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Es droht ein echtes Winter-Chaos! Glatteis, Schneefälle und stürmischer Wind bringen Deutschland an seine Grenzen. Jetzt gelten amtliche Warnungen.
Update vom 5. Januar, 9.25 Uhr: Jetzt weitet der DWD die rote Warnzone aus. Amtliche Unwetterwarnung der Stufe 3 gilt nun vom Osten Münchens bis nach Erfurt. Hier besteht hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz.
Schneefall und Glatteis: Fotos zeigen Winter-Chaos in Deutschland




Update vom 5. Januar, 8.13 Uhr: Bis in den Nachmittag hinein warnt der DWD vor starkem Eisansatz vom Großraum München bis in den Bayerischen Wald. Auch entlang der Elbe gilt bis zum Abend Eis-Alarm. Im Westen und Südwesten erwartet der DWD zum Abend deutliche Milderung.
Schuld an der Glätte ist eine Warmfront, die Deutschland von Südwest nach Nordost überzieht. Sie bringt Regen – und wo der Boden nach den starken Schneefällen noch kalt ist, wird der Niederschlag zu Eis. Dieser gefrierende Regen kann sehr gefährlich werden.
In Bayern spricht der DWD aktuell von „Gefahr für Leib und Leben“. Bürger werden aufgerufen, den Aufenthalt im Freien sowie Fahrten zu vermeiden.
Wintersturm bringt „massive Vereisung“: Nach Schneealarm kommt jetzt die Eisrutsche
Update vom 5. Januar, 6.09 Uhr: Es ist gekommen, wie von Diplom-Meteorologe Dominik Jung vorhergesagt. Halb Deutschland versinkt nach einer Winternacht im Schnee – und für die gesamte Bundesrepublik gilt Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts (DWD).
Von den Alpen bis ins südliche Niedersachsen gilt weitestgehend Warnstufe 2 wegen „markanter Glätte“. Vor allem in der Südhälfte von Baden-Württemberg und Bayern ist die Gefahr am Morgen besonders groß. Noch deutlicher in einem Streifen von München bis Polen – hier gilt Unwetterwarnung der Stufe 3.
Auch Norddeutschland leuchtet in der Wetterkarte des DWD gelb. Das bedeutet Warnstufe 1. Auch hier wegen Glätte und Frost. Generell werde die Lage im Norden ab nicht so brenzlig wie im Südwesten. Besonders Autofahrer sollen vorsichtig sein.
Unwetterwarnung für Deutschland: Glatteishölle und Schneechaos – „Diese Nacht könnte alles lahmlegen“
Erstmeldung vom 4. Januar, 18.01 Uhr: München – In der Nacht zum Sonntag (5. Januar) wird Deutschland von einer gefährlichen Wetter-Front heimgesucht. Was zunächst wie eine harmlose Schneelandschaft aussieht, verwandelt sich rasch in eine gefährliche Glatteishölle. Schuld daran ist ein Temperaturanstieg, der den Schnee in Regen verwandelt. Von Bayern im Süden bis weit in den Norden sind viele Regionen von den Unwetter-Warnungen betroffen.
Wetter in Deutschland: Von Schnee zu Regen – Glatteisgefahr spitzt sich zu
Der Haken: Bei Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt gefriert der Regen sofort auf Straßen, Gehwegen und sogar Stromleitungen – eine perfekte Grundlage für spiegelglatte Flächen. Besonders betroffen: Die Südwesthälfte Deutschlands, wo der Wetterumschwung zuerst einsetzt.
Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnt vor einer „massiven Vereisung“, die Straßen und Gehwege zeitweise unpassierbar macht. Schon in den frühen Morgenstunden könnte sich die gefährliche Lage bis in den Nordosten Deutschlands ausbreiten. Wer sich auf den Weg machen muss, sollte äußerste Vorsicht walten lassen. „Diese Nacht könnte alles lahmlegen“, fürchtet Jung.
Unwettergefahr am Sonntag: Regen, Schnee und orkanartige Böen
Der Sonntag (5. Januar) bringt keine Entwarnung, im Gegenteil: Während sich die Glatteisfront in den Norden bewegt, sorgen neue Schneefälle in den Bergregionen für bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Doch auch das hält nicht lange – steigende Temperaturen führen zu Tauwetter, das massive Wassermassen freisetzt. In den Staulagen der Mittelgebirge könnten binnen Stunden bis zu 40 Liter Wasser pro Quadratmeter abfließen, was für überflutete Straßen und Keller sorgen dürfte.
Besonders kritisch wird die Lage durch gefrierenden Regen, der am Vormittag erneut für Unwetterwarnungen sorgt. Dazu kommt der stürmische Südwestwind, der in den Bergen mit bis zu Orkanstärke weht. Selbst in tieferen Lagen und an der Nordseeküste ist mit stürmischen Böen zu rechnen. Experten raten, nicht nur auf den Straßen vorsichtig zu sein, sondern auch lose Gegenstände zu sichern und Wälder zu meiden.
Wetterdienst DWD warnt eindringlich – „Wird durchaus unschön“
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt mit deutlichen Worten. Wettertechnisch werde es dann „durchaus unschön“, sagte DWD-Meteorologin Tanja Egerer. „Zunächst einmal ist mit teils kräftigem Schneefall zu rechnen, der nachfolgend in Regen übergeht. In der Übergangsphase ist dieser Regen allerdings teils gefrierend und dann besteht erhöhte Glättegefahr“, erklärte sie. „Egal ob per Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß sollte man Vorsicht walten lassen und sich den örtlichen Begebenheiten dementsprechend anpassen.“
Ersten Hinweisen nach wird die Glätte laut DWD wohl zwischen Schwarzwald, Bodensee und Bayerischem Wald am gefährlichsten. Der meiste Neuschnee sei am Südrand der westlichen Mittelgebirge zu erwarten, bis zu zehn Zentimeter könnten dort binnen weniger Stunden fallen. Für Sonntag sag der DWD weiteren Schneefall und gefrierenden Regen vorher, sagte Egerer.
So entsteht das Glatteis-Drama – und so schützen Sie sich
Doch wie kommt es überhaupt zu dieser gefährlichen Glatteislage? Der Schlüssel liegt laut Dominik Jung in einem meteorologischen Wechselspiel: Kalte Luft am Boden trifft auf warme, feuchte Luft in höheren Schichten. Der daraus resultierende Regen fällt zunächst in gefrorenem Zustand, taut aber beim Aufprall auf die noch gefrorenen Flächen sofort wieder an und bildet gefährliche Eisschichten. Besonders tückisch: Diese Schicht ist oft unsichtbar, weshalb Experten vor einer „tödlichen Rutschpartie“ warnen.
Was können Sie tun? Halten Sie Streusalz oder Sand bereit, verzichten Sie auf unnötige Fahrten und planen Sie Fußwege mit rutschfestem Schuhwerk. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte Winterreifen, eine warme Decke und genügend Treibstoff einplanen. Die Devise lautet: Vorsorge statt Risiko. (mit dpa)
Rubriklistenbild: © Harald Tittel/picture alliance/dpa/DWD
