VonVictoria Krumbeckschließen
Wir müssen das Klima nicht nur schützen, sondern uns auch an die Veränderungen anpassen. In einigen Städten gibt es schon ausgearbeitete Konzepte, in anderen wird darüber nachgedacht.
Hamburg/München - Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war in Europa kein Sommer so warm wie der Sommer 2022. Extrem hohe Temperaturen, Trockenheit und Dürre zogen sich durch die Sommermonate hindurch. Und auch jetzt zeigt sich der Herbst eher von seiner milderen Seite. Dass sich das Klima ändert, ist nicht zu übersehen. Mit den Auswirkungen müssen Menschen und Städte leben, denn eins ist klar: Es werden vermutlich noch weitere Temperaturrekorde in naher Zukunft aufgestellt.
Klimaanpassung in Deutschland: Mehr Bäume in den Großstädten
In Ägypten findet zur Zeit der UN-Klimagipfel statt. Die Regierungschefs sprechen dort über den Klimawandel, seine Auswirkungen und darüber, wie man ihn aufhalten kann. Doch auch wenn die Politik jetzt handelt, kann der Klimawandel nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher ist es umso wichtiger, sich darauf vorzubereiten, was uns in den nächsten Jahren bevorsteht.
Einige Kommunen und Städte haben Konzepte und Strategien auf den Weg gebracht, um mit dem Klimawandel zu leben. Denn besonders dicht besiedelte Städte wie Berlin stehen vor einer großen Herausforderung. An heißen Sommertagen kann man in der Stadt kaum atmen. Die warme Luft staut sich und auch in der Nacht entweicht sie kaum. Egal ob Straßen oder Häuser, der Beton speichert die Wärme und gibt sie an ihrer Außenwelt ab. In Stadtteilen wie Neukölln bräuchte es daher deutlich mehr Bäume und weniger Asphalt, wie der Klima-Wissenschaftler Felix Creutzig dem Spiegel erklärte.
Vorbereitungen auf den Klimawandel: Grüne Dächer in Hamburg
Die Stadt Hamburg hat eine sogenannte „Gründachstrategie“ ins Leben gerufen. Dabei sollen mindestens 70 Prozent der Neubauten als auch geeignete zu sanierende Dächer begrünt werden. Insgesamt 100 Hektar Dachfläche will die Stadt bepflanzen. Bäume sorgen nicht nur für eine bessere Luft. Wenn es in der Stadt heiß ist, verdunsten sie auch größere Mengen an Wasser über ihre Blätter und kühlen damit die Umgebungstemperatur ab. Zusätzlich sorgen die grünen Flächen auf den Dächern für eine natürliche Dämmung im Winter sowie im Sommer.
Mannheim entwickelte einen Hitzeaktionsplan, der eher einem Hitzealarmierungsplan gleicht. Denn wenn die Temperaturen zu gefährlich werden, sollen vulnerable Gruppen und hilflose Menschen gewarnt, unterstützt und beraten werden. Konzepte werden mit Alten- und Pflegeheimen entworfen. Mithilfe einer App sollen Trinkbrunnen und öffentliche Orte zum Abkühlen empfohlen werden, wie die Referentin für Klimaschutzpolitik der Stadt Mannheim dem Spiegel erklärte.
Wappnen für den Klimawandel - Flutkatastrophen durch Vorbereitungen vermeiden
In Hamm fließt die Lippe entlang der Innenstadt. Und was Starkregen und Überschwemmungen anrichten können, das zeigte erst letztes Jahr die Flutkatastrophe im Ahrtal. Zahlreiche Maßnahmen wurden ergriffen, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen, wie die Hammer Umweltbeauftragte erläuterte. Die Lippe wurde entfesselt, dem Fluss wurden Flächen zurückgegeben, 22 Hektar für mögliche Überschwemmungen geschaffen und der Deich ins Landesinnere verlegt. Hamm will noch mehr und legte sich Klimaneutralität für das Jahr 2035 als Ziel fest.
Das Klima zu schützen bedeutet, das schlimmste zu vermeiden und mit bisherigen Auswirkungen zu leben. In den meisten Fällen fehlt es nicht am Willen oder an Geld. Viele Kommunen sich schlicht unterbesetzt und haben nur begrenzte Ressourcen. (vk)
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