VonMartina Lipplschließen
Unwetter-Alarm in Deutschland. Sturmtief Poly fegte am Mittwoch über Deutschland und die Niederlande. Es gab zwei Tote.
Update vom 6. Juli, 6.17 Uhr: Sturmtief Poly ist am Mittwoch mit orkanartigen Böen über Deutschland gezogen. Besonders Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein waren betroffen. Im Emsland starb eine 64-jährige Frau. Auch in den Niederlanden forderte der außergewöhnliche Sommersturm ein Todesopfer. Nach Polizeiangaben starb eine 51-jährige Frau, als ein Baum auf ihr Auto fiel.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr rückten in den betroffenen Regionen Norddeutschlands zu Hunderten Einsätzen aus. Es seien aber meist kleinere Einsätze gewesen. Wegen des Unwetters gab es auch Behinderungen im Bahnverkehr. Betroffen waren unter anderem Verbindungen in die Niederlande, teilte der Konzern mit. Am späten Mittwochabend gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach und nach Entwarnung.
Am Donnerstag wird ruhiges Wetter erwartet. Sturmtief Poly zieht nach Schweden ab. Nur an den Alpen werden noch einzelne Gewitter erwartet.
„Solch ein Orkan im Sommer tritt alle 30 Jahre auf. Das ist wirklich ein sehr seltenes Ereignis“, erklärte Wetter-Experte Frank Böttcher bei NDR-live.
DWD-Experte zu Sturmtief Poly: „Das ist für einen Sommersturm schon wirklich extrem.“
Update vom 5. Juli, 20.35 Uhr: Mit Blick auf die erwarteten Böen, die bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Das ist für einen Sommersturm schon wirklich extrem.“ Dazu waren teils starker Regen und einzelne Gewitter in den Küstenregionen im Norden und weiten Teilen von Niedersachsen und Bremen vorausgesagt. Viele Fähren – unter anderem bei Baltrum, Langeoog, Wangerooge und zwischen Cuxhaven und Helgoland – fuhren nach Angaben der Betreiber ab Mittwochmittag nur eingeschränkt oder blieben gleich im Hafen.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr rückten in den betroffenen Regionen zu Hunderten Einsätzen aus. Wie groß das Ausmaß der Verwüstung durch das Unwetter ist, wurde sogar auf Video aufgenommen. Zu den Einsätzen gehörten beispielsweise Äste, die zu fallen drohten. Durch Bäume, die auf Gleise geweht wurden, kam es auch zu Störungen bei der Bahn, wie etwa in Niedersachsen.
Update vom 5. Juli, 17.52 Uhr: Mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h fegte Sturmtief Poly bislang über Deutschland. Auf der Nordseeinsel Spiekeroog verzeichnete der DWD am Nachmittag Windgeschwindigkeiten von 108 km/h. Die bisherigen Spitzenböen twitterte aktuell der DWD:
- Spiekeroog 108 km/h
- Hallig Hooge 103 km/h
- Leuchtturm Kiel 98 km/h
- Bremerhaven 95 km/h
- Büsum 95 km/h
Sturmtief Poly: Umgestürzte Bäume und abgerissene Äste
Update vom 5. Juli, 15.55 Uhr: Umgestürzte Bäume und abgerissene Äste – die Feuerwehr Bremerhaven (Bremen) verzeichnet am Mittwochnachmittag eigenen Angaben zufolge bisher zehn sturmbedingte Einsätze. Das Dach eines Zweifamilienhauses sei durch Sturmtief Poly beschädigt worden. Neben der Berufsfeuerwehr bewältigen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Bremerhaven-Wulsdorf und Bremerhaven-Lehe sowie das Technische Hilfswerk Bremerhaven die Schäden.
Im Norden Deutschlands werden in den nächsten Stunden die stärksten Böen von Sturmtief Poly erwartet. Vor Orkanböen bis 130 km/ warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) aktuell in Schleswig-Holstein und Hamburg, Bremen und Niedersachsen.
Unwetter über Deutschland: Sturmtief Poly zieht über Norden hinweg
Update vom 5. Juli, 14.50 Uhr: Sturmtief Poly zieht in den nächsten Stunden laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) von den Niederlanden über die Nordsee Richtung Dänemark. Mit dem Höhepunkt des Sturms rechnet der DWD gegen Mittag/ Nachmittag. Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg drohen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h.
- Niedersachsen und Bremen: An der Küste sowie vom Emsland über Bremen zur Elbe hin Unwettergefahr durch orkanartige Böen und Orkanböen zwischen 110 und 130 km/h (Bft 11 und 12).
- Schleswig-Holstein und Hamburg: Am Nachmittag verbreitet Unwettergefahr durch orkanartige Böen und ORKANBÖEN zwischen 110 und 130 km/h (Bft 11 und 12). Im Übrigen weiter Sturmböen und schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h (Bft 9 bis 10).
Spaziergängerin beim Gassigehen mit Hund von Baum erschlagen
Update vom 5. Juli, 14.44 Uhr: In Niedersachsen ist eine 64-Jährige von einem Baum erschlagen worden, berichtet die Nachrichtenagentur afp unter Berufung auf die Polizei. Die Frau war am Mittwochnachmittag mit ihrem Hund spazieren. Sie wurde von einem Baum getroffen und erlag noch ihren Verletzungen vor Ort. Zuvor wurde von einem Mann berichtet (siehe Update von 13.55 Uhr).
