Lissabon ist die Hauptstadt und größte Stadt Portugals. Sie liegt am Atlantik und gehört mit ihrer Architektur zu den interessantesten Städten Europas.
Lissabon, die Hauptstadt von Portugal, wird auch die Stadt der sieben Hügel genannt. Die Stadt liegt im Westen der Iberischen Halbinsel am Atlantischen Ozean und dem Fluss Tejo. Lissabon ist eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Europas, mit einem wachsenden Finanzsektor und einem der größten Containerhäfen an der europäischen Atlantikküste. Die Hauptstadt von Portugal ist eine der ältesten Städte der Welt und, nach Athen, die zweitälteste europäische Hauptstadt.
Geschichte von Lissabon
1.200 vor Christus siedelten sich die Phönizier in der geschützten Bucht, an der Mündung des Tejo, an. Die Siedlung mit dem Namen „Felicitas Julia“ wurde danach von den Römern unter Julius Caesar beherrscht. Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde die Stadt ab dem 5. Jahrhundert von einer Reihe germanischer Stämme belagert. Später wurde sie im 8. Jahrhundert von den Mauren erobert. Während der darauffolgenden Herrschaft der Germanen siedelten sich immer mehr Mauren und Araber an. Zu dieser Zeit trug die Stadt den Namen „Al-Aschbouna“ und wechselte regelmäßig die Herrscher. Der erste König Portugals, Dom Afonso Henriques, eroberte die Stadt im Jahr 1147 und seitdem ist sie das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Portugals.
Es folgte das goldene Zeitalter von Lissabon, nachdem der erste König des Landes seinen Königshof dorthin verlegt hatte und die Stadtbevölkerung weiterhin angewachsen war. Die Eroberungsfahrt unter König João I. im 15. Jahrhundert war der Startschuss für die Entwicklung zu einer der bedeutendsten See- und Kolonialmächte. Rasch vergrößerte Portugal seinen Einfluss durch weltweite Kolonialisierungen und die Verbreitung des Katholizismus.
Im Jahr 1497 umsegelte der Seefahrer und Entdecker Dom Vasco da Gama das Kap der Guten Hoffnung und erreichte Indien. Damit war er der erste Europäer, der nach Indien über den Seeweg kam. Dies legte den Grundstein für das goldene Zeitalter und verhalf dem heutigen Lissabon zum Status der bedeutendsten Handelsmetropole der Welt. Durch den Handel von exotischen Gewürzen und Stoffen erlangte Portugal zu dieser Zeit noch mehr Macht und großen Reichtum.
Im Jahre 1560 fielen die Spanier ein und herrschten für sechzig Jahre, welche dem einst so starken Portugal und Lissabon als Kolonial- und Handelsmacht nahezu jegliche Bedeutung raubte. 1755 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9 die Stadt, gefolgt von einer Tsunamiwelle und einem Feuersturm. Dies führte dazu, dass beinahe alle Gebäude der Stadt gänzlich zerstört wurden und ein Viertel der Stadtbewohner Lissabons ums Leben kam. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, aber ein Brand im Jahr 1988 zerstörte erneut einige Gebäude. Am 7. September 1822 verlor Portugal mit Brasilien eine seiner wichtigsten Kolonien, als Kaiser Pedro I. die Unabhängigkeit des südamerikanischen Landes erklärte. Dies markierte den Anfang vom Ende Portugals als wichtige Kolonialmacht.
Anfang des 19. Jahrhunderts unterlagen mehrere Tausend Bewohner von Lissabon dem Typhus und der Cholera. Im Miguelistenkrieg wurde das von König Michael besetzte Lissabon am 24. Juli 1833 von den Truppen von Peter I. eingenommen. Wenig später, am 09. September 1836, während der Septemberrevolution, trafen setembristische Abgeordnete aus Porto in Lissabon ein, geführt von Manuel da Silva Passos. Sie wurden von der Bevölkerung der Stadt triumphal empfangen.
Im Vertrag von Lissabon vom 20. April 1859 wurde die Aufteilung und der Austausch portugiesischer und niederländischer Besitzungen auf dem Solor- und Timorarchipel zwischen Portugal und den Niederlanden geregelt. 1897 floh die Königsfamilie mitsamt dem Hofstaat nach Brasilien, weil die französischen Truppen einfielen. Rio de Janeiro wurde anschließend neuer Regierungssitz.
