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Die Hitzewelle in Deutschland könnte die Verbraucherpreise steigen lassen: Transportkosten werden höher und auch die Bauern schlagen Alarm.
Berlin – Die Hitzewelle in Deutschland sorgt in der deutschen Wirtschaft für Sorgenfalten. Grund dafür sind unter anderem sinkende Wasserstände, die derzeit die Binnenschifffahrt einiger Orts lahmzulegen drohen. Niederschlag bleibt aus, während immer mehr Wasser durch die hohen Temperaturen verdunstet. Besonders der Wasserstand des Rheins stimmt viele Beobachter sorgenvoll. Mit sinkenden Wasserständen hat man auch im Bundesland von Stephan Weil (SPD) zu kämpfen: Dort werden an einigen Stellen die niedrigsten jemals gemessenen Wasserstände vermeldet. Auch die Bauern schlagen in Anbetracht der Dürre Alarm. Wird es nun teurer?
Trockenheit und Dürre in Deutschland bedrohen die Wirtschaft
Die anhaltende Trockenheit und Dürre in Deutschland bedrohen die Natur, auch wirtschaftliche Folgen werden als Folge dessen immer mehr zum Thema. Grund hierfür ist unter anderem der Wasserstand des Rheins, denn der ist massiv gesunken. Das hat konkrete Konsequenzen: Geht es so weiter, könnte das Gewässer in absehbarer Zeit für größere Handelsschiffe nicht mehr zu befahren sein. Wirtschaftlich wäre das ein massives Problem, zumal der Rhein in Puncto Binnenschifffahrt eine der wirtschaftlichen Lebensadern des Landes ist. Über den Fluss werden laut ZDF unter anderem zahlreiche Rohstoffe wie Getreide, Kohle oder Heizöl transportiert, doch auch Chemikalien.
Aufgrund der niedrigen Wasserstände fahren viele Schiffe bereits jetzt nicht mehr vollbeladen, Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Roberto Spranzi, Direktor der Schifffahrtsgenossenschaft DTG, sagte dem ZDF: „Wir fahren weiter, können aber nur etwa 25 bis 35 Prozent der Schiffskapazität beladen“. Auch der Deutsche Bauernverband warnt vor Ernteeinbußen durch die anhaltende Trockenheit. Zwar ist die Getreideernte bereits auf den Zielgeraden, jedoch steht die Ernte der Herbstkulturen, wie etwa Kartoffeln oder Zuckerrüben, noch aus.
Dürre 2022: Trockenheit könnte zu Preisanstiegen für Verbraucher führen
Auch für Verbraucher könnte sich die Dürre 2022 deshalb nun bemerkbar machen: Die Transportkosten steigen durch die Lage des Rheins und damit auch die Erzeugerpreise. Es ist möglich, dass die Industrie höhere Kosten an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergibt. In der ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage, in der viele Menschen vor allem die Energiepreise bald nicht mehr zahlen können, wären weitere Preisanstiege für zahlreiche Haushalte eine kaum tragbare Mehrbelastung. Wirkliche neue Entlastungen der Regierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD), besonders für die Ärmsten, bleiben derweil bisher aus.
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, findet zu möglichen Preissteigerungen klare Worte. Er sagte der dpa erst kürzlich: „Ich will nicht ausschließen, dass insbesondere Kulturen, die im Herbst geerntet werden, noch Preissteigerungen erfahren. In Summe belastet natürlich die Witterungssituation unsere Betriebe.“ Für die Bauern schlagen bei den Erzeugerpreisen zudem höhere Energiekosten, Düngemittelpreise und Futterkosten zu Buche.
Dürre in Deutschland: Hitzewelle sorgt auch in Niedersachsen für niedrige Wasserstände und Trockenheit
Trockenheit und Dürre in Deutschland sind auch in Niedersachsen ein Thema. Dort gibt es ebenfalls Probleme mit niedrigen Wasserständen: Durch die Hitze verdunstet viel Wasser, weshalb der Wasserstand immer weiter sinkt, denn Regenfälle bleiben aus. Zudem gilt in der aktuellen Situation eine erhöhte Waldbrandgefahr. An manchen Orten Niedersachsens gilt bereits jetzt die höchste Dürrewarnstufe.
Mit Blick auf das Bundesland von Ministerpräsident Weil (SPD) hatte die Gewässerexpertin Stephanie Gudat dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kürzlich erklärt: Bedingt durch die anhaltende Trockenheit verzeichnen die Pegel des NLWKN derzeit tatsächlich nahezu in ganz Niedersachsen sinkende bzw. sehr niedrige Wasserstände. Teilweise befinden sich die Pegelstände, insbesondere im Osten und Südosten dabei im Extremwertbereich der niedrigsten, jemals hier gemessenen Wasserstände.“ Landwirte und Binnenschifahrer warten weiter sehnsüchtig auf Regen, den sowohl die Natur als auch die Wirtschaft in Deutschland so dringend brauchen.
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