Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Der erste Schnee schon im Oktober? Wetter-Modell zeigt Kältewelle mit Frost und Wintereinbruch

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Das ECMWF-Wettermodell rechnet mit einem frühen Wintergruß: Ende Oktober könnte kalte Polarluft Schnee bis in mittlere Lagen bringen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Der Oktober könnte ein abruptes Ende seines milden Herbstcharakters erleben. Nach einer noch einmal deutlich wärmeren Phase mit Temperaturen über 15 Grad zeigt das ECMWF-Modell ab etwa dem 26. bis 28. Oktober einen markanten Wetterumschwung. Aus Norden und Nordosten sollen deutlich kältere Luftmassen einfließen, die in rund 1500 Metern Höhe (dem sogenannten 850-hPa-Niveau) auf minus 6 bis minus 8 Grad absinken könnten.

Erste Schneesignale beim europäischen Wettermodell ECMWF Ende Oktober. Das sind die kleinen „grünen Flecken“ auf der Deutschlandkarte.

Diese Werte deuten klar auf den ersten ernstzunehmenden Kaltlufteinbruch der neuen Wintersaison hin. Besonders auffällig ist, dass sich diese Entwicklung über mehrere Modellläufe hinweg bestätigt – ein Hinweis darauf, dass die Prognose nicht nur ein kurzer Ausreißer ist.

Wetter-Modell kündigt Wintereinbruch im Oktober an: Erste Schnee bis in mittlere Lagen möglich

Mit der einströmenden Polarluft würde die Schneefallgrenze rasch sinken. Laut ECMWF-Prognose könnten oberhalb von 500 bis 700 Metern die ersten Schneeflocken des Herbstes tanzen – vom Alpenvorland über den Thüringer Wald bis ins Erzgebirge. Dort könnte sich kurzzeitig sogar eine dünne Schneedecke bilden. Sollte der Kaltlufteinbruch mit kräftigen Schauern zusammenfallen, wären vereinzelt auch nasse Schneeflocken in tieferen Regionen möglich, etwa im süddeutschen Hügelland. Ein solch früher Wintergruß wäre ein deutlicher Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen der erste Schnee meist erst im November oder Dezember fiel.

Schnee im Oktober – selten, aber nicht außergewöhnlich

Ein Schneefall so früh im Jahr ist in Mitteleuropa zwar ungewöhnlich, kommt aber in Abständen immer wieder vor. Historisch gab es mehrere Beispiele für frühe Wintereinbrüche, etwa 2012 oder 2003, als polare Luftmassen Ende Oktober weite Teile Deutschlands kurzzeitig in Weiß tauchten. Sollte sich die aktuelle ECMWF-Prognose bestätigen, würde 2025 also in eine ähnliche Kategorie fallen: wechselhaft, kontrastreich und mit einem schnellen Übergang vom Spätsommer zum Frühwinter. Ob es am Ende wirklich für Schnee bis ins Flachland reicht, hängt von der genauen Zugbahn der Kaltluft ab. Sicher ist nur eines: Das ECMWF bleibt auf Winterkurs – und der Oktober könnte statt golden plötzlich weiß enden.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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