Selfie mit bekanntem Schauspieler

Meloni löst mit Bild inmitten von Italiens Unwetter-Katastrophe Empörung aus

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Statt an einem Treffen zur Flutkatastrophe teilzunehmen, teilt Meloni ein unbeschwertes Selfie. Unterdessen leidet die Bevölkerung unter den Folgen des Unwetters.

Rom – Italien kämpft mit den Folgen schwerer Unwetter. Aufgrund von starken Regenfällen kam es zu Hochwasser und verheerenden Überschwemmungen. In der italienischen Region Apulien starb sogar ein Feuerwehrmann aufgrund des Hochwassers. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte den betroffenen Regionen zwar Hilfe zu – postete gleichzeitig aber ein Gute-Laune-Selfie mit einem Hollywood-Star.

Die Region Emilia Romagna in Italien wurde von den Unwettern besonders hart getroffen.

Meloni postet inmitten des Unwetter-Chaos in Italien ein fröhliches Selfie mit einem Hollywood-Star

Eigentlich hätte die rechte Regierungschefin an einer Sondersitzung ihres Kabinetts zum Hochwasser teilnehmen sollen. Stattdessen lud sie am Samstag (21. September) auf Instagram ein Selfie hoch, das sie strahlend mit Mel Gibson, bekannt aus dem Film „Braveheart“, zeigt. Dazu schrieb sie: „Mel&Mel“. Negative Reaktionen auf das Bild ließen nicht lange auf sich warten. Ein Nutzer kommentierte fassungslos: „Wir versinken hier im Schlamm!“ Ein anderer User wetterte: „Schande über dich!“

„Die Emilia Romagna ist zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Opfer eines außergewöhnlichen Unwetters geworden, und die Opfer der Überschwemmungen warten immer noch auf staatliche Hilfe (…) und sie posten ein Bild mit Mel Gibson?“, fragt ein Mann ungläubig. Ein anderer kommentiert wutentbrannt: „Wie schlafen Sie nachts?“

Zuvor hatte Meloni den betroffenen Regionen ihre volle Unterstützung zugesagt: „Wir werden die betroffene Bevölkerung bestmöglich unterstützen“, versprach sie. Nach einer außerplanmäßigen Versammlung in Rom hatte die Regierung den von den Unwettern besonders schwer getroffenen Regionen Emilia-Romagna und Marken – in denen wegen der Unwetter sogar der Notstand ausgerufen wurde – eine Soforthilfe von insgesamt 24 Millionen Euro zugesagt.

Unwetter in Italien: Erst jetzt wird das Ausmaß der Schäden sichtbar

Durch die heftigen Regenfälle seit Donnerstag (19. September) waren mehr als 2500 Menschen in Italien gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen. Einige fanden bei Verwandten und Freunden Unterschlupf, während andere in Sporthallen übernachteten. Städte wie Bologna, Modena und Ravenna waren betroffen, ebenso wie das beliebte Seebad Rimini an der Adria, dessen Hauptsaison gerade erst vor wenigen Tagen zu Ende gegangen war. In der Emilia-Romagna erlebten einige Bewohner bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres eine Hochwasserkatastrophe.

Ganze Ortschaften Italiens überschwemmt – Bilder zeigen kompletten Urlauberstrand unter Wasser

Unwetter in Italien: Mancherorts zeigte sich ein Bild der Verwüstung, wie hier in Faenza am 19. September.
Unwetter in Italien: Mancherorts zeigte sich ein Bild der Verwüstung, wie hier in Faenza am 19. September. © Federico SCOPPA / AFP
Emilia Romagna Hochwasser infolge von Unwettern in Italien betroffen MEnschen Anwohner
In der Ortschaft Castel Guelfo kämpft ein Geschäftsbesitzer gegen die Wassermassen.  © Damiano Fiorentini/IPP/IMAGO
Bologna Emilia Romagna Hochwasser Fluss steigt über Ufer
Auch vor den Toren Bolognas, zwischen den Gemeinden Budrio und Selva Malvezzi, führten die Unwetter zu Hochwasser.  © Guido Calamosca/LaPresse/dpa
Überschwemmungen in Italien  September 18, 2024, Rimini, Italien Lido Strand Meer Adria
Auch am Strand von Rimini machte sich das Unwetter bemerkbar.  © Dorin Mihai/IMAGO
Seit Tagen stehen Strände und Straßen Riminis unter Wasser. Ein völlig neuer Anblick für September-Urlauber Italiens.
Seit Tagen stehen Strände und Straßen Riminis unter Wasser. Ein völlig neuer Anblick für September-Urlauber Italiens. © Andreas SOLARO / AFP
Überschwemmungen im kleinen Dorf Traversara. Retter und Hubschrauber der Luftwaffe organisieren die Evakuierung von Bewohnern, die in ihren von Wasser umgebenen Häusern festsitzen.
Überschwemmungen im kleinen Dorf Traversara. Retter und Hubschrauber der Luftwaffe organisieren die Evakuierung von Bewohnern, die in ihren von Wasser umgebenen Häusern festsitzen. © Federico SCOPPA / AFP
Traversara (Provinz Ravenna) Hubschrauber zur Evakuierung
Bilder der Evakuierungsaktionen aus der Luft in Traversara (Provinz Ravenna) © Federico Scoppa/AFP
Große Teile Traversaras bei Ravenna sind am 19. September 2024 komplett geflutet.
Große Teile Traversaras bei Ravenna sind am 19. September 2024 komplett geflutet. © Federico SCOPPA / AFP
Heftige Unwetter in Italien (hier Faenza) Hochwasser Rettungskräfte Feuerwehr Boot
Heftige Unwetter in Italien (hier Faenza): Rettungs- und Einsatzkräfte hatten in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun.  © Federico Scoppa/AFP

Am Wochenende (21./22. September) beruhigte sich die Wetterlage und der Regen ließ nach. Erst jetzt wird das Ausmaß der Schäden in vielen Gebäuden sichtbar. Viele Autos, die am Straßenrand geparkt waren, sind unbrauchbar. Das Wasser auf den Straßen begann langsam zu sinken, aber an vielen Orten blieben große Mengen Schlamm und anderer Schmutz zurück. (tt/dpa)

Rubriklistenbild: © Girogia Meloni/Screenshot | Fabrizio Zani/dpa

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