könnte so zu einem Monat werden, in dem sich der erste Hauch von Winter zeigt, während im Flachland weiterhin der Regen dominiert.

Früher Wintereinbruch? – Schnee bis in mittlere Lagen nicht ausgeschlossen

Besonders spannend wird es in der zweiten Monatshälfte: Sollten sich die Nordwestlagen festsetzen und die Hochdruckzonen über dem Atlantik etwas nach Westen rücken, könnte Polarluft ungehindert nach Mitteleuropa strömen. Dann wären erste Schneedecken bis in 400–600 Meter Höhe durchaus möglich – ein Szenario, das viele lange nicht erlebt haben. Auch Frostnächte wären bei Aufklaren rasch wieder ein Thema. Meteorologisch bedeutet das: ein nasser, windiger, teils winterlicher November, der sich klar vom Trend der vergangenen milden Jahre abhebt. Ob daraus ein früher Winterstart oder nur ein „Vorgeschmack auf den Dezember“ wird, bleibt abzuwarten – doch eines steht fest: Der November 2025 wird alles andere als langweilig.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS-Klimamodell

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