Rechtsstreit beigelegt

Lösung im Disput um Österreich-Brücke: 390-Millionen-Euro-Projekt startet 2025 – Chaos am Brenner droht

  • schließen

Start der Bauarbeiten ab 2025: Große Verkehrsbehinderungen am Brenner sind vorprogrammiert, trotz Gegenmaßnahmen gegen einen Verkehrskollaps.

Innsbruck – Nach jahrelangen Verzögerungen ist der Neubau der Luegbrücke an der Brennerautobahn nun endgültig beschlossen. Laut der Tiroler Tageszeitung hat die Asfinag, Österreichs Autobahnbetreiber, alle Genehmigungen erhalten. Der Baustart für das 390-Millionen-Euro-Projekt ist für März 2025 angesetzt.

Doch bereits ab Januar 2025 wird die Verkehrsführung auf diesem Abschnitt drastisch geändert: Der Verkehr wird auf eine Spur pro Richtung reduziert, was zu erheblichen Herausforderungen führen dürfte.

Die Luegbrücke der Brenner-Autobahn: Ab Januar 2025 kommt es an diesem Nadelöhr aufgrund von Spureneinschränkungen zu massiven Behinderungen.

Luegbrücke einspurig ab Januar 2025: Engpass für Millionen von Fahrzeugen am Brenner

Die Luegbrücke ist eine der wichtigsten Verbindungen über den Brenner. Rund 14 Millionen Fahrzeuge passieren, laut ADAC, jährlich diesen Abschnitt. Ab Januar 2025 steht aufgrund der maroden Bausubstanz nur noch eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung. Dies soll die Sicherheit gewährleisten, bis die neue Brücke fertiggestellt ist. Die alte Konstruktion ist stark abbruchreif, wie Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele gegenüber der Tiroler Tageszeitung betont.

Um die Auswirkungen der Einschränkungen zu minimieren, hat die Asfinag ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. Dieses umfasst bauliche, verkehrstechnische und organisatorische Anpassungen:

  • Verkehrslenkung: Ab Januar wird die Einspurigkeit zunächst provisorisch eingerichtet und bis Ende Januar mit Betonleitwänden abgesichert.
  • Lkw-Regelungen: Schwerverkehr muss die linke Spur nutzen, um den Verkehrsfluss zu optimieren. Bei Regelverstößen werden Fahrzeuge vor der Brücke kontrolliert und korrekt eingewiesen.
  • Zusätzliche Schrankenanlagen: Um Stau-Fluchtverkehr auf umliegenden Straßen zu verhindern, werden an sieben Auffahrten Schranken installiert.
Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele: „An den ersten Wochenenden sind Staus durchaus realistisch.“

Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke: Herausforderung für den Schwerverkehr

Der Neubau wird mindestens bis Ende 2027 dauern. Erst dann soll das erste neue Tragwerk für den Verkehr freigegeben werden. Bis dahin müssen Reisende mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Laut Siegele arbeitet die Asfinag jedoch intensiv daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Besondere Regelungen gelten für Lastwagen: An verkehrsintensiven Tagen, etwa an Wochenenden oder Feiertagen, plant die Asfinag, auf Zweispurigkeit umzustellen. Dabei dürfen Lkw ausschließlich den linken Fahrstreifen nutzen, um den Verkehrsfluss zu stabilisieren. Dennoch bleibt das Risiko von Staus bestehen. Um Ausweichverkehr zu verhindern, hat das Land Tirol umfangreiche Fahrverbote auf umliegenden Straßen erlassen. Auch Dosierampeln sollen den Verkehr auf der Brennerstraße regulieren.

Diese Maßnahmen sind laut Asfinag notwendig, da ein kompletter Verzicht auf die Brennerautobahn keine praktikable Lösung ist. Die Verlängerung von Zugverbindungen und ein erweitertes Busangebot sollen Pendler und Reisende ermutigen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Auf dem Weg nach Österreich und Italien sollten deutsche Autofahrer auf die Radarfalle an der Brennerautobahn A13 nahe der Schönberg-Galerie achten. (ls)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Eibner Europa

Kommentare