Vatikan regelt Nachfolge

Konklave-Regeln und Favoriten – wer neuer Papst wird und wie die Wahl läuft

  • schließen

Nach den Trauerfeiern für Papst Franziskus wählt das Konklave ab 7. Mai im Vatikan dessen Nachfolger. Alle Informationen zur Wahl des 267. Papstes.

Rom – In den kommenden Tagen richten sich alle Blicke der Welt nach Rom: Das Konklave im Vatikan beginnt am 7. Mai. Hier findet die Wahl des 267. Papstes in der Geschichte der katholischen Kirche statt. Und folgt dabei festen Riten. Lesen Sie hier alle Einzelheiten zum Ablauf der größten Geheimrunde der Kirche.

Konklave wählt neuen Papst – wann startet es?

Der Termin des Konklaves ist fest vorgegeben. Es muss immer innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach dem Tod eines Papstes stattfinden. Somit war nach dem Ableben von Papst Franziskus am Ostermontag (21. April) klar, dass die Kardinäle zwischen dem 5. und 10. Mai zum Konklave zusammenkommen müssen. Letztlich wurde der 7. Mai als Stardatum des Konklaves von den sogenannten „Generalkongregationen“ bestimmt.

Dabei handelt sich um Treffen der in Rom anwesenden Kardinäle, die vom Kardinaldekan – dem nach dem Papst höchsten Würdenträger der Kirche – geleitet werden. Aktuell bekleidet der italienische Kardinal Giovanni Battista Re diesen Posten. Bei den „Generalkongregationen“ haben Kardinäle jeden Alters sowohl ein Rede- als auch ein Stimmrecht. 

Am Ende des Konklaves von 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio zu Papst Franziskus. Wer wird zu seinem Nachfolger gewählt? (Archivbild)

Papst-Wahl im Vatikan: Wer darf am Konklave teilnehmen?

Während die „Generalkongregationen“ keine Altersbeschränkungen haben, gelten diese hingegen für die Teilnahmeberechtigung am Konklave. An der Papst-Wahl dürfen ausschließlich Kardinäle teilnehmen, die jünger als 80 Jahre alt sind. Damit sind aktuell insgesamt 135 Kardinäle wahlberechtigt, wie der Vatikan mitteilte. Allerdings könnte es dazu kommen, dass einige der Kardinäle nicht teilnehmen – etwa aus gesundheitlichen Gründen.

Am 29. April teilte Vatikansprecher Matteo Bruni mit, dass zwei wahlberechtigte Kardinäle aufgrund von Krankheit ihre Konklave-Teilnahme offiziell abgesagt haben. Die Namen der Betroffenen wurden dabei nicht genannt. Bei einem von ihnen handelt es sich um den früheren Erzbischof von Valencia, Antonio Cañizares, wie AFP aus Bistumskreisen in der spanischen Stadt erfuhr. Der andere erkrankte Kardinal soll der dpa zufolge der bosnische emeritierte Erzbischof von Sarajevo, Vinko Puljic, sein. Der wegen Veruntreuung verurteilte Kardinal Angelo Becciu teilte indes seinen Verzicht auf die Teilnahme am Konklave mit. Er soll aber auch zuvor gar nicht auf der durch den Vatikan erstellten Liste der Konklave-Teilnehmer gestanden haben.

Das Konklave wählt ab 7. Mai einen neuen Papst.

Aus diesen Ländern kommen die Konklave-Teilehmer

Von den 135 Kardinälen, die am Konklave teilnehmen dürfen, kommt mit 53 der Großteil der Geistlichen aus Europa – davon stammen alleine 17 aus Italien und drei aus Deutschland. Von den derzeit sechs deutschen Kardinälen ist altersbedingt nur ein Trio wahlberechtigt und somit beim Konklave dabei: Gerhard Ludwig Müller (Präfekt der Kongregation für Glaubenslehre), Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising) und Rainer Maria Woelki (Erzbischof von Köln).

Hinter Europa, das aufgrund der beiden offiziellen Absagen 51 Kardinale zum Konklave schickt, folgen Asien und Ozeanien, die gemeinsam 27 Kardinäle zur Papst-Wahl entsenden. Weitere 21 Kardinäle aus Süd- und Zentralamerika sowie 16 Würdenträger aus Nordamerika sind beim Konklave dabei. Zudem stellt Afrika 18 Kardinäle.

