Perle am Mittelmeer

Kroatien, Urlaubsland an der Adria: Endlose Küstenkilometer und pittoresk Reiseziele

Kroatien erstreckt sich über hunderte Kilometer an der östlichen Adriaküste. Das Land am Mittelmeer zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen Europas.

Zagreb – Die Städte entlang der kroatischen Adriaküste zeugen von der langen Geschichte des Landes und beeindrucken mit historischen Sehenswürdigkeiten. Unzählige Strände und Buchten locken Badetouristen an. Die Spuren des mittlerweile 25 Jahre zurückliegenden Krieges sind heute kaum noch wahrzunehmen und Kroatien präsentiert sich als modernes, fortschrittliches Urlaubsland am Mittelmeer.

LandKroatien
HauptstadtZagreb
Einwohnerzahl3,85 Millionen (Stand 2023)
AmtsspracheKroatisch
Fläche56.594 Quadratkilometer
StaatsformParlamentarische Republik

Kroatien als beliebtes Urlaubsziel – Deutsche Touristen sind Reise-Spitzenreiter im Mittelmeerland

Wer gen Süden in den Urlaub reist, peilt nicht selten Ländern wie Italien, Österreich oder Griechenland an. Lange galt das am Mittelmeer gelegene Kroatien in dieser Hinsicht als absoluter Geheimtipp. In den letzten Jahren erlebte der recht junge Staat aber nicht nur einen kleinen Wirtschaftsboom mit sinkender Arbeitslosigkeit und wachsendem Bruttoinlandsprodukt. Auch in puncto Tourismus mauserte sich Kroatien vom Geheim-Ziel zur absoluten Wunschdestination vieler Urlauber.

Jährlich besuchen Millionen Touristen das Land. 2023 wurden laut Angaben der kroatischen Statistikbehörde rund 19,5 Millionen Ankünfte von Urlaubern gezählt. Daneben stehen 92,4 Millionen Nächtigungen zu Buche. Der mit Abstand Großteil der Reisenden kommt dabei aus Deutschland. Mehr als 3,2 Millionen deutsche Gäste haben 2023 den Weg nach Kroatien gefunden. Damit zählt das Urlaubsland an der Adria deutlich mehr Urlauber aus Deutschland, als aus der eigenen Heimat. Auf deutsche Urlauber entfällt mehr als ein Viertel aller in Kroatien getätigten Übernachtungen und sie bleiben mit sieben Tagen durchschnittlich auch am längsten.

Bei Urlaubern äußerst beliebt: Die Stadt Poreč in Istrien ist nur einer von vielen malerischen Orten in Kroatien.

Von Istrien bis Dalmatien: Kroatiens Urlaubsregionen als Urlauber-Magnet

Beliebt ist Kroatien besonders aufgrund seiner vielen Kilometer Mittelmeerküste. Mehr als 90 Prozent der Übernachtungen in Kroatien entfielen 2023 auf Hotel- und Beherbergungsbetriebe am Meer. Zu den bekanntesten kroatischen Urlaubsregionen gehören Istrien und Dalmatien. Istrien, die große Halbinsel im Nordwesten des Landes, ist für Urlauber aus Italien, Österreich und Deutschland gut erreichbar und besticht nicht nur aufgrund ihrer Badestrände. Auch malerische Städte wie Rovinji, Poreč oder Pula, die größte Stadt der Region, locken jährlich eine Vielzahl an Urlaubern an.

Dalmatien im Süden Kroatiens bedarf für Urlauber aus dem Norden mit dem Auto, dem Camper oder per Zug einer längeren Anreise, besticht aber ähnlich wie weiter nördlich gelegene Regionen durch idyllische Ortschaften und traumhafte Küstenstreifen. Die Region erstreckt sich von Zadar im Norden bis nach Dubrovnik im äußersten Süden Kroatiens. Einen Besuch wert sind in Kroatien allerdings auch die vielen Inseln und etlichen Nationalparks an der Küste und im Landesinneren.

Der millionenfache Besuch birgt aber auch seine Schattenseiten. Wie viele andere Orte in und außerhalb Kroatiens leidet besonders Dubrovnik mit seiner pittoresken Altstadt zunehmend unter dem sogenannten Massentourismus, vor allem durch Kreuzfahrtschiffe. Die etwas mehr als 40.000 Einwohner zählende Stadt musste laut statistischem Amt 2023 rund 3,6 Millionen Nächtigungen stemmen. Ähnliches gilt auch für das istrische Städtchen Poreč oder die Ortschaft Baška auf der beliebten Insel Krk.

