„Hat uns herumgeschleudert“

Sturmböe mit 160 km/h fegt durch Tirol – Gondel rauscht in die Tiefe

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Unwetter sorgen in Österreich für Rettungseinsätze. Gondeln samt Passagieren geraten in Not. Teils sitzen tausende Wanderer am Berg fest.

Neustift – Der Sommer 2023 hält extreme Wetterbedingungen bereit. Über Südeuropa sorgt eine Hitzewelle teils für überfüllte Krankenhäuser. Dagegen erlebte Österreich am Dienstag (18. Juli) stürmische Zeiten. Dabei gerieten im Stubaital (Tirol) mehrere Personen in eine äußerst bedrohliche Lage: Sie saßen bei Sturmböen von bis zu 160 km/h in der Gondel fest.

Österreich: Sturmböe fegt durch Tirol – Gondel rauscht im Stubaital in die Tiefe

Wie österreichische Medien übereinstimmend berichteten, mussten am Nachmittag im Wander- und Skigebiet Schlick 2000 im Tiroler Stubaital die Rettungskräfte ausrücken. Aufgrund des heftigen Sturms waren zahlreiche Wanderer, die dort in den Gondeln der Kreuzjochbahn saßen, in Not geraten. Rund 40 Personen wurden laut Kronen Zeitung von der Bergrettung aus mehreren Gondeln befreit. Eine andere Gondel stürzte derweil aufgrund des Sturms in die Tiefe, glücklicherweise befand sich keine Person an Bord.

Die österreichische Zeitung hatte zuvor einen der Gondel-Insassen erreicht, während dieser mit seiner Familie auf Rettung wartete. Der Mann schilderte, dass er mit meiner Frau und seinen beiden Kindern in der Gondel festsitze.

Am Dienstagabend zog eine massive Unwetterfront mit Orkanböen, Hagel und Starkregen über Österreich hinweg.

Mann sitzt während Unwetter in Gondel fest als die Sturmböe kommt: „Das war extrem beängstigend“

„Das war wahrlich kein Spaß. Es hat uns gefühlt einen Meter nach links und nach rechts herumgeschleudert. Das war extrem beängstigend“, wird er von dem Blatt zitiert. Über Lautsprecher an den Masten der Seilbahn im Stubaital hätten deren Betreiber den Kontakt zu den in der Gondel eingeschlossenen Menschen gehalten.

Im Stubaital gerieten mehrere Gondeln aufgrund eines Unwetters in Not. (Symbolbild)

„Sie sprechen von einem technischen Defekt und davon, dass die Gondeln nach wie vor nicht fahren können“, meinte der Augenzeuge weiter. Demnach „soll das Führungsseil durch den Sturm, der mit mehr als 100 km/h durch die Luft fegte, entgleist sein“, ergänzte er.

Laut Heute.at lief der Rettungseinsatz seit 16.00 Uhr mittags und konnte gegen 20.20 Uhr beendet werden, nachdem alle Personen aus den Gondeln abgeseilt worden waren. Die Betroffenen wurden nach ihrer Evakuierung vom Roten Kreuz versorgt.

1600 Wanderer müssen wegen Sturmböe in Tirol „am Berg ausharren“

Auch in anderen Teilen Österreichs gerieten Wanderer durch das Unwetter in Not. So waren im Zillertal in mehreren Gemeinden die Bergbahnen dazu gezwungen, ihren Betrieb zu unterbrechen. Infolgedessen mussten laut einem Bergbahnsprecher „1600 Personen im Bereich Rosenalm zunächst am Berg ausharren“, wie er gegenüber der Agentur p8 angab.

Zudem verletzte sich eine Frau aus Belgien am Fuß. Sie saß mit anderen Menschen in einer Gondel in Serfaus (Tirol), als diese von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Auch 2022 war das Stubaital von einem Unwetter schwer getroffen worden. (kh)

Rubriklistenbild: © Pavlasek/Imago

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