Gefährlicher Mückenstich

Sepsis, Organversagen, Amputation: Harmloser Mückenstich endet bei junger Frau fast tödlich

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Ein Mückenstich reißt eine junge Mutter plötzlich aus ihrem Leben. Erst spielt sie noch mit ihren Kindern, dann kämpft sie im Krankenhaus um ihr Leben.

Kassel – Mücken können nicht nur lästig, sondern auch gefährlich sein. Denn sie gelten als Überträger von teils gefährlichen Krankheiten. Durch die immer größere Ausbreitung der asiatischen Tigermücke in Deutschland, droht auch hier die Gefahr, mit einer Tropenkrankheit, wie dem West-Nil-Fieber infiziert zu werden. Nach einem Bericht von RTL führte ein vermeidlich harmloser Mückenstich dazu, dass eine Frau 85 Prozent ihres Oberschenkels verlor.

Die dreifache Mutter wollte mit ihren Kindern und Eltern einen entspannten Tag am See verbringen, da bemerkte sie plötzlich einen Mückenstich am Oberschenkel. Um was für eine Mückenart es sich handelte, ist nicht bekannt. Kurze Zeit später kommt es zu einer Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, und die 38-Jährige muss ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte ein Nierenversagen fest. Nach dem Bericht von RTL fiel sie ins Koma und musste zwölfmal operiert werden.

Eine Frau erleidet nach Mückenstich eine Sepsis und Organversagen. (Symbolbild)

Sepsis und Organversagen nach Mückenstich

Der linke Oberschenkel, an dem die Mücke zugestochen hatte, ist nun aufgrund der Infektion nur noch zu 85 Prozent vorhanden. Zudem ist das linke Bein teilweise gelähmt. Auch die Spätfolgen der Sepsis und des Organversagens beeinträchtigen die junge Frau in ihrem Alltag, sodass sie mittlerweile auf Hilfe angewiesen ist.

Eine Blutvergiftung entsteht laut der Sepsis-Stiftung, wenn die körpereigene Abwehrreaktion aufgrund des Insektenstichs plötzlich eigene Organe oder das Gewebe schädigt. Betroffene erleiden in diesen Fällen einen Schock oder Multiorganversagen, das im schlimmsten Fall mit dem Tod enden kann. Daher ist schnelles Handeln besonders wichtig. Folgende Symptome könnten auf eine Sepsis hinweisen:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Flecken an Armen oder Beinen
  • Erhöhter Puls oder sehr niedriger Blutdruck
  • Müdigkeit
  • Verwirrtheit
  • Schnelle oder schwere Atmung
  • Quelle: Sepsis-Stiftung

Tigermücke überträgt Tropenkrankheiten mit teils schweren Verläufen

Jedoch können die Symptome sehr unterschiedlich sein und je Patient variieren. Häufig werden die Anzeichen auch mit anderen Erkrankungen verwechselt. Sehr viele Menschen leiden laut Sepsis-Stiftung an den Langzeitfolgen durch mögliche Amputationen, Lähmungen oder Taubheit. Aber auch durch starke Müdigkeit und chronischer Erschöpfung, sowie Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche. So geht es auch der 38-Jährigen, die mit ihrem Beispiel anderen zeigen möchte, wie viel bei einem Mückenstich passieren kann.

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Asiatische Hornisse
„Im Gegensatz zu unserer heimischen Hornisse sind sie in der Lage, wie ein Hubschrauber in der Luft stehen zu bleiben“, sagt Expertin Loeper. Auffällig sei auch, dass sie rückwärts fliegen könnten.  © Axel Heimken/ dpa
Frühlingshafte Temperaturen in Südbrandenburg
Ölkäfer sollte man besser nicht anfassen, sondern lieber aus etwas Entfernung beobachten, sagt Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin beim Landesverband des BUND. Denn das Gift der Käfer sei schon in einer geringen Konzentration tödlich.  © Frank Hammerschmidt/ dpa
Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke ist aggressiver als heimische Mücken und kann exotische Krankheiten übertragen. © Uwe Anspach/ dpa
Schnake auf Fensterscheibe
Die Schnake zählt zu den typischen Stechmücken. Übrigens hat es nichts mit besonders süßem Blut zu tun, ob sie dich stechen oder deine Freund:in. Viel eher liegt es nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen an deiner Hautflora (also körpereigenen Pilzen und Bakterien).  © Julian Stratenschulte/ dpa
Zeckensaison in Oregon
Wenn du durchs Gras rund um den Badesee läufst, könnte dich eine Zecke stechen. Bei steigenden Temperaturen und feuchtem Wetter werden die blutsaugenden Parasiten laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt (NLGA) aktiver.  © Robin Loznak/ dpa
Wespe am Fenster
Wespen können beliebig oft stechen, Bienen nur einmal in ihrem Leben (sie sterben, wenn der Stachel abbricht). Beide tun das eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Trotzdem kann ein Stich lebensgefährlich sein: Im Mund- und Rachen­bereich kann er die Atmung behindern. Bei Allergiker:innen kann der Kreislauf zusammenbrechen.  © Arne Dedert/ dpa
Badespaß im Stadtpark
Eine unsichichtbare Gefahr sind Zekarien: Die winzigen Larven von Saugwürmern können sich am Ufer von Seen sammeln. Sie können Hautentzündungen verursachen, etwa gerötete Flecken, Juckreiz oder Quaddeln.  © Axel Heimken/ dpa

Auch nach einer Infektion mit einer Tropenkrankheit durch die Tigermücke können laut dem Bundesministerium für Gesundheit, Soziales, Pflege und Konsumentenschutz grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese Mückenart kann bis zu 20 verschiedene Viren übertragen, dazu zählen die West-Nil-, Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren. Einige dieser Infektionen können je nach Schwere des Krankheitsverlaufes auch tödlich enden.

Sollten also nach einem Mückenstich Symptome auftreten, die über örtliche Beschwerden wie Juckreiz, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle hinausgehen, ist sofort einen Arzt zu kontaktieren. Die Tigermücke kann sich auch im Winter vermehren und den Temperaturen anpassen, daher ist auch in der kalten Jahreszeit Vorsicht geboten. (mima)

Rubriklistenbild: © Panthermedia/IMAGO

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