So läuft die Papst-Wahl beim Konklave ab

Das Wort Konklave leitet sich vom lateinischen „cum clave“ („mit Schlüssel“) ab. Es meint sowohl die Wahlversammlung als auch den von der Außenwelt abgeriegelten Bereich im Vatikan, in dem die Kardinäle ihre Entscheidung treffen. Konkret findet die Papstwahl in der wegen der Deckengemälde Michelangelos weltberühmtem Sixtinischen Kapelle statt. Das Konklave beginnt mit einer Messe im Petersdom. Anschließend ziehen die Kardinäle in die Sixtinische Kapelle.

Das Eingeschlossensein soll die Kardinäle vor Einflüssen von außen schützen und eine möglichst schnelle Einigung ermöglichen. Zu Beginn der Versammlung verpflichten sie sich zu absoluter Geheimhaltung – Höchststrafe für den Bruch des Eids ist die Exkommunikation. Auch Telefon, Fernsehen, Zeitungen oder Internet sind den Wahlberechtigten nicht erlaubt. Die Kardinäle schlafen während des Konklaves im Domus Sanctae Martha, dem Gästehaus der Vatikanstadt.

Kardinäle verfolgen im Jahr 2013 im Petersdom im Vatikan die Wahl-Messe „Pro Eligendo Romano Pontifice“. Danach wurde Franziskus zum Papst gewählt. (Archivbild)

Welche Regeln gelten bei der Papst-Wahl während des Konklaves?

Papst-Wahl erfolgt nach klaren Regeln: Die Kardinäle stimmen in geheimer Wahl ab, eine Enthaltung ist dabei nicht erlaubt. Nach einer vom deutschen Papst Benedikt XVI. erlassenen Änderung ist eine Zweidrittelmehrheit zur Wahl eines Papstes zwingend notwendig. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Wahlgänge dafür angesetzt werden müssen. Am ersten Tag des Konklaves halten die Kardinäle eine erste Wahlrunde ab. In den Folgetagen gibt es morgens und nachmittags jeweils zwei Wahlrunden. Die Auszählung der Stimmen erfolgt durch das Verlesen der Namen der gewählten Kardinäle und eine Strichliste.

Diese Kardinäle gelten bei der Papst-Wahl als Favoriten auf die Franziskus-Nachfolge

Inzwischen haben sich einige Favoriten auf die Nachfolge von Papst Franziskus herauskristallisiert, darunter folgende Kardinäle: Pietro Parolin (70, Italien), Luis Antonio Tagle (67, Philippinen), Matteo Zuppi (69, Italien), Péter Erdő (72, Ungarn), Peter Turkson (76, Ghana) und Fridolin Ambongo Besungu (65, Demokratische Republik Kongo). Laut BBC zählt auch der deutsche Kardinal Marx zum Favoritenkreis, andere Experten räumen ihm kaum Papst-Chancen ein. Allerdings zeigt die Wahl von Papst Franziskus, dass auch ein überraschender Sieger aus der Wahl hervorgehen kann. Den Argentinier hatten damals nicht viele Experten auf dem Zettel, doch er setzte sich am Ende gegen den hoch favorisierten Kardinal von Mailand, den Italiener Angelo Scola, durch.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Nach Papst Franziskus Tod muss ein neuer Papst gewählt werden. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor. © Alessandra Tarantino/picture alliance/dpa
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt. © picture alliance/dpa/Vatican Media
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Für die Trauerfeier werden Hunderttausende Besucher erwartet. © Michael Kappeler/dpa
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus?
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus? © Giuseppe Giglia/Attila Kovacs/picture alliance/MTI/dpa/ABACAPRESS/Imago
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge. © MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus?
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus? © imago stock&people
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua.
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua. © Angelo Carconi/picture alliance/dpa
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren.
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren. © Luca Zennaro/picture alliance/dpa
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna.
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna. © Stefano Spaziani/picture alliance/dpa
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine.
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. © Italy Photo Press/Imago
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung.
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung. © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus könnte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus dürfte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.  © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung. © Mark R. Cristino/picture alliance/dpa
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge.
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge. © Ettore Ferrari/picture alliance/dpa
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo.
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo. © L'osservatore Romano
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht. © Gemunu Amarasinghe/picture alliance/dpa
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan.
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan. © Paulo Cunha/picture alliance/dpa
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein, könnte demnach den Heiligen Stuhl als vakant erklären, sollte Franziskus länger krank bleiben. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch den Konklave leiten.
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch das Konklave leiten. © Evandro Inetti/picture alliance/dpa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.  © Nasser Nasser/picture alliance/dpa
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden.
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden. © Ilia Yefimovich/picture alliance/dpa
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest.
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest. © Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II.
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II. © Attila Kovacs/picture alliance/dpa
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht.
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht. © Maurizio Brambatti/picture alliance/dpa
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.  © Thomas Frey/picture alliance/dpa
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm.
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm. © Osservatore Romano
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus.
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus. © Marius Becker/picture alliance/dpa
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon.
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon. © L‘Osservatore Romano/picture alliance/dpa
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben.
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben. © Jay Rommel Labra/picture alliance/dpa
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille.
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille. © Denis Thaust / SOPA Images/Imago
Aveline gilt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht.
Aveline galt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht. © Coust Laurent/ABACA/Imago
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. © Vandeville Eric/ABACA/Imago
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.  © Vandeville Eric/ABACA/Imago

