Neue Fähigkeit erschreckt Bewohner

Neue Plage überfällt Ort in Kroatien – „Sie kommen durch alle Löcher“

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Die Bewohner einer Stadt in Kroatien versuchen gerade, unliebsame Mitbewohner loszuwerden. Eine womöglich eingeschleppte Art wird zur echten Belastung.

Osijek – Sie laufen, kriechen und kommen aus allen Ritzen: Kakerlaken sind besonders in warmen Ländern unangenehme Mitbewohner. Eine Stadt in Kroatien muss sich gerade massenhaft mit den Schädlingen rumplagen. Die Bewohner sind ratlos.

Kakerlaken in Kroatien – Anwohner sind besorgt

Mitten im Zentrum von Osijek im äußersten Osten Kroatiens sind sie gerade überall auf den Straßen zu sehen. Sie krabbeln schnell und wild mit ihren braunen schmalen Körpern über die Gehwege und versetzen Anwohner in Schrecken. Eine explodierende Kakerlaken-Population hat sich in dem Ort an der Drau breit gemacht. Was in Deutschland allgemeinhin als Schabe bekannt ist, wird in warmen Mittelmeerländern oder auch im karibischen Raum als Kakerlake bezeichnet.

Nicht erschrecken – diesen zehn ulkigen Tieren könnten Sie in Ihrem Garten begegnen

Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) vor Kartoffeln
Beim Umgraben des Gartenbodens könnte Ihnen die zur Familie der Heuschrecken gehörende, etwa fünf Zentimeter große Maulwurfsgrille einen gehörigen Schrecken einjagen. Sie ist aber harmlos und ernährt sich hauptsächlich von Würmern, Maden und Schneckeneiern. © Dreamstime/Imago
Büffelzikade, Büffelzirpe (Stictocephala bisonia) auf Zweig
Die Büffelzikade oder Büffelzirpe (Stictocephala bisonia) sieht aus wie ein kleiner Alien. Sie ist knapp einen Zentimeter groß. © Depositphotos/Imago
Schnakenlarve (Tipula spec), Hinterende mit Teufelsfratze
Gar nicht mal so selten zu finden: Die Larven von Schnaken (Tipula) fressen an Gemüse und Graswurzeln. An ihrem Hinterteil erkennt man sehr gut ihre „Teufelsfratze“.  © blickwinkel/Imago
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Die Gottesanbeterin ist zwar selten, aber dennoch haben dieses faszinierende Insekt viele schon einmal zu Gesicht bekommen. Denn auffällig ist es mit bis zu acht Zentimetern Körpergröße allemal. Die meist sehr gut getarnte Fangschrecke verharrt regungslos, bis sie mit ihren dornenbesetzten Fangarmen blitzschnell ihre Beute ergreift. © Pond5 Images/Imago
Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) in Hand
Woher die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ihren Namen hat, ist naheliegend. Sie nutzt Fensterläden und Hausverkleidungen als Versteck und ist in der Nähe von Wäldern anzutreffen. © imago stock&people
Braunes Langohr, Braune Langohrfledermaus (Plecotus auritus) drohend
Auch das Braune Langohr (Plecotus auritus) zählt zu den Fledermäusen. Das nachtaktive Tier wird man aber eher tot als lebendig zu sehen bekommen – beispielsweise auf dem Dachboden. Das furchterregende Aussehen ist jedoch irreführend, das gefährdete Tier frisst nur Insekten und mag naturnahe Gärten. © blickwinkel/Imago
Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) auf Moos
Wer in der Nähe eines Flusses oder von häufig nassen Wiesen lebt, könnte auf die Wasserspitzmaus treffen. Mit ihrer beweglichen Schnauze und im Fell verborgenen Ohren sieht sie recht ulkig aus. Sie lähmt ihre Beute zwar mit einem giftigen Biss, ist aber für den Menschen harmlos. © Dreamstime/Imago
Mann mit gefangenen Nordamerikanischen Ochsenfröschen
Vor dem unheimlichen Nordamerikanischen Ochsenfrosch darf man sich schon etwas erschrecken, wenn er einem aus dem eigenen Gartenteich entgegenhüpft. Die invasive Art wird bis zu 20 Zentimeter groß und frisst alles, was ihr in den Weg kommt. Sogar ihre riesigen Kaulquappen haben hierzulande keine natürlichen Feinde. So verdrängt er heimische Arten. © imagebroker/Imago
Schleiereule (Tyto alba)
Auch Vögel können sehr ungewöhnlich aussehen. Die Schleiereule (Tyto alba) mit ihrem herzförmigen Gesicht bevorzugt zum Brüten Gebäude in Dörfern und Kleinstädten. © CHROMORANGE/Imago
Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Glücklich kann sich schätzen, wer etwa von Mai bis November einem Feuersalamander (Salamandra salamandra) begegnet. Die nachtaktiven Tiere verstecken sich oft unter Totholz, Steinen oder zwischen Baumwurzeln. Da sie gern bei Regen unterwegs sind, bezeichnet man sie auch als „Regenmännchen“. Aber lieber nicht anfassen, die Haut des Tiers sondert Gift ab und kann ein Brennen verursachen. © imagebroker/Imago