Von der Festung Lovrijenac aus hat man einen wundervollen Blick auf die Altstadt Dubrovniks. (Archivbild)

Urlaubsland Kroatien: Geografie und Städte im Reiseziel am Mittelmeer

Die Geografie Kroatiens wird von der Pannonischen Tiefebene und einigen Höhenzügen bestimmt. Höchster Berg ist der 1831 Meter hohe Dinara an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina im Dinarischen Gebirge. Kroatien ist eines der wasserreichsten Länder Europas, mit zahlreichen Flüssen und Seen, die streng geschützt werden. Weltberühmt sind die Plitvicer Seen mit ihren Wasserfällen und kaskadenförmig angeordneten Seen, die zum Weltnaturerbe der UNESCO gehören. Die kroatische Adriaküste gilt nicht zuletzt aufgrund der umfassenden Wasserschutzprogramme als besonders sauber.

Neben vielen kleineren, vor allem bei Urlaubern beliebten, Ortschaften, befinden sich in Kroatien auch einige größere Städte. Wird die gesamte Metropolregion eingerechnet, darf sich die Hauptstadt Zagreb sogar Millionenstadt nennen. Die Agglomeration zählt mehr als 1,2 Millionen Einwohner. Die bevölkerungsreichsten Städte im Überblick (Stand 2023):

StadtAnzahl Einwohner
Zagreb698.966
Split176.314
Rijeka141.172
Osijek88.140
Zadar71.258

Quelle: worldpopulationreview.com

Die frühe Geschichte von Kroatien

Das Gebiet des heutigen Kroatien wurde schon vor über einer Million Jahren von den Vorfahren des modernen Menschen bewohnt. Die jüngere Geschichte des Landes begann im 1. Jahrhundert v. Chr., als die Römer die Herrschaft über die in der Region lebenden Illyrer, Liburner, Kelten und Griechen übernahmen. Sie gründeten die Provinzen Illyrien und Dalmatien. 284 bestieg der in dieser Region geborene Diokletian den römischen Kaiserthron und ließ sich einen prachtvollen Palast als Altersruhesitz bauen. Der Diokletianspalast ist heute die größte Sehenswürdigkeit der kroatischen Stadt Split und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches zogen Slawen aus Osteuropa in die Region. Zu dieser Zeit entstand auch der Begriff Kroaten (Hrvati) für die Einwohner von Kroatien, doch die Herkunft des Begriffs ist bis heute umstritten. Ab dem 7. Jahrhundert konvertierten diese zum Christentum.

Kurze erste Unabhängigkeit Kroatiens

Im Mittelalter kämpften die Fürsten der Region gegen Eroberungsversuche durch Byzanz und Venedig. Fürst Tomislav gelang es im 10. Jahrhundert, die Fürstentümer zu vereinen und er wurde 925 zum ersten König von Kroatien gekrönt. Das unabhängige Königreich blieb jedoch nur 177 Jahre bestehen, ehe Kroatien eine Personalunion mit dem benachbarten Ungarn einging. Gemeinsam kämpften sie gegen die muslimischen Osmanen, die über den Balkan nach Europa drängten.

Die Küstengebiete von Dalmatien und Istrien kamen im 15. Jahrhundert an Venedig, die den Orten einen unverkennbar italienischen Stempel aufdrückten. Noch heute ist der venezianische Löwe überall zu sehen. Die Republik Ragusa (heute Dubrovnik) konnte sich ihre Eigenständigkeit bis ins 19. Jahrhundert bewahren. Ihre Handelsflotte war im 16. Jahrhundert die drittgrößte im Mittelmeerraum.

Das Binnenland von Kroatien kam mit Ungarn nach der siegreichen Schlacht von Mohács 1527 unter den Schutz der Habsburger Monarchie. 1814 kam Dalmatien hinzu. Die Adriaküste entwickelte sich zum bevorzugten Ziel für adelige Sommerfrischler aus Wien und wurde zu diesem Zeitpunkt auch Österreichische Riviera genannt.

Kroatien im 20. Jahrhundert

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs war das riesige Habsburgerreich Österreich-Ungarn Geschichte. Slawische Politiker, die schon lange nach mehr Unabhängigkeit strebten, gründeten das Jugoslawische (Südslawische) Komitee. 1917 wurde das Vereinigte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen verkündet. Prinzregent Aleksandar I. Karađorđević von Serbien wurde 1921 zum König bestimmt.

