Spürbares Erdbeben in Österreich: Erschütterungen mitten in der Nacht
VonNico Reiter
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In Kärnten kam es in der Nacht auf den Freitag, 5. Januar zu einem Erdbeben. Mit einer Stärke von 2,7 war es zwar spürbar, aber verursachte keine Schäden.
Bad Eisenkappel – Einige Kärntner wurden letzte Nacht vermutlich recht unsanft geweckt. In der Nacht auf Freitag, den 5. Januar 2024, wurde ein Erdbeben in Kärnten im Süden von Österreich verzeichnet. Das Beben war mit einer Stärke von 2,7 nicht gefährlich, aber für die Gegend relativ stark. Erst Ende letzten Jahres wurden Anwohner der kroatischen Stadt Čiovo von einem mäßigen Beben wachgerüttelt.
Gemessen wurde das Beben um 3.20 Uhr nachts. Am intensivsten spürbar war es im Raum Bad Eisenkappel im Süden Kärntens. Dort kam es zu einem merklichen Ruckeln. Das Epizentrum befand sich etwa 23 Kilometer von der Landeshauptstadt Klagenfurt entfernt. Im Durchschnitt werden laut Geosphere Austria, dem geometeorologischen und geophysikalischen Dienst Österreichs, ungefähr sechs Erdbeben pro Jahr ausgehend vom südlichen Bundesland, das als beliebtes Reiseziel gilt, gespürt.
Erdbeben mit Stärke 2,7 in Kärnten – Anwohner spüren leichtes Ruckeln
Bei einer Stärke unter 3 spricht man von einem geringen Erdbeben. Diese sind zwar klar messbar, aber wenig spürbar. Nach Angaben der Landesalarm- und Warnzentrale, gab es aber mehrere Meldungen nahe dem Epizentrum. Viele Anwohner werden das Erdbeben aber sogar verschlafen haben. Auch zu Schäden ist es durch die geringe Stärke glücklicherweise nicht gekommen.
„Nix gespürt“, kommentieren mehrere Nutzer auf Facebook über die Meldung zum Beben. „Jetzt weiß ich wenigstens, wie spät ich von der Couch ins Zimmer schlafen gegangen bin. Hab eigentlich gedacht, die Katze nervt wieder. War aber anscheinend ein Erdbeben“, schreibt ein Nutzer, der das Beben registriert hatte. „Ich spürte ein Rucken des Bettes“, berichtete eine andere.
Leichter Anstieg von spürbaren Erdbeben in Österreich
Laut Kurier gab es im vergangenen Jahr 2023 in Österreich 81 spürbare Erdbeben, die meisten davon in Niederösterreich. Vier davon wurden aus einem Nachbarland wahrgenommen. Die Stärke der Erdbeben war aber großteils sehr niedrig. Selbst die Stärksten verursachten nur leichte Schäden wie Verputzrisse. Besonders stark spürbar waren Beben in St. Michael in der Obersteiermark und in Schwaz und Jenbach in Tirol.
„Der Wert liegt über dem Durchschnitt der letzten Jahre von 54 Beben pro Jahr, aber im Bereich der üblichen starken Schwankungen von Jahr zu Jahr“, so Seismologin Rita Meurers über die hohe Zahl der spürbaren Beben in 2023. Die Anzahl der gefühlten Beben war auch im Jahr 2022 ähnlich hoch. Die instrumentell registrierten Erdbeben waren aber um fast 40 Prozent niedriger als im Vorjahr.
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