Bahn stellt Zugverkehr in die Niederlande ein
Update vom 5. Juli, 14.36 Uhr: Sturmtief Poly ist in Niedersachsen und Bremen inzwischen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h unterwegs. Der Zugverkehr im Norden ist teilweise eingestellt worden. ICE-Züge Frankfurt, Köln und Amsterdam verkehren aktuell nicht, twittert die Deutsche Bahn. IC-Züge auf der Strecke Berlin, Hannover und Amsterdam würden zurzeit nur zwischen Berlin und Bad Bentheim verkehren.
Unwetter in Deutschland: Sturmtief Poly fordert erstes Todesopfer in Deutschland
Update vom 5. Juli, 14.23 Uhr: Nach Informationen der Bild-Zeitung handelt es sich bei der verstorbenen Person aus Rhede um eine Frau. Sie wurde demnach beim Gassigehen mit ihrem Hund von einem Baum erschlagen. Das Tier überlebte.
Update vom 5. Juli, 13.55 Uhr: Ein Mann im Emsland kam beim Sturm ums Leben, meldet die Presseagentur dpa. Demnach stürzte im Emsland ein Baum auf den Fußgänger, der nach Polizeiangaben noch am Unfallort verstarb.
Sturmtief Poly wütet über Deutschland und den Niederlanden – Unwetter mit Orkanböen bis zu 130 km/h
Erstmeldung vom 5. Juli, 13.41 Uhr: München – Autobahnen sind gesperrt, Schulen und Parks teils geschlossen. In den Niederlanden sorgt Sturmtief Poly am Mittwochvormittag für Chaos. Eine Frau kam ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Es wurden bereist Orkanböen bis zu 146 km/h gemessen. Erste Ausläufer des „Sommersturms“ sind bereits in Deutschland zu spüren. Alarmstufe Rot gilt, laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) für den Norden Deutschlands, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Der DWD warnt Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h. Kreiszeitung.de berichtet ebenfalls über das Unwetter in Niedersachsen.
| Beaufort-Skala/ Grad * | Bezeichnung | Windgeschwindigkeit Kilometer pro Stunde (km/h) | Beispiele für die Auswirkungen des Windes im Binnenland |
|---|---|---|---|
| Bft 7 | steifer Wind | 50 bis 61 km/h | fühlbare Hemmungen beim Gehen gegen den Wind, ganze Bäume bewegen sich |
| Bft 8 | stürmischer Wind | 62 bis 74 km/h | Zweige brechen von Bäumen, erschwert erheblich das Gehen im Freien |
| Bft 9 | Sturm | 75 bis 88 km/h | Äste brechen von Bäumen, kleinere Schäden an Häusern (Dachziegel oder Rauchhauben abgehoben) |
| Bft 10 | schwerer Sturm | 89 bis 102 km/h | Wind bricht Bäume, größere Schäden an Häusern |
| Bft 11 | orkanartiger Sturm | 103 bis 117 km/h | Wind entwurzelt Bäume, verbreitet Sturmschäden |
| Bft 12 | Orkan | ab 118 km/h | schwere Verwüstungen |
*Quelle: Ausschnitt DWD Beaufort-Skala
Sturmtief Poly ist klein, aber stark. In wenigen Stunden fegt es über Deutschland hinweg. Die Kaltfront quert von West nach Ost. In den kommenden Stunden zieht Sturmtief Poly über die Nordsee in Richtung Dänemark, teilt der DWD in seiner aktuellen Unwetterinformation mit.
Unwetter in Deutschland: DWD gibt Alarmstufe Rot für den Norden Deutschland heraus
„Ab den Mittagsstunden wird im Nordwesten teilweise Chaos herrschen, das gilt für Bahn- und Straßenverbindungen, dann Bäume werden umstürzen und Verbindungen blockieren“, teilt Meteorologe Dominik Jung Chef vom Wetterdienst Q.met in einer Pressemitteilung mit.
Besonders im Norden ist die Wetterlage extrem: „An der Nordsee droht voller Orkan und das mitten in der Urlaubszeit. Die Campingplätze sind gut besucht. Da sollte man sich schnellstmöglich in Sicherheit begeben. An der Nordsee besteht zudem die Gefahr einer Sturmflut!“
Bis zum späten Mittwochabend droht laut dem DWD im Raum Bremen, dann Hamburg und schließlich Schleswig-Holstein eine hohe Sturmgefahr. Dann erst schwächt sich Orkantief Poly ab. Die Aussichten in den nächsten Tagen sind wechselhaft, mit einzelnen Schauern und Gewittern.
Nach dem Unwetter geht nach den aktuellen Prognosen mit einer extremen Wetterlage in Deutschland weiter. Für das Wochenende ist eine kurze Hitzewelle angesagt. Die Maximalwerte steigen, laut DWD, am Samstag bis auf 34 Grad, am Sonntag sogar bis auf 35 Grad, am Oberrhein örtlich bis auf 37 Grad. (ml)
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