In Kroatien war der Zusammenschluss bei der Bevölkerung unpopulär, da Serbien eindeutig dominierte. Schon bald gärte es im Königreich und die kroatische Bauernpartei forderte mehr Mitbestimmung. Als ihr Anführer Stjepan Radić und drei weitere Abgeordnete 1928 von einem radikalen serbischen Politiker erschossen wurden, kam es zu Tumulten. König Aleksandar ließ alle Parteien verbieten und benannte das Land in das von ihm diktatorisch regierte Königreich Jugoslawien um. 1934 wurde er selbst bei einem Attentat in Marseille ermordet.

Im Zweiten Weltkrieg kämpften jugoslawische Partisanen unter ihrem Anführer Josip Broz Tito gegen die deutschen Besatzer und die mit ihnen verbündete faschistische kroatische Ustascha-Bewegung. Serben und andere Minderheiten wurden in Kroatien brutal unterdrückt. Dazu strebten die Faschisten eine Ausrottung der christlich-orthoxoden Christen an.

Kroatien und der Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kroatien Teil der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, die schon bald den Sozialismus einführte. Starker Mann im Staat war der ehemalige Partisanenführer Tito, der das Land diktatorisch regierte. Frühere Gegner wurden verfolgt, die deutsche Minderheit aus dem Land vertrieben. Mit dem Tod Titos 1980 und der Glasnost-Politik in der Sowjetunion regte sich auch in Kroatien der Wunsch nach Demokratie und Marktwirtschaft. Der kommunistische Serbe Slobodan Milošević hielt als Präsident dagegen an einem zentralistischen Einheitsstaat fest und machte in Serbien Stimmung gegen die Nachbarländer.

1991 stimmten 93,2 Prozent der Kroaten in einer Volksabstimmung für die Unabhängigkeit. Die serbisch dominierte Volksarmee griff daraufhin zahlreiche Städte in Kroatien an. Es folgte ein mehrjähriger Krieg, in den auch das Nachbarland Bosnien hineingezogen wurde. Er konnte erst 1995 mit dem Abkommen von Dayton beendet werden. Kroatien war eine unabhängige Republik.

