VonFranziska Schwarzschließen
Mit einem Knall hat der Gesundheitsminister die Woche eröffnet: Noch vor Ostern könnten bestimmte Corona-Maßnahmen fallen. Damit meint er aber nicht den Februar.
Berlin - Karl Lauterbach ist „fest überzeugt“, dass „deutlich vor Ostern“ die Corona-Maßnahmen hierzulande gelockert werden können. Das sorgt für Aufsehen, gut eine Woche vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar. Kurz zuvor setzte der Gesundheitsminister jedoch einen Tweet ab, der klarmacht: in Zukunft - nicht jetzt.
Der SPD-Politiker zog erneut Israel als Bezugspunkt heran. Neue Daten aus dem Land belegten, dass eine Omikron-Infektion bei ungeimpften Älteren häufig zum Tod führe. Die gibt es hierzulande auch. „Bisher konnten wir in Deutschland solche Sterberaten verhindern, weil ältere Ungeimpfte durch unsere Maßnahmen geschützt wurden“, bekräftigte Lauterbach in dem Tweet die aktuelle Corona-Politik:
Die neuen Daten aus Israel zeigen eine hohe Omicron Sterblichkeit, die darauf zurückgeht, dass zu viele Ältere ungeimpft sind. Bisher konnten wir in Deutschland solche Sterberaten verhindern, weil ältere Ungeimpfte durch unsere Massnahmen geschützt wurden. https://t.co/Ws81Drqneq
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) February 6, 2022
Und Ostern ist 2022 Mitte April, also noch ein paar Wochen hin. „Wir sind vor dem Höhepunkt der Welle. In das Maximum der Fallzahlen jetzt zu lockern, das bedeutet: Ich gieße Öl ins Feuer“, warnt Lauterbach aktuell ebenso.
Lauterbach verteidigt Corona-Maßnahmen – Israel lockert
Und Israel? Trotz Rekordzahlen bei den Covid-Schwerkranken lockert die dortige Regierung weitgehend die Pflicht für den „Grünen Pass“. Seit diesem Montag (7. Februar) müssen die Menschen den Nachweis für Geimpfte und Genesene nur noch bei großen Veranstaltungen wie Feiern und Hochzeiten vorzeigen.
Der Besuch von Restaurants, Kinos und Hotels ist nun auch ohne „Grünen Pass“ und ohne negativen Corona-Test möglich. Auch bei der Ausreise aus Israel müssen Ungeimpfte keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen.
Corona in Israel: Zahl der Covid-Schwerkranken auf Rekordhoch
Die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten in dem 9,4 Millionen-Einwohner-Land hat am Wochenende erstmals seit Pandemie-Beginn den Wert 1200 überschritten.
Israel hatte jüngst den Kreis der Berechtigten für eine vierte Corona-Impfdosis ausgeweitet. Nun sollen auch alle immungeschwächten Menschen ab 18 Jahren den Booster erhalten können, ebenso Menschen, die berufsbedingt ein hohes Ansteckungsrisiko haben. (frs mit Material der dpa)
