- VonJulia Stantonschließen
In Kroatien kam es am Mitte September zu extremen Unwettern. Videos im Netz zeigen meterhohe Windsäulen. Wetterdienste warnen weiterhin vor Sturmgefahr.
Zagreb — An der Adria hat der Zyklon „Boris“ dem Sommer schlagartig ein Ende gesetzt. Im Norden und Westen Kroatiens zog bereits am Donnerstag (12. September) eine heftige Sturmfront aus Italien und Slowenien über die Adriaküste. Im Großteil des Landes sanken die Temperaturen um fünfzehn Grad Celsius ab. Wetter.at berichtetet, dass über 20 Tornados gesichtet wurden. Online-Clips, die das Ausmaß des Unwetters zeigten, gingen im Netz viral.
Sturmgefahr vor Kroatien: Meteorologen rechnen mit weiteren starken Unwettern am Freitag
Auch ist auf Videos ist zu sehen, wie ganze Landstraßenabschnitte unter Wasser stehen. Der Küstenabschnitt bei Zadar ist besonders schwer betroffen. Der Kroatische Meteorologische Dienst (DHMZ) warnt auch weiterhin vor einer Sturmgefahr, vor allem im Norden und Südwesten. Für Freitag wird erneut starker Regen und das Risiko weiterer Überschwemmungen erwartet. Die zweithöchste Unwetter-Alarmstufe wurde ausgerufen.
Wegen des Unwetters wurden auch manche Straßen in Kroatien für bestimmten Fahrzeuge wie Doppeldeckerbusse oder Motorräder gesperrt. Zudem hat der Sturm den Verkehr der Fähren auf der Adria lahmgelegt. Darüber berichtet unter anderem Die Presse.
Schwer getroffen wurde zudem die Insel Dugi otok vor der Küste Kroatiens. Dort kam es am Freitagmorgen (13. September) zu heftigen Regenfällen. Nach Angaben von Einheimischen fielen in etwa einer Stunde etwa 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Zudem soll der Sturm Schäden an Straßen verursacht haben.
Meteorologe erklärt: Zahlreiche Tornados vor Küste nichts Ungewöhnliches
Die zahlreichen Wirbelstürme, die gesichtet wurden, seien laut dem Meteorologen Zoran Vakula aber nichts ungewöhnliches für den Jahreszeitenwechsel: „Dies ist das Ergebnis der Konvergenz von kalter und warmer Luft. Wirbelstürme sind kleine Tornados, die durch den plötzlichen Zustrom kalter Luft auf warmes Terrain entstehen, und diese Konvergenz von kalter und warmer Luft führt zu einem Wirbel“, so der Meteorologe im Interview mit dem Nachrichtensender hrt.
Das Wetterportal Istramet veröffentlichte beispielsweise auf Facebook ein Video einer Userin. Darauf zu sehen ist ein Wirbelsturm über dem Meer. Auch andere Videos, wie das nachfolgende, zogen hohe Aufmerksamkeit auf sich:
@mizisun Tornado Kroatien #foryou #fyfyfyfy #fyp #foryoupage ♬ Oh No - Kreepa
Auch für Deutschland ist derzeit ein Wetterumschwung gemeldet. Experten rechnen am Wochenende mit Dauerregen. In Österreich verursachten dagegen heftige Unwetter in den vergangenen Tagen vielerorts Chaos mit Evakuierungen und Einschränkungen. (jus)
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