Wie lange dauert die Papst-Wahl beim Konklave?

Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Daher kann das Konklave von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen und Wochen andauern – ein Kardinal machte bereits eine gewagte Prognose. Bisheriger Rekordhalter der längsten Wahl: Papst Gregor X., der im Herbst 1268 benötigte, um nach zwei Jahren, neun Monaten und zwei Tagen gewählt zu werden. Bei Papst Franziskus dauerte die Wahl 2013 knapp 26 Stunden (fünf Wahlgänge), noch schneller war der deutsche Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 (vier Wahlgänge). Damit brauchten beide deutlich länger als Julius II., der wurde 1503 innerhalb von ein paar Stunden zum Papst gewählt – bis heute die schnellste Papst-Wahl der Geschichte.

Was passiert, wenn ein Kardinal die Wahl zum Papst gewonnen hat?

Nach erfolgreicher Wahl beim Konklave fragt üblicherweise der Kardinaldekan oder ein Stellvertreter den Gewählten, ob er das Amt annimmt und welchen Namen er als Papst tragen möchte. Im sogenannten Raum der Tränen legt sich der neue Papst nach der Wahl allein die päpstlichen Gewänder an und kann dabei seinen Gefühlen noch einmal freien Lauf lassen. Im nächsten Schritt schwören die anwesenden Kardinäle dem neuen Papst ihre Treue.

„Habemus Papam“ – so erfährt die Außenwelt, dass es einen neuen Papst gibt

Während der Papst-Wahl blicken Gläubige am Petersplatz in Rom, aber auch zahlreiche Kameras der Welt-Presse gebannt auf einen kleinen Schornstein an der Sixtinischen Kapelle. Der Schornstein wird übrigens nur für das Konklave auf dem Dach der Kapelle angebracht und anschließend wieder abmontiert. Solange sich die Kardinäle beim Konklave nicht auf einen Papst einigen können, werden die Stimmzettel aus jedem Wahlgang mit einem chemischen Zusatz verbrannt. Dann steigt schwarzer Rauch aus dem Schornstein auf der Sixtinischen Kapelle. Ist ein neuer Papst gewählt worden, steigt dagegen weißer Rauch auf. Außerdem läuten dann die Glocken der Peterskirche.

Ist beim Konklave ein neuer Papst gewählt worden, steigt weißer Rauch aus dem Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle auf.

Anschließend tritt der Kardinalprotodiakon – derzeit der französische Kardinal Dominique Mamberti – auf den Hauptbalkon der Peterskirche und verkündet: „Habemus Papam“ („Wir haben einen Papst“). Danach zeigt sich der neue Papst auf dem Balkon und spricht den Segen „Urbi et Orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“). (kh)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/epa/Vatican Pool/Mari/dpa

Kommentare