Studie: 65 Millionen Menschen leiden an Long Covid

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Weltweit leiden 65 Millionen Menschen noch immer an den Folgen ihrer Covid-Erkrankung.
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Long Covid heißt eine Erkrankung als Spätfolge einer Corona-Infektion. Eine neue Studie nennt nun erschreckende Zahlen – auch für Deutschland.

Berlin – Ende Januar 2023 zählt die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) mehr als 37,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Corona-Virus in Deutschland. Die Dunkelziffer dürfte dabei weitaus höher liegen, da viele Infektionen ohne Symptome verlaufen sind oder an Covid-19 erkrankte Menschen sich nicht haben testen lassen. Andere hatten weniger Glück, sie litten unter Husten, Fieber, Schnupfen oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinn. Viele Menschen musste sich stationär, einige sogar intensivmedizinisch behandeln lassen. Und für viele war die Leidenszeit auch nach überstandener Erkrankung nicht vorbei.

Das hat nun eine neue und in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Microbiology“ veröffentlichte Studie und von Wissenschaftlern der Patient-Led Research Collaborative und vom US-amerikanischen Scripps Research Translational Institute gezeigt. Denn die Spätfolge einer Corona-Infektion kann Long Covid sein. Unter diesem Begriff werden Symptome zusammengefasst, die sich länger als vier Wochen nach einer Corona-Infektion halten oder ab diesem Zeitpunkt auftreten. Bekannt sind inzwischen mehr als 200 Symptome, die die Lebensqualität unterschiedlich stark einschränken.

Unter anderem diese Symptome können Long-Covid-Patienten haben

Long Covid: 65 Millionen Betroffene weltweit, eine Million in Deutschland

In der Regel werden Menschen, die an Long Covid leiden, innerhalb weniger Wochen und Monaten wieder gesund. Andere hingegen kämpfen noch länger mit Symptomen, werden dauerhaft arbeitsunfähig oder sogar zu Pflegefällen. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt vor den Langfolgen einer Infektion. Laut der Studie haben mindestens 10 Prozent der Covid-Erkrankten mit mehr oder weniger schweren Long-Covid-Symptomen zu kämpfen haben. Derzeit würden weltweit rund 65 Millionen Menschen an den Spätfolgen einer Infektion leiden. Vermutlich liege die Zahl der nicht dokumentierten Fälle noch höher, so die Forscher.

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In Deutschland gehen die Wissenschaftler von mindestens einer Million Betroffenen aus. Der Studie zufolge, in der die Wissenschaftler die aktuelle Studienlage zusammengefasst und ausgewertet haben, erkranken 10 bis 30 Prozent der nur leicht an Covid-19 erkrankten Menschen auch an Long Covid. Bei den im Krankenhaus behandelten Menschen seien es 50 bis 70 Prozent, bei Geimpften sollen es 10 bis 12 Prozent sein; andere Studien kommen zum Ergebnis, dass eine Impfung das Risiko um 15 bis 41 Prozent verringert, während andere keinen Unterschied zwischen Long-Covid-Erkrankungen bei geimpften und ungeimpften Corona-Erkrankten feststellen konnten.

Lebenslange Beeinträchtigungen drohen Long-Covid-Patienten

Zudem wirft die Studie noch einen düsteren Blick auf die Zukunft der Patienten. Denn die durch die Erfahrungen mit dem Chronischen Erschöpfungssyndrom bereits bekannten Informationen würden die Einschätzung nahelegen, dass vielen an Long Covid erkrankten Menschen lebenslange Beeinträchtigungen drohen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Die derzeitige Diagnose- und Behandlungsoptionen werden in der Studie als „unzureichend“ bezeichnet. Derzeit gebe es keine Behandlung, deren Wirksamkeit belegt ist. Problematisch sei, dass Long Covid Auswirkungen auf den ganzen Körper habe.

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