Tier biss zu

Urlauber beim Schnorcheln attackiert: Mann befreit seinen Kopf aus Krokodil-Kiefer

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Ein Australier wurde bei einem Krokodil-Angriff nur leicht an Kopf und Hand verletzt. (Symbolbild)
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Er sei „einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“ gewesen, sagt der Australier, dessen Kopf im Kiefer eines Krokodils steckte. Das Tier biss von hinten zu.

Canberra – Ein Mann aus dem australischen Bundesstaat Queensland überlebte am vergangenen Samstag (27. Mai) den Angriff eines Krokodils. Der 51-jährige Marcus McGowan war mit seiner Frau und Freunden beim Schnorcheln in der Nähe des exklusiven Haggerstone Island Resorts, 40 Kilometer vor der Nordküste Australiens entfernt, als das Salzwasserkrokodil ihn von hinten angriff.

„Ich dachte, es sei ein Hai, aber als ich nach oben griff, merkte ich, dass es ein Krokodil war. Ich konnte sein Maul gerade weit genug aufhebeln, um meinen Kopf herauszuziehen“, sagte er in einer Erklärung. Das Krokodil, bei dem es sich vermutlich glücklicherweise um ein Jungtier handelte, kam noch einmal zurück und griff den Mann erneut an. „Es gelang mir, es mit meiner rechten Hand wegzustoßen, die es dann biss“, berichtet McGowan. Er habe anschließend in die Sicherheit des Bootes schwimmen können, das die Hilferufe der Gruppe gehört hatte.

Australien: Krokodil greift Mann beim Schnorcheln an

Krokodile sind im tropischen Norden Australiens weit verbreitet. In jüngster Zeit kam es dort zu einer Reihe von Angriffen. Das Umweltministerium von Queensland erklärte zu McGowans Krokodil-Begegnung, es werde den Vorfall untersuchen, fügte jedoch hinzu: „Krokodile im offenen Meer können schwer zu lokalisieren sein, da die Tiere oft Dutzende von Kilometern pro Tag zurücklegen“.

Der verwundete McGowan wurde mit dem Boot zu der 45 Minuten entfernten Insel Haggerstone gebracht, bevor er mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus auf Thursday Island geflogen wurde. Später wurde er in ein Krankenhaus in Cairns verlegt, wo Risswunden an der Kopfhaut und Einstichwunden der Krokodilzähne an Kopf und Hand behandelt wurden.

Krokodil-Attacke in Australien: „Zur falschen Zeit am falschen Ort“ – aber richtig gehandelt

„Wenn man die Meeresumwelt betritt, begibt man sich in ein Gebiet, das potenziell gefährlichen Tieren wie Haien und Krokodilen gehört“, sagte der Australier zu dem Angriff später. „Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“ Offenbar verhielt er sich in seiner misslichen Lage genau richtig.

Billy Collett, Betriebsleiter des Australia Reptile Park, kommentierte den Vorfall: „Krokodile sind die bissigsten Tiere der Welt. Aber wenn Menschen sich wehren, scheinen sie loszulassen.“ Wahrscheinlich habe McGowan das Krokodil verschreckt, das gemerkt habe, dass es sich mit ihm etwas zu Großes geschnappt hatte.

Unfälle in Australien: Krokodilangriffe häufen sich

„Es ist wichtig, dass Krokodilsichtungen und Krokodilvorfälle rechtzeitig gemeldet werden“, heißt es in einer offiziellen Erklärung von Queensland. „Das Gebiet um Haggerstone Island ist als Krokodilgebiet“ bekannt, so die Behörde weiter, und forderte Besucher auf, sich demnentsprechend zu verhalten. Menschen in kleineren Booten wie Kanus und Kajaks seien einem größeren Risiko ausgesetzt, angegriffen zu werden, ebenso wie Menschen, die nahe am Ufer stehen oder beim Angeln durchwaten, so die Behörde.

Der Vorfall vom Samstag folgte auf andere Krokodilangriffe in der Region in diesem Jahr, wie The Guardian berichtet. Im April wurde bereits ein 65-jähriger Mann in den Fuß gebissen, als er am Strand von Newell schlief. Ein Mann in den 40ern erlitt beim Angeln am Archer Point schwere Verletzungen an Bauch, Bein und Kopf, während ein 65-Jähriger beim Angeln im Lakefield-Nationalpark in Cape York getötet wurde. Seine Überreste wurden in zwei Krokodilen gefunden. (na)

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