„Hat es hier noch nie gegeben“

Bergsteigerin reißt Tourenführer mit in den Tod: Experten reagieren fassungslos nach Drama in Tirol

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Der Gipfel des Scheibler in den Verwallbergen.
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    Johannes Welte
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Bei einer Klettertour in den Verwallbergen in Österreich stürzt eine Bergsteigerin in die Tiefe und reißt ihren Bergführer mit in den Tod. Experten sind überrascht.

Update vom 24. August, 10.42 Uhr: Zwei Tage nach dem tödlichen Drama um eine Bergsteigerin und einen Bergführer in den Verwallbergen (Österreich) herrscht weiterhin Fassungslosigkeit. Eine 64-jährige Österreicherin hatte beim Bergsteigen den Hal verloren und war in die Tiefe gestürzt. Im Fallen riss sie ihren Bergführer mit in den Tod.

Ein Experte ist immer noch geschockt von dem tragischen Unglück. Und spricht von einer Verkettung unglücklicher Ereignisse. „Ein dermaßen dramatisches Unglück hat es auf dem Scheibler bisher noch nie gegeben“, sagte Andreas Falkeis Krone.at. Der Leiter der Alpinpolizei im Bezirk Landeck weiter: „Von diesem Berg würde man nicht denken, dass ein solcher Unfall mit zwei Toten an einem Tag passieren kann.“

Laut dem Alpinpolizisten „handelt es sich hier nicht um schwieriges Gelände. Es gibt einen steil abfallenden Abschnitt, in dem ungefähr 50 Meter lang ein Stahlseil gespannt ist“, so Falkeis. Seiner Einschätzung nach sei es schlicht „an einer blöden Stelle blöd zugegangen“. Auch der Ausbildungsleiter Alpin der Tiroler Bergrettung schätzt den Unfall mit dramatischem Ausgang gegenüber dem Portal so ein. „So ein Unglück kann selbst den Besten passieren“, befand Christian Eder: „Selbst ein loser Stein reicht im steilen Gelände schon für einen verhängnisvollen Absturz. Möglichkeiten zu reagieren hat man kaum.“  

Drama in Österreich: Bergsteigerin reißt Tourenführer in Tirol mit sich in den Tod

Erstmeldung vom 23. August: St. Anton – Die Verwallberge zwischen St. Anton und Ischgl in Tirol in Österreich sind nicht nur eine weltberühmte Skiarena im Winter. Im Sommer locken die bis zu 3168 Meter Gipfel zu beeindruckenden Bergsteiger-Abenteuern. Eine Gipfeltour des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) auf den 2978 Meter hohen Scheibler endete am Dienstag (22. August) jedoch in einem Drama.

Eine 16-köpfige Gruppe hatte sich eine Tour vom Kartellstausee (2020 Meter) über Darmstädter Hütte (2384 Meter) mit Aufstieg zum Gipfel des Scheibler vorgenommen – an der Spitze zwei Tourenführer des ÖAV. Für den Gipfelanstieg wurden die Alpinisten in zwei Gruppen geteilt, die sich in Sicherheitsabstand voneinander am Berg bewegten.

Die Toten wurden per Polizeihubschrauber geborgen.

Der Anstieg auf den Gipfel verlief bei beiden Seilschaften komplikationslos. Beim Abstieg der zweiten Gruppe ereignete sich gegen 16.20 Uhr dann das Drama: Eine 64-Jährige aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg verlor an einer Stahlseilversicherung den Halt. 

Die beiden Österreicher stürzten an die 70 Meter in die Tiefe

Sie stürzte in die Tiefe, und riss dabei den vor ihr absteigenden 69-jährigen Tourenführer, ebenfalls ein Vorarlberger, mit. Beide stürzten laut Polizei über steil abfallendes und zum Teil senkrechtes Gelände etwa 50 bis 70 Meter in die Tiefe und schlugen unten auf dem Felsen auf.

Die Verbliebenen der Gruppe setzten sofort einen Notruf ab. Einige von ihnen stiegen zu den abgestürzten Personen, sie zeigten keine Lebenszeichen mehr. Sofort versuchten die Bergsteiger, die beiden Bewusstlosen zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg. Sie hatten sich bei dem Sturz tödliche Verletzungen zugezogen.

Somit konnten nur noch die Alpinpolizei und die Besatzung eines Polizeihubschraubers die Toten bergen. Die weiteren Alpinisten wurden von der Bergrettung und der Polizei von der Darmstädter Hütte nach St. Anton ins Tal geführt.

In Tirol sorgte ein Fund auf rund 3000 Metern Höhe für Aufsehen. Die Gletscher der Alpen schmelzen in diesem Sommer in Rekordtempo – und geben ihre Geheimnisse frei. In Tirol wurde auf knapp 3000 Metern der Leichnam eines seit 2001 vermissten Bergwanderers gefunden. Ein brennendes Boot erschreckte am Wörthersee in Kärnten (Österreich) die Badegäste. Die Feuerwehr musste zum Löschen selbst mit dem Boot ausrücken.

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