VonJohannes Nußschließen
Taiwanesische Wissenschaftler haben in China ein Virus entdeckt. Viel ist über das Langya-Henipavirus nicht bekannt. Außer, dass es gefährlich ist.
Taipeh – Es ist noch keine drei Jahre her, da wurde in China mit SARS-CoV-2 ein neuartiges Coronavirus entdeckt, das inzwischen die ganze Welt fest im Griff hat. Inzwischen wurde mit dem Subtyp Omikron BA.5 eine weitere Corona-Variante entdeckt, die dem Menschen schwer zusetzen könnte. Jetzt haben taiwanesische Wissenschaftler in China ein neues Virus entdeckt: das Langya-Henipavirus in China. Dabei stehen die Forscher ganz am Anfang ihrer Untersuchungen und wissen so gut wie noch nichts über das neuartige Virus.
Langya-Henipavirus in China entdeckt: Infektionswege bisher noch völlig unbekannt
Vor allen Dingen werfen die Infektionswege Fragen auf. Bisher ist nämlich nicht bekannt, wie man sich mit dem Langya-Henipavirus infiziert, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher noch nicht bekannt. Auch gibt es keine einfache Methode, um auf das Virus zu testen.
Im Rahmen einer Studie sei das Langya-Henipavirus bisher bei 35 Menschen in den Provinzen Shandong und Henan gefunden worden, berichtet merkur.de. Zuvor hatte die Taipei Times über das Virus berichtet, nachdem der stellvertretende Generaldirektor des taiwanesischen Zentrums für Seuchenkontrolle (CDC), Chuang Jen-hsiang, die Funde gegenüber dem Blatt bestätigte. Im Vorfeld war eine Studie zu dem Langya-Henipavirus im New England Journel of Medicine veröffentlicht.
Langya-Henipavirus: Symptome sind bisher Müdigkeit, Husten und Appetitlosigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen
Wer sich mit dem Virus infiziert, der soll – wie die 35 Betroffenen in China – an gängigen Krankheitssymptomen leiden. Dies sei vor allen Dingen Fieber, ungefähr die Hälfte der Infizierten leide zusätzlich an Müdigkeit, Husten oder Appetitlosigkeit. Weitere Symptome sollen laut der Forscher Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein.
Langya-Henipavirus aus China: Nach Symptomen kommt es bei 35 Prozent der Infizierten zu Leberversagen
Doch es gibt auch ganz üble Symptome, wie es in dem Bericht auf merkur.de heißt. So soll es etwa bei rund 35 Prozent der Infizierten zu einem Leberversagen gekommen sein, bei weiteren acht Prozent hätten die Nieren versagt, heißt es.
Ein großes Fragezeichen stellen die Wissenschaftler aktuell noch über einen möglichen Infektionsweg. Bisher ist keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus‘ bekannt. Ein weiteres Problem ist die Testung auf da Virus. Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, seien die Wissenschaftler in den taiwanesischen Laboren darauf angewiesen, eine Nukleinsäure-Testmethode zu entwickeln, um das Virus zu erkennen.
Der Übertragungsweg ist deswegen noch ein Rätsel, weil die 35 Personen, die inzwischen mit dem Langya-Henipavirus infiziert seien, keinerlei engeren Kontakt zueinander gehabt haben. Die Kontaktverfolgung sei ebenso negativ verlaufen. Es könnten also sporadische Übertragungen zwischen Menschen sein.
Langya-Henipavirus: Übertragung von Tier zu Mensch am wahrscheinlichsten
Allerdings scheint eine Übertragung aus der Tierwelt wesentlich wahrscheinlicher. Davon gehen jedenfalls die taiwanesischen Wissenschaftler nach dem aktuellsten Stand der Forschung aus. Bei Untersuchungen sei nämlich herausgekommen, das sowohl getestete Ziegen als auch getestete Hunde in geringer prozentweise positiv auf das Langya-Henipavirus waren.
Ebenso wurde das Virus bei Spitzmäusen entdeckt, berichtet merkur.de weiter. Bei insgesamt 27 Prozent der getesteten Mäuse wurde das Virus nachgewiesen, was darauf hindeute, dass Spitzmäuse ein natürliches Reservoir des Langya-Henipavirus sein könnten.
