Madrid ist die Hauptstadt von Spanien. Etwa 3,3 Millionen Menschen bilden die Bevölkerung der größten Stadt Südeuropas, die am Fluss Manzanares liegt.
Madrid – Die Hauptstadt von Spanien liegt zentral auf dem spanischen Festland. Die Stadt bildet das Zentrum von Geschichte, Kultur und Politik für die Bevölkerung des südeuropäischen Landes.
Madrid: Geographie und wichtige Daten
Die höchstgelegene Stadt der Europäischen Union liegt in der Hochebene von Kastilien auf fast 700 Meter Höhe. Die Lage im Zentrum von Spanien und damit ebenfalls zentral in der Meseta sorgt für diese Höhenlage. Nördlich der Stadt liegt die Bergkette Sierra de Guadarrama, die bis zu 2429 Meter hoch ist. Sie teilt Spanien etwa in der Mitte. Durch die Stadt fließt der Fluss Manzanares, der in der Sierra de Guadarrama seinen Ursprung hat. Die Geschichte Spaniens ist nicht weit, denn nur rund 70 Kilometer entfernt liegt die alte Hauptstadt Toledo.
In der Stadt leben rund 3,3 Millionen Einwohner, in der Metropolregion ist die Bevölkerung nochmal größer. Die Fläche der Stadt beträgt mehr als 600km². Damit ist die Hauptstadt etwa doppelt so groß wie die lettische Hauptstadt Riga. Die Region hat die höchste Lebenserwartung Europas. Durch die Geschichte der Kolonisation Mittel- und Südamerikas durch Spanien gibt es viele Immigranten aus diesen Ländern, da für sie die Sprachbarriere für ein Leben in Europa nicht vorhanden ist. Die Politik der Stadt leitet Oberbürgermeister José Luis Martinez-Almeida Navasqüés von der rechtskonservativen Partei PP.
Madrid: Geschichte
Bis ins Jahr 1083 war Madrid unter islamischer Herrschaft. Die Region des heutigen Madrids bezeichneten die Araber, genauer gesagt die Mauren, als Magerit. Dies bedeutet übersetzt so viel wie ‚wasserreiches Land‘. Die erste urkundliche Erwähnung Madrids stammt bereits aus dem Jahr 865. In diesem Jahr befahl der Emir Muhammad I. eine Festung am Ufer des Manzanares zu errichten. An dieser Stelle steht heute der spanische Königspalast. Der erste Wahlspruch auf dem Wappen der Stadt lautete: ‚Auf Wasser wurde ich erbaut, meine Mauern sind aus Feuer, dies ist mein Abzeichen und mein Wappen‘. Sonstige Spuren der arabischen Bevölkerung in der frühen Geschichte der Stadt gibt es kaum noch zu sehen.
Das Reich der Mauren überdauerte bis ins Jahr 1083. Zu dieser Zeit war die spanische Reconquista in vollem Gange und Alfons VI. von Kastilien eroberte die Stadt. Das Königreich Kastilien hatte fortan die Macht in Madrid inne. Nach einigen Umwälzungen zwischen den spanischen Adelsgeschlechtern verlegte Philipp II, König von Spanien, den Sitz der Krone im Jahr 1561 von Valladolid nach Madrid, womit die Glanz- und Wachstumszeit der heutigen Hauptstadt ihren Anfang nahm. Er erbaute seinen Palast auf der Stelle, wo einst in der Geschichte die alte maurische Festung gestanden hatte. Dieser Palast brannte jedoch im Jahr 1734 bis auf die Grundmauern ab. Durch die Zugehörigkeit Philipps zur Dynastie der Habsburger, war Madrid damit die Hauptstadt eines Weltreiches.
Der Spanische Erbfolgekrieg ab dem Jahr 1701 führte zunächst zur Besatzung der Stadt durch englisch-portugiesische Truppen und endete mit der Ablösung der Habsburger als regierende Adelslinie. Seit dem Jahr 1710 übernahmen nach einer turbulenten Zeit der Politik offiziell die Bourbonen den Thron Spaniens und halten diesen bis heute. Der schlichte Städtebaustil der Habsburger sagte den Bourbonen nicht zu und so errichtete man viele opulente Bauten in der bis dato schlicht gehaltenen Stadt. Unter anderem geht der aktuelle Königspalast auf die Anfangszeit der Bourbonen zurück.
Madrid: Napoleon, Republiken und Diktatur
Madrid war von 1808 bis 1813 von Napoleon und den Franzosen besetzt. Napoleons Bruder Joseph leitete die königlichen Amtsgeschäfte in Madrid, flüchtete jedoch im Jahr 1812 vor der über ihn spottenden madrilenischen Bevölkerung. Das 19. Jahrhundert war für Madrid eine Zeit des Umbruchs, in der sowohl die Krone durch die Karlistenkriege, als auch die Bevölkerung durch eine Choleraepidemie angegriffen wurde. Die erste Republik wurde im Jahr 1873 ausgerufen, war jedoch nicht von Erfolg begleitet.