Die 771 Jahre währende portugiesische Monarchie endete endgültig am 5. Oktober 1910, als die erste portugiesische Republik ausgerufen wurde. In der Lissabonner Blutnacht, am 19. Oktober 1921, wurden bei einem Aufstand der Republikanischen Garden der Regierungschef António Joaquim Granjo und eine Reihe anderer führender Politiker getötet. Fünf Jahre später endete die portugiesische mit einem Militärputsch. Der Ministerpräsident und Diktator von Portugal António de Oliveira Salazar kam an die Macht. Er verkündete den Estado Novo, den „Neuen Staat“, welcher eine konservativ-autoritäre Diktatur war. In der Zeit des Estado Novo, von 1926 bis 1974, wuchs die Stadt immer weiter, da sie zulasten des restlichen Landes beständig ausgebaut wurde.
Ende April 1974 kam es schließlich zur Nelkenrevolution in Portugal, wobei Lissabon als Hauptstadt wieder das Zentrum bildete. Mit der Beendigung des Kolonialkriegs in Afrika 1975 kam es zu einer Flüchtlingsflut aus Angola und Mosambik insbesondere in den Großraum von Lissabon.
Das Altstadtviertel Chiado wurde bei einem Großbrand 1988 stark zerstört. Dennoch wurde Lissabon 1994 Kulturhauptstadt Europas. Zwei Jahre später verabschiedeten der Europarat und die UNESCO in Lissabon eine neue gemeinsame allgemeine Hochschulkonvention, die sogenannte „Lissabon-Konvention“.
Für die europäische Entwicklung war Lissabon immer wieder ein wichtiges Zentrum. Im März 2000 wurde auf einem Sondergipfel die Lissabon-Strategie von den europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen. Ziel dieser Strategie war es, die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Der Vertrag von Lissabon, auch bekannt als EU-Grundlagenvertrag, wurde am 13. Dezember 2007 unter portugiesischer Ratspräsidentschaft von den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterzeichnet. Beim NATO-Gipfeltreffen in der Zeit vom 19. bis 20. November 2010 beschloss die NATO in Lissabon ein neues strategisches Konzept. Dazu gehörte insbesondere der Aufbau eines Raketenabwehrschirms zum Schutz des gesamten Territoriums.
Sehenswürdigkeiten in Lissabon
- Elevador de Santa Justa
- Kathedrale Sé de Lisboa
- Panteão Nacional
- Castelo de São Jorge
- Sé Kathedrale
- Triumphbogen Arco da Rua Augusta
- Praça do Comércio
- Christo Rei
- Chiado
- LxFactory
- Ponte 25 de Abril
- Mosteiro dos Jerónimos
- Padrão dos Descobrimentos
- Torre de Belém
Politik in Lissabon
Die Einwohner der Stadt wählen die Gemeinde- und Kommunalversammlung nach dem Verhältniswahlprinzip. Der direkt gewählte Stadtrat stellt gemeinsam mit dem Gemeinderat die lokale staatliche Gewalt. Beide sind der jeweiligen Versammlung gegenüber verantwortlich. Örtliche Einnahmen und Eigenvermögen sowie der staatliche Finanzausgleich finanzieren die lokale Selbstverwaltung. Für die Ausarbeitung des Haushaltsplanes sind Gemeinde- bzw. Stadtrat zuständig und legen diesen schließlich der jeweiligen Versammlung zur Entscheidung vor.
Der Stadtrat von Lissabon besteht aus 17 und der Gemeinderat aus 107 Mitgliedern. Alle Mitglieder des Gemeinderates werden von der Gemeindeversammlung gewählt. Der Vorsitz im Gemeinderat gebührt dem Kandidaten auf dem ersten Listenplatz der stärksten Partei. Der Bürgermeister hingegen wird von der Partei mit dem höchsten Anteil der Sitze im Stadtrat gestellt.
Bevölkerung von Lissabon
Die Einwohnerzahl von Lissabon beträgt ca. 500.000 innerhalb der Verwaltungsgrenzen. Im Großraum Lissabon leben etwa 3 Millionen Menschen, womit er nach Madrid und Barcelona der drittgrößte Großraum auf der Iberischen Halbinsel ist. Sie macht etwa 27 % der Bevölkerung des Landes aus und ist die westlichste Hauptstadt des europäischen Festlandes und die einzige an der Atlantikküste. Nahezu alle Bürger sprechen Portugiesisch als Muttersprache. Diese Sprache ist auch offizielle Amtssprache. Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leben in den beiden Städten Porto und Lissabon.