Unglück am Piz Palü

Todes-Drama an Alpen-Gletscher: Eislawine erfasst deutsche Urlauber – ein Mann stirbt

  • schließen

Eine Wandergruppe aus Deutschland geriet in der Schweiz in eine Eislawine, die sich von einem Gletscher gelöst hatte. Die Polizei ermittelt.

Pontresina – Der Piz Palü (3899 Meter) in der Gebirgsgruppe der Bernina ist der wohl am meisten von Legenden umwobene Berg des Schweizer Kantons Graubünden. Hier spielte der 1926 von der späteren Nazi-Regisseurin Leni Riefenstahl gedrehte Stummfilm Die weiße Hölle vom Piz Palü. Es war der erste Bergfilm und ein Meilenstein des Actionkinos. Dabei wird unter anderem eine Studentengruppe von einer Lawine in die Tiefe gerissen.

Blick auf den Piz Palü und die Berninagruppe.

Ein ähnliches Szenario spielte sich am Sonntag (5. Mai) unterhalb des Dreiergipfels des Piz Palü ab. Der Berg ist ein beliebtes Tourenziel, die Abfahrt über den Moretaschgletscher ist die wohl beliebteste ihrer Art der ganzen Schweiz. Im Winterhalbjahr stehen hier die Skitourengeher Schlange, so auch am Sonntag, als drei Skiwanderer aus Deutschland vom Piz Palü kommend talwärts in Richtung Morteratschgletscher abfahren wollten.

Drama an Gletscher in der Schweiz: Eislawine erfasst deutsche Skiwanderer – ein Mann stirbt

Gegen 13 Uhr löste sich am Sattel der Fuorcla Bellavista oberhalb der Gruppe ein Teil des Gletschers ab, es kam zu einem Eisabbruch. „Zwei der Tourengänger konnten dem Abbruch ausweichen. Der 59-Jährige hingegen wurde von der Schnee- und Eismasse erfasst, mitgerissen und verschüttet“, heißt es im Pressebericht der Kantonspolizei Graubünden. Der Verunglückte stammte der Polizei zufolge aus Bayern.

Bei einer Eislawine am Piz Palü in Graubünden kam ein Skiwanderer ums Leben.

Obwohl er schnell gefunden wurde und rasch Reanimierungsversuche stattfanden, starb der Mann noch auf dem Lawinenfeld. Der Tote wurde per Helikopter geborgen, auch seine Kameraden wurden ins Tal geflogen. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft klärt die Kantonspolizei Graubünden jetzt die Ursache des Lawinenunfalls ab.

Immer mehr Gletscherbrüche in den Alpen

Erst Ende Februar hatte sich im Berninagebiet einer der mächtigsten Bergstürze des Jahrhunderts in den Alpen ereignet. Voriges Jahr starben bei einem Gletscherbruch am Allalinhorn (4027 Meter) in der Nähe des Matterhorns drei Bergsteiger. 2022 kamen bei einem Gletscherbruch an der Marmolata in den italienischen Dolomiten elf Menschen ums Leben.

Im Jahr 2018 war am Morteratschgletscher ein sechsjähriger Junge aus Belgien ums Leben gekommen, als ihm ein Steinschlag am Kopf traf.

Rubriklistenbild: © Kantonspolizei Graubünden

Kommentare