Papst Franziskus hat seine Biografie veröffentlicht. Er berichtet von einer Beichte aus früheren Jahren. Es ist die einzige Sünde, für die er keine Absolution erteilt hat.
Rom – Papst Franziskus hat seine Autobiografie „Hoffe“ veröffentlicht. Darin gibt der 88-Jährige große private Einblicke. So enthüllt er etwa, dass er zu Beginn seiner kirchlichen Laufbahn in ein Mädchen verliebt war und, dass Mordversuche abgewehrt wurden. Zudem sorgt eine Erzählung für Aufsehen, die zunächst untypisch klingen mag.
In dem Buch enthüllt Papst Franziskus, dass er in einem einzigen Fall der Beichte die Absolution verweigert habe. Das passt nicht zur eigentlichen Linie des Pontifex, der sich stets für Vergebung einsetzt. Doch ein Mann trieb es offenbar zu weit.
Papst Franziskus berichtet über Beicht-Vorfall: „Im selben saloppen Tonfall“
Franziskus berichtet in seinem Buch von einem Anwalt, der in seiner Zeit als Priester in Buenos Aires in seinen Beichtstuhl gekommen sei. Zunächst habe dieser ihm „in hochmütigem Tonfall“ alle möglichen kleineren Sünden gebeichtet. Doch dann folgte plötzlich die Offenbarung einer harten Straftat: „Im selben saloppen Tonfall“ habe der Anwalt ihm gestanden, „dass er das Dienstmädchen vergewaltigt hatte“, zitiert unter anderem das Portal katholisch.de aus dem Buch.
Offenbar verspürte der Mann zwar das Bedürfnis, seine Tat zu beichten, rechtfertigte diese aber gleichzeitig mit den Worten: „Leute wie die sind ohnehin für alles da. Sie sind nicht wie wir.“ Papst Franziskus berichtet, dass er im Anschluss genauer habe nachfragen wollen. Der Mann habe empört reagiert und den Beichtstuhl verlassen.
Keine Vergebung trotz Beichte: Papst Franziskus enthüllt Vorfall
Dadurch sei dies das einzige Mal in mehr als 50 Jahren des Priesteramts gewesen, in der der jetzige Papst die Absolution nicht habe erteilen können, schreibt der Pontifex. Ob er dies trotz des Vergehens getan hätte, falls der Mann nicht weggegangen wäre, klärt er nicht endgültig auf.
Dies wäre wohl an der fehlenden Einsicht des Mannes gescheitert. Denn zur Vergebung der Sünden, die bei einer Beichte dem Priester offenbart werden, reicht das bloße Erzählen nicht aus. Nach dem katholischen Glaubensbild braucht es ernstgemeinte Reue und eine angemessene Buße für Vergebung. Dennoch empfiehlt Franziskus den Priestern bei der Beichte großzügig zu sein und Sünden im Zweifel zu vergeben. (rjs)