Ab dem Jahr 1923 befand sich Madrid und auch Spanien unter einer Militärdiktatur durch Miguel Primo de Rivera. Dieses Vorgehen war durch König Alfons XIII. gebilligt. Mit seinem Tod und dem damit verbundenen Ende des Militärregimes im Jahr 1931 wurde die Zweite Republik ausgerufen. Diese war zunächst auf einem guten Weg, bis General Francisco Franco im Jahr 1936 einen Putsch mit Hilfe des Deutschen Reiches und Italien durchführte. Es kam zum Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939.
Darauf folgte eine lange Zeit der Diktatur durch Francisco Franco. Er setzte zwar offiziell die Monarchie nicht ab, benannte allerdings auch keinen König. Franco blieb trotz vieler, vor allem studentischer, Proteste bis ins Jahr 1975 im Amt. Nach seinem Tod wurde, durch die offizielle Existenz der Monarchie im Staat, der aktuelle Thronfolger der Bourbonen König. Juan Carlos I. war fast 40 Jahre lang als König im Amt und trägt auch nach seiner Abdankung auf Lebenszeit den königlichen Ehrentitel. Er war maßgeblich an der Demokratisierung der Politik Spaniens nach der Geschichte zweier Diktaturen beteiligt.
Madrid: Politik
Das gesetzgebende Organ der Hauptstadt Madrid ist der Stadtrat. In dieser Institution der städtischen Politik sitzen 57 Mitglieder, die für vier Jahre direkt durch die Bevölkerung gewählt werden. Diese 57 Mitglieder teilen sich auf drei verschiedene Körperschaften auf. Das Parlament bildet den Großteil der Versammlung, die Stadtregierung bilden die Vertreter des Bürgermeisters und die Leiter verschiedener Fachbereiche und der Bürgermeister sitzt der Versammlung vor.
Der aktuelle Bürgermeister der Stadt ist Jose Luis Martinez-Almeida Navasqüés. Der Politiker der rechtskonservativen Partei ‚Partido Popular‘ bekleidet den Posten seit der letzten Wahl im Jahr 2019. Nicht ganz unumstritten ist der Politiker wegen seiner umweltpolitischen Entscheidungen für die Stadt. Er setzte beispielsweise das in der Geschichte der Amtsperiode seiner Vorgängerin beschlossene Einfahrverbot für bestimme Diesel- und Benzinfahrzeuge aus.
Madrid: Wirtschaft
Madrid ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Als Bastion der Dienstleistungsbranche Spaniens, erwirtschaftet Madrid über 80% des regionalen Bruttoinlandsproduktes von über 220 Milliarden Dollar aus diesem Sektor. Die meisten Banken und Versicherungen des Landes haben ihren Sitz in Madrid, genauso wie viele internationale Konzerne. Unter ihnen befinden sich Siemens, Bosch, Mircrosoft, Porsche, L’Oreal und weitere Firmen, die dort ebenfalls teilweise produzieren. Die Bank von Spanien ist die älteste Bank in der Geschichte der Zentralbanken.
In Madrid verdient die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich mehr als die Menschen in anderen Landesteilen. Die Stadt ist ebenfalls führend, was Bildung angeht. 17 Universitäten und 30 wissenschaftliche Zentren befinden sich in der Stadt und werden von der Politik gefördert.
Madrid: Tourismus und Sehenswürdigkeiten
Madrid ist der Sitz der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen und die Internationale Tourismusmesse findet ebenfalls in der Hauptstadt statt. Mehr als 10 Millionen Touristen besuchten die Stadt im Jahr 2018, wobei sowohl Ausländer als auch die spanische Bevölkerung die Stadt besuchten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:
- Das Stadion Santiago Bernabéu: Das im Jahr 1947 fertiggestellte Stadion verfügt über mehr als 80.000 Sitzplätze für Zuschauen und ist sehr beliebt bei der Bevölkerung Madrids. Die Fußballspiele des ansässigen Vereins Real Madrid werden hier ausgetragen.
- Der Königliche Palast: An diesem Ort lässt sich die Geschichte der Politik Spanien nacherleben. Das Stadtschloss ist bis heute die Residenz des spanischen Königs. Fertiggestellt wurde es nach 30 Jahren Planungs- und Bauphase im Jahr 1764.
- Der Parque Madrid Rio: Der Landschaftspark in der Hauptstadt hat nach Schätzungen etwa 4 Milliarden Euro gekostet. Unter den 120 Hektar Parkfläche verläuft nach ihrer Verlegung die Stadtautobahn.
- Das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia: In diesem Kunstmuseum wird Kunst des vergangenen Jahrhunderts ausgestellt. Es ist das nach Besucherzahlen beliebteste Museum Madrids.