Gesundheit

Studie behauptet: Guter Schlaf erhöht die Lebenserwartung - Fünf Faktoren besonders wichtig

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Guter Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Forschende der Harvard-Universität haben in einer Studie Schlaffaktoren für eine gute Schlafqualität definiert.

Berlin – Guter Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Allein in Deutschland leiden zahlreiche Menschen unter Schlafstörungen. Schlechter Schlaf wirkt sich nicht nur negativ auf die aktuelle Tagesform aus, sondern kann auch die Lebenserwartung mindern. Forschende der Harvard-Universität haben in einer Langzeit-Studie herausgefunden, dass eine gewisse Schlafqualität das Leben von Frauen und Männern um Jahre verlängern könne.

Doch was macht eigentlich eine gute Schlafqualität aus? Die Forschenden aus den USA konnten dies genau festmachen. Folgende fünf Faktoren sind demnach wichtig für eine gute Schlafqualität:

  • ideale Schlafdauer: sieben bis acht Stunden pro Nacht
  • Einschlafschwierigkeiten: weniger als zweimal pro Woche
  • Schlafstörungen: höchstens zweimal pro Woche
  • keine Schlafmittel
  • sich nach dem Aufwachen an mindestens fünf Tagen in der Woche gut ausgeruht fühlen

Studie aus den USA: Menschen, die gut schlafen, leben länger

Bei der Studie haben Forschende der Harvard-Universität Daten von 172.321 Personen analysiert. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 50 Jahren, 54 Prozent der Teilnehmenden waren weiblich. Die besagten Personen haben zwischen 2013 und 2018 an der National Health Interview Survey in den USA teilgenommen. Die Umfrage wird jährlich vom Centre of Disease Control and Prevention (CDC) durchgeführt, um die Gesundheit der Bevölkerung einzuschätzen.

Zehn Tipps, dank derer Sie nie wieder schlecht schlafen

Zwei Frauen trinken Kaffee
Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten. © Josep Suria/Imago
Frau wacht auf
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und herwälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es „umarmen“. © Tanya Yatsenko/Imago
Wecker
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus. © kvkirillov/Imago
Frau trinkt Wein
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen. © Sofiya Garaeva/Imago
Frau schläft
Tipp 5: Wenn Sie Rückenschmerzen haben, empfiehlt es sich, ein Kissen unter Ihre Oberschenkel zu schieben, wenn Sie auf dem Bauch schlafen und unter die Beine, wenn Sie es auf dem Rücken tun. © Vasily Pindyurin/Imago
Frau hält Kissen vors Gesicht
Tipp 6: Nackenschmerzen oder -verspannungen können ganz schön fies sein - besonders in der Nacht. Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, ist es daher ratsam, mindestens alle zwei Jahre, das Kopfkissen auszuwechseln. Studien zufolge waren Probanden besonders von festeren Nackenstützkissen aus Latex angetan. © Sofiya Garaeva/Imago
frau massiert ihre wade nach einem nächtlichen wadenkrampf
Tipp 7: Wachen Sie in der Nacht manchmal auf, weil Sie plötzlich einen Wadenkrampf haben? Dann hilft Magnesium vor dem Schlafen gehen, um die Muskeln zu entspannen. Zur Soforthilfe empfiehlt sich das Massieren der betroffenen Stelle, um den Schmerz zu lindern. © Rolf Kremming/Imago
Paar liegt im Bett
Tipp 8: Wer unter Reflux leidet, kann oftmals ebenfalls unter Schlafstörungen leiden. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über entsprechende Medikamente und schlafen Sie fortan auf der linken Seite. Am besten auf einem etwas erhöhten Kissen. © AndreyPopov/Imago
Tasse mit Baldrian-Tee
Tipp 9: Manche schwören auch auf einen Schlummertrunk, um schneller ins Land der Träume abzutauchen. Begehrt sind vor allem Teesorten wie Baldrian- oder Hopfentee, weil sie schlaffördernde Wirkung entfalten sollen.  © O. Diez/Imago
Frau macht Yoga
Tipp 10: Entspannungsübungen lassen Körper und Geist zur Ruhe kommen. 15 Minuten entspannende Yoga-Übungen, Mediation oder autogenes Training können Ihnen so helfen, den Tag hinter sich zu lassen und schneller einzuschlafen.  © Imago

Die Studie ergab, dass junge Menschen mit vorteilhafteren Schlafgewohnheiten mit zunehmend geringerer Wahrscheinlichkeit früh sterben. Darüber hinaus deuten die Daten darauf hin, dass etwa 8 Prozent der Todesfälle jeglicher Ursache auf schlechte Schlafmuster zurückzuführen sind. Teilnehmende der Studie, die oben genannte fünf Faktoren für eine gute Schlafqualität erfüllten und damit gut schlafen, hatten laut Studien-Ergebnissen also eine deutlich höhere Lebenserwartung.

Frauen2,4 Jahre höhere Lebenserwartung
Männer4,7 Jahre höhere Lebenserwartung
Quelle: American College of Cardiology (ACC)

Guter Schlaf erhöht die Lebenserwartung: Nicht nur Schlafdauer ist wichtig

Um herauszufinden, warum Männer mit allen fünf risikoarmen Schlaffaktoren eine doppelt so lange Lebenserwartung hatten wie Frauen mit gleicher Schlafqualität, bedarf es weiterer Forschung, heißt es in der Studie. Auch in Bezug auf Erkrankungen konnten die Forschenden eine Verbindung zu guter Schlafqualität sehen. Menschen, die gut schlafen, hätten demnach ein 21 Prozent geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.

Guter Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Eine Studie zeigt, dass eine gute Schlafqualität sogar die Lebensdauer verlängern kann. (Symbolbild)

„Ich denke, diese Ergebnisse unterstreichen, dass es nicht ausreicht, nur genügend Stunden Schlaf zu bekommen. Man muss wirklich einen erholsamen Schlaf haben und darf keine Probleme beim Ein- und Durchschlafen haben“ sagte Frank Qian, einer der Autoren der Studie. „Wenn Menschen all diese idealen Schlafverhaltensweisen haben, werden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit länger leben“, so Qian. (hg)

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