Starke Passatwinde sind nur eine Auswirkung von La Niña: Die „kleine Schwester“ von El Niño bringt Regen, in einigen Gegenden aber auch Dürre mit sich.
Offenbach – Wenn der Deutsche Wetterdienst einen kalten Winter vorhersagt, kann die Ursache dafür La Niña sein. Das Wetterphänomen löst überdurchschnittlich hohe Luftdruckunterschiede im Ostpazifik aus. In der Folge kann es auch beim Wetter in Deutschland zu starken Temperaturabsenkungen kommen.
| Wetterphänomen | La Niña |
|---|---|
| Auftreten | Vor der Pazifikküste Südamerikas |
| Dauer | Zwischen fünf und zwölf Monaten |
| Intervall | Alle drei bis vier Jahre |
So entsteht das Wetter-Phänomen La Niña
La Niña (spanisch für „das Mädchen“) tritt im Schnitt alle drei bis vier Jahre auf, meist als Folge eines El-Niño-Ereignisses. Das passiert bei der Entstehung des Phänomens:
- Zwischen Südamerika und Indonesien treten ungewöhnlich hohe Luftdruckveränderungen auf.
- Die oberen Wasserschichten im tropischen Ostpazifik kühlen sich überdurchschnittlich ab.
- In der Folge sinkt die Luft über dieser Region ab, während sie im Westpazifik aufsteigt. Zudem treten starke Passatwinde auf.
- Warmes Oberflächenwasser treibt Richtung Südostasien, kühles Richtung Südamerika.
La Niña: Typische Auswirkungen auf das Wetter
La Niña hat weltweite Folgen auf das Wetter. Erwärmt sich das Wasser im Westpazifik, fällt etwa mehr Regen an der australischen Nordostküste. Das hatte in der Vergangenheit unter anderem Unwetter, starke Erdrutsche oder Überflutungen zur Folge, während es in anderen Gebieten der Welt zu Dürrekatastrophen kam.
La Niña verstärkt die typischen Klimaverhältnisse einer Region. Das hat unterschiedliche Auswirkungen:
- Heftige Regenfälle in Südostasien sorgen für Abkühlung.
- In Südamerika trocknen Gebiete aus.
- An der Westküste Nordamerikas herrschen ungewöhnlich hohe Temperaturen.
- Hurrikane treten in La-Niña-Jahren in Nordamerika häufiger auf.
Auch auf das Wetter in Deutschland hat La Niña Auswirkungen
Auf das Wetter in Deutschland hat La Niña ebenfalls Auswirkungen: Nach Europa bringt sie in der Regel Kälte. Im Jahr 2010 herrschten hierzulande über viele Wochen niedrige Temperaturen. Der schneereiche Winter war unter anderem eine Folge von La Niña. Durch die Passatwinde und den kühlen Antarktis-Strom sinken auch hierzulande die Werte. Das kann – muss aber nicht – Schnee und Eis mit sich bringen.
Grundsätzlich beeinflusst La Niña vor allem das Wetter auf dem amerikanischen Kontinent und in Südostasien.
So hängen El Niño und La Niña zusammen
La Niña ist praktisch die Gegenspielerin von El Niño. Beide Phänomene treten häufig nacheinander auf. Das globale Klimaereignis El Niño findet in der Regel rund um die Weihnachtszeit statt – woher auch die Bezeichnung rührt. El Niño bedeutet auf Spanisch „Christkind“. Seine Entstehung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Vor der ostpazifischen Küste Perus treibt üblicherweise kühles Wasser von den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche. Während eines El-Niño-Ereignisses erwärmt sich das Wasser vor der südamerikanischen Pazifikküste ungewöhnlich stark, die kühlen Ströme kommen zum Erliegen. Die Passatwinde ändern ihre Richtung und verändern damit auch die Meeresströmungen. Die Folgen sind starke Stürme und Regenfälle.
El Niño beeinflusst ebenso wie La Niña das globale Wetter. Rund drei Viertel der Erde sind betroffen. Einige Beispiele:
- Auf den Galapagosinseln führt das Phänomen zu starken Regenfällen.
- An der Westküste Süd- und Nordamerikas kann es zu Überschwemmungen kommen.
- Vor Mittelamerika besteht erhöhte Wirbelsturmgefahr.
- Der Regenwald im Amazonasgebiet leidet unter Dürre.
- Der indische Monsun fällt stärker aus als gewohnt.
Auf Deutschland hat El Niño üblicherweise keine Auswirkungen. Eine Ausnahme gab es eventuell 2009/2010 – Experten diskutierten, ob nicht nur La Niña, sondern auch das Gegenstück El Niño mit am schneereichen Winter beteiligt war.
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