- VonStefanie Fischhaberschließen
Die Proteste der „Letzten Generation“ werden zunehmend radikaler. Eine Recherche zeigte nun, dass die Organisation ihre Aktivisten sogar bezahlt.
Berlin – Die Aktivisten der „Letzten Generation“ verbringen ihre Freizeit mit Protesten gegen den Klimawandel, indem sie sich an Straßen festkleben oder Gemälde mit Essen bewerfen. Wie eine Recherche der Welt am Sonntag ergab, gibt es jedoch auch einige Aktivisten, die sich den Protesten Vollzeit widmen - und dafür bezahlt werden.
„Letzte Generation“: Klima-Kleber werden für Proteste bezahlt
Wie die Welt am Sonntag berichtete, werden Aktivisten der „Letzten Generation“ teilweise für ihre Klimaproteste bezahlt. Das habe die Zeitung durch Chatnachrichten, interne Unterlagen und der Teilnahme an Online-Seminare herausgefunden. Demnach werden die Aktivisten durch Spendengelder, die die Organisation erhält, finanziert. Hauptsponsor der „Letzten Generation“ ist die US-Organisation „Climate Emergency Fund“, wie eine Sprecherin der Organisation gegenüber Merkur.de von IPPEN.MEDIA erklärte.
Laut den Recherchen könne die Organisation ihren Aktivisten Monatsgehälter von bis zu 1.300 Euro zahlen. Die Höhe des Einkommens richte sich danach aus, wie viel die Aktivisten zum Leben benötigen. Den rechtlichen Rahmen bildet der Verein „Wandelbündnis“ in Berlin.
Verein „Wandelbündnis“ stellt offenbar Klimaaktivisten an
Demnach stelle der Verein Arbeitsverträge mit den Aktivisten aus. Diese können je nach Bedarf in Voll- oder Teilzeit oder als Minijobber angestellt werden. Ausgezahlt werde das Geld allerdings von der „Letzten Generation“, nicht von „Wandelbündnis“.
Wie die Zeitung berichtete, hieß es auf vom Vorstandschef auf Nachfrage, der Verein habe kein Geld von der „Letzten Generation“ erhalten. Allerdings gebe es innerhalb des „Wandelbündnisses“ die Initiative „Gemeinnützige Bildungsarbeit“ zur Unterstützung der „Letzten Generation“. Insgesamt beschäftige der Verein 30 bezahlte Kräfte.
„Letzte Generation“ professionalisiert sich zunehmend
Durch die rechtliche Absicherung durch Arbeitsverträge mit dem „Wandelbündnis“ würden die Aktivisten und Aktivistinnen, auch dann ein Einkommen erhalten, wenn sie ihre eigentlichen Jobs kündigen und sind obendrein noch sozialversichert. Über Online-Seminare und Chatnachrichten wirbt die „Letzte Generation“ für eine Anstellung.
Die Recherchen der Welt am Sonntag zeigen, dass sich die Klimaorganisation weitaus stärker professionalisiert, als es zum Beispiel bei Organisationen wie „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ der Fall ist. Auch die Art der Proteste hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend verschärft. So klebten sich die Aktivisten mehrmals an den Berliner Flughafen und störten teilweise sogar den Flugverkehr. Außerdem gab es einige Proteste an den Parteizentralen der Regierungsparteien. (sf)
Rubriklistenbild: © Paul Zinken/ dpa
