Erhebliche Sachschäden

Kroatien: Schweres Unwetter verwüstet Urlaubsort – Mehrere Menschen aus der Adria gerettet

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Ein heftiger Sturm hat ein kroatisches Ferienziel verwüstet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, einige mussten von zerstörten Booten geborgen werden.

Split - Ein kurzer, aber heftiger Sturm hat in Kroatien zu erheblichen Sachschäden und mehreren Verletzten geführt. An der Adria im Raum Split seien insgesamt 24 Menschen mit Knochenbrüchen und Prellungen ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete die Internet-Zeitung index.hr am Dienstag. Die Meteorologen sprachen von einem klassischen Sommersturm nach einer extremen Hitzeperiode. Sie rechnen damit, dass sich derartige Stürme in nächster Zeit wiederholen werden. Teile Kroatiens wurden erst vor einigen Wochen bei einem Sommersturm verwüstet.

Unwetter in Kroatien: Urlaubsort an der Adria trägt erhebliche Schäden davon

Auf Fotos nach dem Unwetter wurde das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Zu sehen war unter anderem ein beschädigtes Fußballstadium, ein gesunkenes Boot und Bäume, die auf Autos gestürzt waren. Auch die Schiffswerft in Split wurde nach eigenen Angaben schwer getroffen.

„Starker Wind und ergiebiger Regen führten zum Einsturz eines großen Portalkrans sowie zu Schäden an Eigentum, Produktionshallen und Arbeitsräumen, von denen der Wind Dächer abtrug und Fenster und Glas zerbrach, einschließlich Fahrzeuge, die von umgestürzten Bäumen getroffen wurden“, teilte die Firma Brodosplit am Dienstag mit.

In dem kroatischen Urlaubsort kippten zudem Gerüste einer Bühne für ein geplantes Open-Air-Musikfestival auf einen gut besetzten Parkplatz, berichtete die dpa. Bei einer Adria-Fähre, die im Hafen lag, löste sich ein Tau, so dass die Fähre mit zwei Touristenschiffen kollidierte. Ein Boot wurde zertrümmert und sank. Verletzte gab es dabei nicht.

Laut Informationen von index.hr mussten mehrere Besatzungsmitglieder und Passagiere auf dem Meer gerettet werden. Ein Notruf sei am Vormittag unter anderem von einem Segelboot mit fünfköpfiger Besatzung eingegangen, unter der sich auch ein Kind befand. Es habe Lebensgefahr bestanden – der Kapitän meldete demnach einen gebrochenen Mast und einen defekten Antriebsmotor. Die Besatzung konnte wohl kurz darauf von Rettungskräften evakuiert und sicher an Land gebracht werden. Knapp drei Stunden später sei ein weiterer Notruf von einer sechsköpfigen Besatzung eingegangen.

Bei der Kollision mit einer Fähre wurden mehrere hölzerne Touristenboote zertrümmert, die an der Pier festgemacht waren, und eines von ihnen sank.

Der bis vor kurzem amtierende Bürgermeister von Split, Ivica Puljak, veröffentlichte nach dem Unwetter ein Statement auf Facebook: „Heute wurde unsere Stadt von einem schweren Sturm verwüstet. Ich sehe, dass alle Dienste und alle Verantwortlichen versuchen, die Lage so schnell wie möglich wiederherzustellen und die Auswirkungen des Sturms zu beseitigen. Ich möchte ihnen hiermit meine Unterstützung aussprechen. Allen Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung.“

Unwetter in Kroatien: „Heute wurde unsere Stadt von einem schweren Sturm verwüstet“

Der heftige Sturm mit Regen und Hagel an der Adria riss auch zahlreiche Hausdächer mit, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Im Peristyl des berühmten Diokletian-Palastes aus der Römerzeit stand danach das Wasser einen halben Meter hoch.

Der kroatische staatliche Wetterdienst DHMZ sprach am Dienstag in mehreren Teilen Kroatiens „potenziell gefährliche“ bis hin zu „gefährliche“ Warnhinweise entlang der Adria und in der östlichen Region Osijek aus. In den kommenden Tagen sollte sich das Wetter zunächst wieder beruhigen. An dem kroatischen Ferienziel Split rumort es diesen Sommer immer wieder. Zuletzt wurde ebenfalls ein Erdbeben in der Region an der Adria verzeichnet. (no/dpa)

Rubriklistenbild: © Instagram @brodosplit // Ivo Cagalj/PIXSELL/IMAGO

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