VonRobin Dittrichschließen
Vorsorgeuntersuchungen gegen Krebs sind unter Männern häufig ein Tabuthema. Sie können aber lebenswichtig sein – doch welche Untersuchung steht wann an?
Berlin – Hautkrebs- und andere Vorsorgeuntersuchungen gehören für viele Männer noch zur Normalität. Wenn es aber an innere Organe geht, verschließen sich viele und sorgen sich nicht um einen ausreichenden Schutz vor Krankheiten. Zu ihnen zählen Prostata- und Darmkrebs. Hier erfahren Sie, wann welche Vorsorgeuntersuchung für Männer ansteht.
| Betroffene Gruppe: | Männer |
| Thema: | Vorsorgeuntersuchungen |
| Ab welchem Alter: | 18 Jahren |
Krebs: Vorsorgeuntersuchungen bei Männern – frühzeitige Gewissheit kann Leben retten
Vorsorgeuntersuchungen gehören für Männer wie Frauen ab einem bestimmten Alter zum Leben dazu – oder sollten es zumindest. Obwohl pro Jahr nach wie vor knapp 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken, kümmern sich viele nicht um eine entsprechende Vorsorge. Die wichtigste Nachricht vieler Mediziner: Bei einer frühzeitigen Erkennung einer Krebs-Erkrankung steigen die Heilungschancen signifikant. Trotzdem geht nur jeder zweite Mann zu Vorsorgeuntersuchungen, obwohl diese ab einem bestimmten Alter von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.
Und as nicht nur, wenn es um das Thema Krebs geht: Schon ab 18 Jahren ist eine halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt bei Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Zusätzlich bieten viele gesetzlichen Krankenkassen die Übernahme der Zahnreinigung bis zu einem bestimmten Betrag an. Der liegt meist bei um die 60 Euro. Ab 35 Jahren wird es dann besonders interessant: Dann steht die Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung an – sie ist alle zwei Jahre auf der gesamten Hautoberfläche möglich. Sollte Ihre Krankenkasse diesen Service einer Vorsorgeuntersuchung zum frühen Erkennen im Kampf gegen Krebs nicht anbieten, dann lohnt sich ein eventueller Wechsel.
Was ist der häufigste Krebs bei Männern?
Derzeit ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern der Prostatakrebs, gefolgt vom Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen der Brustkrebs, gefolgt vom Darm- und Lungenkrebs. Jährlich erkranken insgesamt etwa 500.000 Menschen neu an Krebs.
Quelle: Bundesgesundheitsministerium
Prostata-Krebs häufigste Krebserkrankung bei Männern: Vorsorgeuntersuchungen sollten kein Tabu-Thema sein
Männer sträuben sich ab 45 Jahren oft, zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung zu ihrem Hausarzt zu gehen – Aussagen wie „Ich lasse mir nichts in gewisse Körperöffnungen stecken“ sind dabei keine Seltenheit. Und das, obwohl Prostatakrebs nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern darstellt, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt. Für Männer werden einmal pro Jahr die Kosten der Prostata-Vorsorge von der Krankenkasse übernommen. Auch hier gilt: Eine frühzeitige Diagnose einer Entzündung, Vergrößerung oder gar Krebs kann entscheidend im Heilungsprozess sein.
Krebs, allgemeine Gesundheit, Bauchschlagader: Wann Männer welche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen sollten
- Bis 35 Jahre: Allgemeine Gesundheitsuntersuchung (jährlich empfohlen)
- Ab 35 Jahren: Hauskrebs-Vorsorgeuntersuchung sowie allgemeiner Check-up alle drei Jahre
- Ab 45 Jahren: Prostata-Vorsorgeuntersuchung (jährlich)
- Ab 50 Jahren: Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung (Entweder jährlicher Stuhltest oder Darmspiegelung alle 10 Jahre)
- Ab 65 Jahren: Einmaliger Ultraschall der Bauchschlagader
In fortgeschrittenem Alter steigt bei Männern zusätzlich das Darmkrebs-Risiko. Ein jährlicher Stuhltest sowie Tastuntersuchung werden ab 55 Jahren von Krankenkassen übernommen. Außerdem haben Männer ab 50 alle fünf Jahre das Recht auf eine kostenfreie Darmspiegelung. Bei Frauen gilt dies bereits ab 55 Jahren. Männer ab 65 Jahren können sich bei Bedarf einem Ultraschall der Bauchschlagader unterziehen. Das dient nicht der Krebs-Vorsorge, sondern vielmehr der Früherkennung eines sogenannten Bauchaortenaneurysma. Dieses kann zu einem Riss der Gefäßwände führen und tödlich enden.
Wie viele Männer erkranken an Krebs?
Im Jahr 2019 sind nach Schätzung des ZfKD ( Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut) insgesamt in Deutschland rund 502.655 Krebserkrankungen erstmalig diagnostiziert worden. Davon traten bei Männern ca. 267.730 und bei Frauen 234.925 Erkrankungen auf.
Neben diesen möglichen Krebserkrankungen ist zudem Bronchial- und Lungenkrebs eine häufige Todesursache bei Männern. Die häufigste Todesursache bleiben allerdings die chronischen ischämischen Herzkrankheiten. Beide Todesursachen lassen sich oft auf eine ungesunde Lebensweise zurückführen – dazu gehören Rauchen, ungesunde Essgewohnheiten und Übergewicht.
Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben. Vorsorgeuntersuchungen bei Männern tragen ihren Teil dazu bei, um bei einer Erkrankung möglichst schnell eingreifen zu können.
Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa (Symbolbild)