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Blick auf Split in Kroatien
Im Herzen der Region Dalmatien liegt die zweitgrößte Stadt Kroatiens: Split. Die Adria-Schönheit blickt auf eine 1.700 Jahre alte Geschichte zurück – einst war es Teil des Römischen Reichs, dann venezianisches Schutzgebiet, später unter osmanischer Herrschaft. Zu den beeindruckendsten Bauwerken zählt der Diokletianspalast, der einst dem römischen Kaiser Diokletian als Alterssitz diente und heute zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Urlauber können aber auch an der palmengesäumten Uferpromenade Riva entlangschlendern und die frische Seeluft schnuppern.  © Pond5 Images/Imago
Küstenlinie von Opatija
Die Küstenstadt Opatija war im 19. Jahrhundert ein begehrter Kurort an der Kvarner Bucht, den auch schon die Kaiserin Sisi als Urlaubsdomizil genutzt hat. Hier lässt sich wunderbar an der Promenade Lungomare entlang flanieren oder durch das Stadtzentrum schlendern, um die prächtige Villa Angiolina mitsamt Park zu besuchen.  © Dalibor Brlek/Imago
Altstadt von Šibenik
Šibenik befindet sich im Norden der Region Dalmatien und ist ein perfekter Ort für alle, die sich für Kultur interessieren. In der Altstadt reihen sich Kirchen, Klöster und Paläste aneinander, obendrein gibt es eine Vielzahl von Museen und Galerien. Zu den Highlights zählen vier venezianische Festungsanlagen, die Jahrhunderte lang dem Schutz vor Überfällen dienten. Zum Unesco-Weltkulturerbe gehört überdies die Kathedrale des Heiligen Jakob, dessen Dach ein Tonnengewölbe bildet. © Pond5 Images/Imago
Wasserfälle in Krka-Nationalpark in Kroatien
Nur wenige Kilometer von Šibenik entfernt befindet sich der Nationalpark Krka. Der gleichnamige Fluss schlängelt sich hier mal durch sanfte Hänge und mal durch tiefe Schluchten – und stürzt dann mal in Form eines Wasserfalls mehrere Meter hinab. An den Ufern können Wanderer außerdem zahlreiche Festungsruinen finden. Inmitten eines großflächigen Sees liegt eine Klosterinsel.  © YAY Images/Imago
Dorf Rovinj in Kroatien
An der Westküste Istriens befindet sich die kleine Hafenstadt Rovinj. Sie zeichnet sich durch ihre malerischen, verwinkelten Gassen aus, zu den romantischsten gehören Trevisol und Garzotto. Die Häuser entlang des Weges sind mit bunten Fassaden und strahlenden Blumen versehen. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der etwa 60 Meter hohe Turm der Kirche der Heiligen Euphemia, der sich im Herzen des historischen Teils von Rovinj befindet.  © Pond5 Images/Imago
Nationalpark Paklenica in Kroatien
Winnetou-Fans wird der Nationalpark Paklenica vielleicht ein Begriff sein – die wildromantische Landschaft diente als Drehort für die Karl-May-Filme (genauso wie die Plitvicer Seen). Besonders Wanderbegeisterte kommen voll auf ihre Kosten, denn es gibt 150 bis 200 Kilometer an Wegen und Pfaden im Park. Zu entdecken gibt es hohe Felswände, Grotten und Höhlen sowie Pinien und Hunderte verschiedene Pflanzen- und Vogelarten. © Panthermedia/Imag
Kathedrale in Zagreb
Die Hauptstadt Kroatiens bleibt im Urlaub meist unter dem Radar der Reisenden – dabei hat Zagreb einiges zu bieten. Sie blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück und lag einst in der Hand der Habsburger. Die Österreicher errichteten beeindruckende Prachtbauten, Jugendstilgebäude und riesige Grünanlagen, die zum Flanieren einladen. Die Kulinarik der Stadt lässt sich an einem der vielen Märkte im Freien erleben, außerdem bietet der Jarun-See – auch als “Zagreber Meer” bekannt – genügend Erholung und ein vielfältiges Angebot für Wassersportler. © Pond5 Images/Imago
Plitvicer Seen
Wer nicht nur auf Städtetrips aus ist, sondern auch etwas von der zauberhaften Natur Kroatiens sehen möchte, ist im Nationalpark Plitvicer Seen perfekt aufgehoben. Spektakuläre Wasserfälle, türkisfarbene Stromschnellen und eine vielfältige Flora und Fauna machen den bekanntesten und ältesten Nationalpark des Landes zu einem Must-see für jeden Aktivurlauber.  © ingimage/Imago
Blick auf den Hafen der kroatischen Insel Hvar.
Von Split aus ist innerhalb einer Stunde die Insel Hvar mit dem Boot zu erreichen. Sie ist für ihren Wein- und Olivenanbau sowie den Lavendel bekannt, der hier überall zu sehen ist. Schon im 19. Jahrhundert wurde Hvar für den Tourismus entdeckt, mittlerweile ist es ein beliebtes Ziel für Jet-Setter. Badeurlauber finden zahlreiche Buchten, um für Erfrischung zu sorgen, während Aktiv-Reisende einen der vielen Wanderwege beschreiten können.  © YAY Images/Imago
Luftaufnahme von Dubrovnik
Spätestens seit Dubrovnik in der HBO-Serie “Game of Thrones” als Schauplatz von Königsmund diente, ist die kroatische Hafenstadt ein absoluter Touristenmagnet. Aber auch unabhängig davon ist die “Perle der Adria”, die sich im südlichsten Teil des Landes befindet, einen Besuch wert. Die mittelalterliche Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen und dem fast 2.000 Meter langen Mauerring befindet sich in einem ausgezeichneten Zustand. Ein Blick in vergangene Zeiten ist also vorprogrammiert.  © Panthermedia/Imago

Kroatien: Bevölkerung und Sprache

Durch den Zerfall von Jugoslawien und den folgenden Krieg ist die Bevölkerung von Kroatien heute sehr homogen. Zahlreiche Serben flohen aus dem Staat nach Serbien und nur wenige kehrten später zurück. Dazu ist die Bevölkerung aufgrund der geringen Geburtenrate seit einigen Jahren leicht rückläufig.

Die wichtigsten Ethnien laut der letzten Volkszählung von 2021:

EthnieProzentualer Anteil
Kroaten91,63 %
Serben3,2 %
Bosniaken0,62 %
Italiener0,36 %
Albaner0,36 %

Quelle: croatia.eu

Die wichtigste Sprache und einzige Amtssprache ist Kroatisch. Früher wurde die Sprache Serbokroatisch genannt, doch seit dem Zerfall Jugoslawiens wird sie in Kroatisch, Serbisch, Bosnisch und Montenegrinisch unterteilt. Untereinander sind die Unterschiede vergleichbar mit den Varianten der deutschen Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Eine weitere wichtige Sprache ist Italienisch, das von der italienischstämmigen Bevölkerung an der Küste Istriens gesprochen wird. Teilweise hat sich noch der venezianische Dialekt aus der Zeit, als die Region zur Republik Venedig gehörte, erhalten.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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