Regenmassen im Sommer

Kindergarten-Drama bei Flutkatastrophe in Slowenien: Wassermassen schließen 22 Kinder ein

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Österreich, Slowenien und Kroatien werden von heftigen Regenfällen heimgesucht. An einem Kindergarten wird eine dramatische Rettungsaktion nötig.

Mengeš – Nicht nur in Deutschland fällt der Sommer 2023 mehr und mehr ins Wasser. Mit ungleich mehr Niederschlägen haben derzeit Österreich, Slowenien und Kroatien zu kämpfen. Dort kam es infolge von heftigen Regenfällen zu Überflutungen. In Slowenien sind mindestens drei Tote zu beklagen, Katastrophenschützer retteten Menschen mit Helikoptern vor den Fluten.

Flutkatastrophe in Slowenien: 22 Kinder wegen heftigem Regen in Kindergarten eingeschlossen

Glück im Unglück hatten die Kinder eines Kindergartens in der Kleinstadt Mengeš im zentralen Teil des Landes. Weil das Gebäude von den Wassermassen umzingelt war, kamen die Kleinen nicht mehr heraus. Doch die Freiwillige Feuerwehr rückte an. Deren Mitglieder nahmen die in Decken gewickelten Kinder einzeln auf den Arm und trugen sie in Sicherheit. Via Facebook informierten die Rettungskräfte dann über die erfolgreiche Mission: Alle 22 Kinder wurden aus der misslichen Lage befreit.

Auf den veröffentlichten Fotos ist zu sehen, wie die Feuerwehrleute an einer gespannten Schnur befestigt durch das hüfthoch stehende braune Wasser waten. In den Kommentaren zum Post werden die Retter als „wahre Helden unseres Landes“ gefeiert. Andere User diskutierten darüber, wie die ehrenamtlichen Helfer gebührend belohnt werden könnten. Wobei direkt eine Debatte darüber entbrannte, ob eine finanzielle Entlohnung überhaupt sinnvoll wäre und wer dafür aufkommen müsste.

Unwetter über Österreich: Orte von Außenwelt abgeschnitten - Zivilschutzalarm ausgerufen

Evakuiert werden musste auch ein psychiatrisches Krankenhaus im nordslowenischen Begunje – dort waren Keller und Erdgeschoss vollgelaufen. Die Patienten wurden in andere Einrichtungen gebracht. Auch Eisenbahnschienen und Autobahnen wurden überflutet. In der Region Gorenjska, die im Norden an Österreich grenzt, mussten Straßen gesperrt werden. Ein Meteorologe sagte dem Nachrichtenportal jutarnji.hr: „Noch nie ist an einem Tag so viel Regen gefallen. Die Folgen sind schrecklich.“

Auch zahlreiche Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern waren laut dem Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring-Club ÖÄMTC nicht passierbar. Am Loiblpass etwa sollen in der Nacht auf Freitag knapp 200 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen sein.

In Österreich selbst waren vor allem Teile der Steiermark und Kärntens von den Unwettern betroffen. Teilweise wurde Zivilschutzalarm ausgerufen. Am Freitagmorgen waren in den Gebieten um Eisenkappel und Klagenfurt Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten.

Rettungseinsatz in den Wassermassen: Die Freiwillige Feuerwehr holte 22 Kinder aus einem Kindergarten im slowenischen Mengeš.

Wassermassen in Kroatien: Fluss tritt in Zagreb über die Ufer

In Kroatien wurden Einsatzkräften in Alarmbereitschaft versetzt. Besonders im Norden des Landes stiegen die Wasserstände der Flüsse stark an. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge trat die Save in der Hauptstadt Zagreb über die Ufer. In einigen Orten verschwanden Straßen im Wasser. In Regionen wie Gospić und Rijeka soll die rote Alarmstufe aktiviert worden sein.

Und noch ist keine rasche Besserung in Sicht: Es soll vorerst weiterregnen. So warnte Österreichs staatliche Wetteranstalt Geosphere Austria über Nacht vor weiteren bis zu 60 Litern Niederschlag pro Quadratmeter infolge des über Italien festhängenden Tiefdruckgebiets. Meteorologe Hannes Rieder betonte: „Besonders im Süden Österreichs sind daher weitere Überschwemmungen und Muren zu erwarten, da die Böden durch den Regen der letzten Zeit schon gesättigt sind.“ (mg)

Rubriklistenbild: © Facebook/PGD Mengeš

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