In Südeuropa handelt es sich mittlerweile oft um die eingeschleppte Amerikanische Schabe (Periplaneta americana), wie das Institut für Schädlingskunde mitteilt. Die ist im Gegensatz zur Deutschen Schabe vor allem durch ihren deutlich längeren Körper und ihre langen Antennen zu erkennen. Sie ist nicht nur schnell am Boden und beim Klettern, diese Schabenart ist auch fähig, zu fliegen. Das sorgt auch aktuell in Italien bei einer Kakerlaken-Invasion für Ekel.

Kakerlaken in Kroatien: Chemische Bekämpfung hat bereits begonnen

Obwohl man in Kroatien versucht, das Problem selbst zu lösen, sind die Bürger der Plage gegenüber machtlos. Wie das Nachrichtenportal dnevnik.hr berichtet, habe das Institut für öffentliche Gesundheit in Osijek bereits eine Firma beauftragt, die Plagegeister zu beseitigen. In einem Video ist zu sehen, wie Mitarbeiter Mittel auf den Bordsteinen versprühen, die die großen Bestände an Kakerlaken ausrotten sollen. Ladenbesitzer versuchen unterdessen, das Ungeziefer vor ihren Häusern mit Besen zusammenzukehren. Zigfach liegen die Tiere teils tot auf Gehwegen – täglich sichtbar für Einwohner und Urlauber.

Eine Ladenbesitzerin sagte dem Nachrichtenportal: „Sie kommen durch alle Löcher, sie klettern die Wände hoch, in meine Kleidung, in meine Hosen. Ich habe solche Angst.“

Die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) verdrängt vielerorts die europäischen Arten.

Dem örtlichen Fernsehsender Nova TV sagte Ivan Kurtek vom Lehrinstitut für öffentliche Gesundheit der Gespanschaft Osijek-Baranja: „Wir haben an kritischen Hotspots eine Kakerlakenbekämpfung durchgeführt. Das sind Punkte mit vielen alten Gebäuden. Diese Kakerlaken dringen durch Risse ein und kommen wieder heraus.“ Dem Institut für Schädlingskunde zufolge finden Kakerlaken bei einer Temperatur von 30°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent optimale Lebensbedingungen. Die tragen auch zur Vermehrung bei.

Kälte gegenüber ist zumindest die Amerikanische Schabe im Vergleich zur Gemeinen Küchenschabe empfindlich. Neben hygienischen und Gesundheitsschäden verursacht sie auch Materialschäden, da sie gerne technische Geräte besiedelt. Der Naturschutzbund (Nabu) weist darauf hin, dass Kakerlaken diverse Krankheiten übertragen können und ihr Kot Allergien auslöst. Sie halten sich vorwiegend in Häusern auf und finden dank immer stärkerer Bebauung auch mehr Lebensräume in besiedelten Gebieten. Auch in einer deutschen Turnhalle wurden kürzlich neben Kakerlaken allerhand andere Schädlinge entdeckt. (diase)

Rubriklistenbild: © Imago/Javier De La Torre

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